Starkregen das Hauptproblem

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Unwetter sind am Dienstagnachmittag und frühen Abend über Hessen hinweggezogen. Keller und Straßen in Mittel- und Nordhessen wurden überflutet, auch im heimischen Raum war die Feuerwehr zu unzähligen Einsätzen vor Ort, etwa in Gießen, Wettenberg, Marburg und Launsbach. Der Hessentag in Korbach blieb von Starkregen oder Gewittern aber verschont und konnte weiterlaufen.

Unwetter haben vor allem in Nord- und Mittelhessen am Dienstagnachmittag Schäden angerichtet. Starkregen habe Straßen und Keller in Gießen und Marburg überflutet. Örtlich hagelte es. Einem Bericht des Rundfunksenders Radio FHH zufolge kam es nach Starkregen auch zu Überflutungen in Weilmünster-Laubuseschbach im Kreis Limburg-Weilburg. Im osthessischen Flieden schlug laut Polizei der Blitz in einen Dachstuhl und verursachte einen Schaden von 20 000 Euro. Sehr große oder schwere Schäden waren zunächst aber nicht bekannt. In der östlichen Wetterau kam bereits am Nachmittag einiges herunter. Größere Schäden gab es in Büdingen nach ersten Informationen aber nicht.

Wettenberg und Heuchelheim

Auch in Wettenberg hatte das Unwetter heftige Auswirkungen: Zahlreiche Keller liefen voll, die Regenmassen führten zudem zu mehreren kleinen Erdrutschen, in deren Folge Straßen gesperrt werden mussten. Rund 120 Kräfte von Feuerwehr und THW waren zeitgleich an mehreren Einsatzstellen im Dauereinsatz. Die Landestraße 3093 zwischen Krofdorf-Gleiberg und Launsbach musste wegen Hochwasser voll gesperrt werden. Bis zum späten Abend schätzte die Einsatzleitung die Zahl der Einsatzstellen in der Gemeinde auf über 100. Auch in Heuchelheim liefen zahlreiche Keller voll. Hier hatte sich bis zum späten Abend die Situation aber weitestgehend beruhigt: Einzig in der Bachstraße trat die Bieber über ihre Ufer und überschwemmte die Straße. Auch hier musste eine Vollsperrung eingerichtet werden, bis sich der Wasserspiegel wieder senkt.

Vogelsbergkreis und Hessentag

Am Abend kam es auch zu einigen Wetterkapriolen im Vogelsbergkreis. In den Gemeinden Feldatal, Freiensteinau und Gemünden sowie in den Städten Homberg und Kirtorf musste die Freiwillige Feuerwehr zur Hilfe ausrücken. Laut ersten Angaben waren mehr als 170 Feuerwehrleute im Einsatz.

In Wuppertal ist aufgrund des Unwetters das Dach eines Universitätsgebäudes eingestürzt. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine, wie die Uni nach dem Unwetter am Dienstagnachmittag auf ihrer Web-Seite mitteilte. Demnach stürzten an einem Uni-Gebäude etwa 30 bis 50 Quadratmeter des Daches ein. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser.

Weitere Wetterkapriolen drohen

In großen Teilen Deutschlands drohen weiterhin Unwetter mit Starkregen und Hagel. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach erwartet für diesen Mittwoch erneut teils heftige Gewitter. Im Nordosten Deutschlands bleibt es zunächst heiter und trocken. Wie auch in anderen Regionen, stöhnen hier viele Menschen unter der Hitze. Heute sollen die Höchstwerte bei 32 Grad liegen. So heiß wie gestern war es in Deutschland in diesem Jahr noch nie: Im niedersächsischen Lingen wurde mit 34,2 Grad die bisher höchste Temperatur für 2018 erreicht, wie eine Sprecherin des DWD sagte. Ebenfalls sehr heiß war es in Genthin (Sachsen-Anhalt) mit 33,7 Grad. Die Hitze wurde von teils heftigen Unwettern begleitet. Wegen der langsamen Verlagerung der Gewitter drohe neben drei Zentimeter dickem Hagel auch heftiger Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, warnte der DWD. Vereinzelt könnten sogar Regenmengen von mehr als 60 Litern in wenigen Stunden zusammenkommen. Zum Vergleich: Normalerweise liegt das Regen-Soll für den gesamten Monat Mai in Deutschland bei 72 Litern pro Quadratmeter.

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