Spielsüchtiger tötet seine 23-jährige Schwester

Gießen (ti). Die 23-jährige Asiatin, die am Mittwoch tot in ihrer Wohnung in der Ederstraße gefunden wurde, ist offenbar Opfer ihres spielsüchtigen Bruders geworden. Der 19-Jährige, der mit ihr zusammen lebt, war nach der Tat zu Bekannten nach Hirzenhain geflüchtet, wo ihn die Polizei in der Nacht zum Donnerstag ausfindig machte und festnahm. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner hat er bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Anklagebehörde hat die Ermittlungen übernommen und wird den jungen Mann vermutlich wegen Mordes an seiner Schwester vor Gericht bringen. Hübner geht davon aus, dass er die 23-Jährige heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet hatte.

Gießen (ti). Die 23-jährige Asiatin, die am Mittwoch tot in ihrer Wohnung in der Ederstraße gefunden wurde, ist offenbar Opfer ihres spielsüchtigen Bruders geworden. Der 19-Jährige, der mit ihr zusammen lebt, war nach der Tat zu Bekannten nach Hirzenhain geflüchtet, wo ihn die Polizei in der Nacht zum Donnerstag ausfindig machte und festnahm. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner hat er bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Anklagebehörde hat die Ermittlungen übernommen und wird den jungen Mann vermutlich wegen Mordes an seiner Schwester vor Gericht bringen. Hübner geht davon aus, dass er die 23-Jährige heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet hatte.

Nach Angaben des Oberstaatsanwaltes stammt die Familie von Täter und Opfer von den Philippinen, der Bruder wurde jedoch bereits in Deutschland geboren. Eine Zeit lang lebte er mit seinen Geschwistern und der Mutter auf der Inselgruppe, bevor er hierher zurück kehrte. Der Vater wohnt in Wetzlar, hat aber offenbar keinen Kontakt zu seinen Kindern. Der 19-Jährige besuchte zunächst die Ost- und später die Willy-Brandt-Schule, blieb dem Unterricht aber seit Anfang des Jahres fern. Als Grund dafür nannte Hübner seine Spielsucht.

Der junge Mann sei so stark auf das Internet fixiert gewesen, habe den ganzen Tag vor seinem Laptop gesessen und sich mit Fanatasiespielen beschäftigt, was zu regelmäßigen Auseinandersetzungen mit der Schwester geführt habe.

Gemeinsam mit ihrem Freund - der 26-Jährige hatte seine Partnerin am Mittwochnachmittag in ihrer Blutlache liegend gefunden - habe sie gegen die Sucht ihres Bruders ankämpfen und dem 19-Jährigen den Laptop abnehmen wollen. Dies gelang ihr am Tag vor der Tat. Der Bruder hatte sich, wie schon häufig zuvor, in seinem Zimmer eingeschlossen. Die junge Frau ließ den Schlüsseldienst kommen und fand den tragbaren Computer und ein Küchenmesser in den Räumlichkeiten und nahm beides an sich. Den 19-Jährigen entdeckte sie nicht, weil er sich im Schrank versteckt hatte. Später verschloss er erneut die Tür und öffnete sie erst wieder am Tattag, nachdem der Freund seiner Schwester die Wohnung verlassen hatte. Er versteckte sich hinter der Tür und lauerte der 23-Jährigen auf, die ihm kurz darauf in die Falle tappte. Nach Angaben des Oberstaatsanwaltes betrat sie einmal das Zimmer, entdeckte den jungen Mann aber nicht und verließ den Raum wieder, um später erneut einzutreten.

Hübner: "Beim zweiten Mal hat er sofort zugestochen", denn offenbar hatte er in den Tagen zuvor zwei Küchenmesser aus dem gemeinsamen Haushalt an sich genommen.

Insgesamt traf das Tatwerkzeug die Frau zweimal - einmal in den Hals, ein weiteres Mal in die Lunge. Dies hatte die Obduktion am gestrigen Donnerstag ergeben. Nach der Attacke ist die Philippinin verblutet. Ihr Bruder soll sich laut Oberstaatsanwalt direkt nach der schrecklichen Tat wieder seiner Leidenschaft gewidmet und versucht haben, ins Internet zu kommen. Später fuhr er mit der Bahn zu Bekannten in die Wetterau, wo ihn die Polizei in der Nacht über sein Handy orten und festnehmen konnte. "Widerstandslos" ergab er sich laut Hübner den Beamten und legte unmittelbar nach seiner Festnahme ein Geständnis ab.

Der Täter ist völlig unvorbelastet und noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Neben der Schule jobbte er in einem Gießener Fitnesscenter. Seine Freizeit vertrieb er sich am Computer. Schon länger war er laut Hübner süchtig, hatte das Spielen im vergangenen Jahr allerdings schon einmal aufgegeben. Vor einigen Monaten fing er erneut damit an. Ein psychiatrischer Sachverständiger wird sich nun damit beschäftigen und klären müssen, in wieweit sich dies auf seine Schuldfähigkeit auswirkt. Anklage wird vermutlich erst in einigen Monaten erhoben.

Am Donnerstagnachmittag wurde der 19-Jährige dem Haftrichter vorgeführt. Seit dem sitzt in Untersuchungshaft in einer Jugendstrafvollzugsanstalt.

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