Start unter Corona-Bedingungen

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Wiesbaden- Rund 55 600 hessische Erstklässler haben am Dienstag ihre Einschulung gefeiert. Vermutlich steckte in der einen oder anderen Schultüte neben Süßigkeiten auch ein Mund-Nase-Schutz: In Hessen gilt auf dem Schulgelände bis zum Betreten des Klassenraums Maskenpflicht. Entsprechend stand der Start ins neue Schuljahr ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Fünf Monate nach Beginn der Zwangspause kehren die Schulen zu einem weitgehend regulären Unterricht im Klassenraum zurück. Für alle rund 705 000 Schülerinnen und Schüler ab der zweiten Klasse hatte der Unterricht nach den Sommerferien schon am Montag begonnen. An den 1795 öffentlichen Schulen im Land gibt es 55 470 Lehrerstellen. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) rechnete damit, dass bis zu sechs Prozent der Lehrer mit Verweis auf ihr besonderes Corona-Risiko für den Unterricht in der Schule ausfallen.

Im Klassenraum muss der Mund-Nase-Schutz laut den generellen Vorgaben des Landes nicht getragen werden, allerdings hatte der Kreis Groß-Gerau dies wegen zuletzt gestiegener Infektionszahlen für einige Schulen angeordnet.

Die 1,5-Meter-Abstand-Regel gilt zwar zwischen Lehrern, Schülern und Betreuern innerhalb des Klassenverbandes hessenweit nicht mehr, sie muss jedoch beispielsweise bei Konferenzen oder Schulveranstaltungen nach wie vor eingehalten werden. Auf Körperkontakte wie Umarmungen und Händeschütteln soll weiter verzichtet werden, es wird auf eine gründliche Händehygiene und intensives Lüften der Räume geachtet.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gratulierte in Taunusstein den 28 Erstklässlern der Sonnenschule zu einer "Einschulung in ganz außergewöhnlichen Zeiten, die wir alle so noch nie erlebt haben". Er versicherte allen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften, dass die Landesregierung in den Sommerferien alles dafür getan habe, damit die Schulen "gut vorbereitet und sicher" ins neue Schuljahr starten könnten. Den Eltern wünschte der Ministerpräsident ein "gutes Miteinander" mit ihrem Kind, den Lehrkräften und der Schulleitung.

189 neue Fälle

Es sei beeindruckend, wie diszipliniert sich die Kinder schon an ihrem ersten Tag verhalten hätten, sagte Bouffier. "Das stimmt mich optimistisch, dass sie sich auch in den kommenden Wochen gut in der zunächst noch etwas ungewohnten Umgebung Schule zurechtfinden werden."

Direkt zu Beginn des neuen Schuljahres wurde jedoch auch ein Corona-Fall an einer Schule in Bad Nauheim bekannt. Bei einem Schüler sei das Virus nachgewiesen worden, folglich müssten seine Klasse und zwei Lehrer bis Ende des Monats in Quarantäne und getestet werden, teilte der Wetteraukreis mit.

Die Lehrergewerkschaft GEW Hessen forderte, bei erhöhtem Infektionsgeschehen die Lerngruppen wieder zu verkleinern und einen Unterricht mit Abstand möglich zu machen. "Hierzu gibt es erprobte Vorschläge, wie die Arbeit in A- und B-Wochen mit jeweils der Hälfte der Lerngruppe", teilte sie in Frankfurt mit. Für die Woche, in der die Schülerinnen und Schüler zu Hause seien, müssten dann Arbeitspläne erstellt und zusätzliche Videosprechstunden angeboten werden.

189 Coronavirus-Infektionen sind seit Montag in Hessen festgestellt worden. Zwei Patienten sind laut Angaben des Sozialministeriums von Dienstag gestorben. Insgesamt wurden in Hessen bislang 13 675 Fälle gemeldet. Das Land zählt insgesamt 528 Tote. dpa

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