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Städte fordern Zurückhaltung

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Darmstadt/Frankfurt- Angesichts steigender Corona-Zahlen haben Hessens Städte die Menschen schon vor dem Teil-Lockdown zur Zurückhaltung aufgerufen. "Auch wenn die neuen Einschränkungen erst am Montag gelten, die Lage ist ernst", mahnte der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Freitag. Die Städte Frankfurt, Darmstadt, Kassel und Fulda kündigten für die kommenden Tage weitere Kontrollen durch die jeweiligen Ordnungsämter an.

"Verhalten Sie sich auch am kommenden Wochenende so, wie wir es alle ab Montag tun müssen", sagte Partsch. Die Lage in den Kliniken, vor allem auf den Normalstationen, bleibe ernst. "Wir nähern uns einer medizinischen Notlage." Die Stadt Darmstadt bat Eltern und Kinder, an Halloween am Samstag darauf zu verzichten, von Tür zu Tür zu ziehen und um "Süßes oder Saures" zu bitten. "Das Infektionsrisiko ist einfach zu hoch", betonte Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz.

Die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) rief Familien ebenfalls dazu auf, Alternativen zu den Halloween-Streifzügen zu finden wie eine Schnitzeljagd oder einen Waldspaziergang mit Taschenlampen. In Frankfurt dürfen derzeit ohnehin nur bis zu fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten miteinander unterwegs sein.

Auch in den Wohngebieten für Angehörige der US-Armee in Wiesbaden fallen die Halloween-Streifzüge in diesem Jahr komplett aus. Sie waren in den Jahren zuvor eine beliebte Anlaufstelle auch für Kinder von außerhalb gewesen. In Wiesbaden befindet sich das Europa-Hauptquartier der US-Army.

Offenbach kündigte - unabhängig von Halloween - für das Wochenende "eine Schwerpunktkontrolle Corona" an, auch Kassel zeigte sich gewappnet: "Die Stadtpolizei und der Gewerbeaußendienst des Ordnungsamtes sind darauf eingestellt, dass es sowohl am Wochenende als auch in den nächsten Wochen zu Situationen kommen kann, die ein behördliches Einschreiten erforderlich machen", sagte ein Sprecher der Stadt.

Die Stadt Fulda will zwar auch die Einhaltung der behördlichen Anordnungen überprüfen, gibt sich aber zugleich optimistisch: "Wir konnten in den vergangenen Tagen allerdings schon den Trend beobachten, dass die Menschen eher zurückhaltend sind und nicht kräftig feiern", hieß es aus dem Rathaus in der Domstadt.

Die Frankfurter Ordnungsamtsleiterin Karin Müller sagte, die öffentliche Wahrnehmung der Kontrollen sei wichtig. Damit würden die Menschen bestärkt, die sich an Corona-Regeln hielten. Zudem setze man die Menschen unter Druck, die bisher zum Beispiel mit der Maskenpflicht wenig bis gar nichts hätten anfangen können.

Trotz des schnellen Anstiegs bei den Neuinfektionen ist bisher keine Entscheidung über einen Ausbau der Testzentren gefallen. "Natürlich beschäftigen wir uns mit Überlegungen, wie wir auf die steigende Zahl von Tests reagieren können", sagte Karl Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen. Neben der Tatsache, dass es schwierig sei, das notwendige Personal für weitere Testzentren zu organisieren, stellten die Laborkapazitäten Ressourcen dar, die begrenzt seien.

Aktuell gibt es 15 Testzentren der KV in Hessen - genauso viele wie im Frühjahr. Die Zahl der täglich durchgeführten Test hat sich aber massiv erhöht. Im Mai waren es noch 400 bis 500, zuletzt über 2500. Das liegt über dem Höchstwert von Mitte August, wo rund 1950 Test vorgenommen wurden. dpa

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