Standfester Frühjahrsaufschwung

  • Rüdiger Geis
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Nürnberg/Gießen (rüg/dpa). Dass die Konjunktur in Deutschland ein wenig schwächelt, ist an den Arbeitslosenzahlen nicht abzulesen: Auch im April gab es weniger Menschen ohne Job als im Vormonat. Die Zahl sank gegenüber dem März um rund 72 000 auf knapp 2,23 Millionen – die niedrigste in einem April seit der Wiedervereinigung. Die Quote verbesserte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Auch in Hessen verzeichnete die Arbeitsagentur mit 148 449 Erwerbslosen 3320 weniger als im März.

Nürnberg/Gießen (rüg/dpa). Dass die Konjunktur in Deutschland ein wenig schwächelt, ist an den Arbeitslosenzahlen nicht abzulesen: Auch im April gab es weniger Menschen ohne Job als im Vormonat. Die Zahl sank gegenüber dem März um rund 72 000 auf knapp 2,23 Millionen – die niedrigste in einem April seit der Wiedervereinigung. Die Quote verbesserte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Auch in Hessen verzeichnete die Arbeitsagentur mit 148 449 Erwerbslosen 3320 weniger als im März.

»Mit der anhaltenden Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im April erneut gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Dienstag in Nürnberg.

Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den April ein Rückgang um 12 000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 155 000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 33 000 erhöht. Mit 44,94 Millionen Personen war sie im Vergleich zum Vorjahr um 491 000 höher. Das Plus beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist laut BA im Vergleich zum Vorjahr um 671 000 gestiegen. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch. Rund 795 000 offene Stellen waren der Arbeitsagentur im April gemeldet, 11 000 mehr als im Vorjahr.

Diesen Trend bestätigt auch Dr. Bettina Wolf, Operativgeschäftsführerin der Regionaldirektion Hessen, in deren Zuständigkeitsbereich die Arbeitslosenquote gegenüber dem März um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent sank. Der Arbeitsmarkt zeige sich weiterhin auch für Langzeiterwerbslose aufnahmefähig. »Ausbildung und Qualifizierung sind dabei wichtige Stellschrauben, um die Chancen für den Einzelnen zu erhöhen«, erklärt Wolf.

Die Aussichten, einen Ausbildungsplatz zu finden, seien in Hessen günstig. Derzeit gebe es noch rund 17 880 unbesetzte betriebliche Ausbildungsplätze. Etwa 18 140 Jugendliche seien noch auf der Suche, berichtete Wolf. »Wer mobil und motiviert ist, hat als Ausbildungsplatzsuchender gute Aussichten; seinen Wunschberuf zu erlernen.«

Der deutliche Anstieg (plus 2,9 Prozent gegenüber März) der Bewerber sei zu einem großen Teil auf junge Menschen mit Fluchthintergrund zurückzuführen. Sie streben nach Integrationskursen und Schulbesuch immer stärker auf den Ausbildungsmarkt zu. Insgesamt 34 202 Bewerber für einen Ausbildungsplatz seien bisher betreut worden, darunter 2665 mit einen Fluchthintergrund. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Stellen liegt mit 31 801 um 517 (minus 1,6 Prozent) niedriger als im letzten Jahr.

Auch im Bereich der Arbeitsagentur Gießen (zuständig für die Kreise Gießen, Vogelsberg und Wetterau) war die Zahl der Erwerbslosen rückläufig. Sie sank um 498 Frauen und Männer auf 15 433; die Quote lag um 0,2 Prozentpunkte niedriger und beträgt für April 4,2 Prozent. »Die gesenkte Wirtschaftsprognose der Bundesregierung zeichnet sich auf dem regionalen Arbeitsmarkt bisher nicht ab«, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die jetzt veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. »Zwar ist die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen gesunken, dennoch ist die Anzahl der Arbeitslosen weiter rückläufig.« Davon hätten Jüngere wie Ältere ebenso profitiert wie Männer und Frauen.

Auch die Unterbeschäftigung sei weiter gesunken. Eine optimistische Prognose sei zudem durch das IAB-Arbeitsmarktbarometer veröffentlicht worden, das eine weiterhin gute Beschäftigungssituation in den nächsten Monaten erwartet. »Um sich auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten, empfiehlt es sich, jetzt in die Weiterqualifizierung zu investieren.« Im Agenturbezirk waren im April die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen und der Älteren weiter rückläufig. Im abgelaufenen Monat waren insgesamt 1452 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, registriert. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber März von 98 Personen. Weiter gesunken ist auch die Zahl der über 50-jährigen Erwerbslosen. Im jetzt abgelaufenen Monat waren im Agenturbezirk insgesamt 5107 Ältere gemeldet, 164 weniger als noch im Vormonat März.

Leichter Anstieg im Vogelsbergkreis

Im Landkreis Gießen waren im April insgesamt 7253 Menschen erwerbslos gemeldet, 305 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 auf nun 5,1 Prozent zurück. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,3 Prozent. Damals waren 226 Menschen mehr registriert.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im April um 199 Personen auf jetzt 6010 gesunken. Die Quote sank um 0,2 auf nun 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 508 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,0 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im April ganz leicht gestiegen. 2170 Personen waren arbeitslos gemeldet, sechs Personen mehr als noch im März. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 41 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals ebenfalls bei 3,7 Prozent.

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