Sole-Bewegungsbad nun "Justus von Liebig-Therme"

Nidda (em). Von der "Ritschratsch-Polka" bis zu "Memories" - temperamentvoll stimmte das "Duo Bravo" dieser Tage in Bad Salzhause auf eine besondere Taufe ein: aus dem Sole-Bewegungsbad wurde die "Justus von Liebig-Therme".

Nidda (em). Von der "Ritschratsch-Polka" bis zu "Memories" - temperamentvoll stimmte das "Duo Bravo" dieser Tage in Bad Salzhause auf eine besondere Taufe ein: aus dem Sole-Bewegungsbad wurde die "Justus von Liebig-Therme".

Petra Schwing-Döring, die Betriebsleiterin des Bades, begrüßte eine große Gästeschar - darunter mit Uta Felgenhauer auch eine Ur-Ur-Ur-Enkelin Liebigs sowie den Schriftführer der Justus von Liebig-Gesellschaft, Prof. Manfred Kröger (Gießen). Übrigens hatte sich auch der große Chemiker selbst für die Taufe fein gemacht: der Jurist Rolf Hartmann zeigte in Frack, Weste und Hemd mit "Vatermördern" schauspielerisches Talent

Niddas Erster Stadtrat Reimund Becker warf Schlaglichter auf die Entwicklung Bad Salzhausens vom Söderdorf zum "Industrie- zum Kurort". Er schilderte alle Pluspunkte von den historischen Gebäuden bis zum Park - erkennbar im Wunsch, immer wieder Gäste hierher zu lockn: "Die Benennung der Therme nach dem verdienten, zeitweise hier wirkenden Chemiker ist ein Mosaikstein im Wandel zum Touristikstandort mit dem Schwerpunkt Gesundheit in der Destination Vogelsberg."

Sie sei "mit Freude, Stolz und Dank" zu dieser Feier gekommen, betonte Uta Felgenhauer. Schlaglichter auf die wissenschaftliche Bedeutung Liebigs warf Manfred Kröger. Hessen-Darmstadt sei im 19. Jahrhundert ein armes Land gewesen. So sei der mit 21 Jahren schon zum außerordentlichen Professor der Chemie berufene Liebig von der Regierung beauftragt worden, Nutzungsmöglichkeiten des Salzhäuser Mineralwassers zu entdecken. Liebig betrieb im heutigen Evangelischen Gemeindezentrum von 1828 bis 1831 ein Labor zur Bittersalz- und Salzsäureherstellung. Dort leistete er mit der Analyse des Wassers in Fraktionierung einen methodischen Schritt hin zur organischen Chemie, entdeckte Eisen-, Jod- und Chlorverbindungen sowie einen braunen Stoff, den er fälschlich dem Jod zuordnete - der Ruhm für die Entdeckung des Broms fiel später dem französischen Chemiker Balard zu. Kröger beriet auch bei der Gestaltung der Vitrine, die im Bad zu sehen ist und neben historischen Abdampfschalen aus der Liebig-Gedenkstätte auch Bestandteile des Salzhäuser Heilwassers in Feststoffproben zeigt. Ebenso gibt es einen Überblick der Heilquellen, die Liebig analysierte, und eine Tafel der chemischen Elemente mit Markierung ihrer Entdeckungszeit.

Zudem stellt die Liebig-Gesellschaft eine Büste des Wissenschaftlers als Leihgabe zur Verfügung.

In der Feierstunde wandte sich schließlich "Liebig selbst" an die Gäste; nach einem augenzwinkernd-selbstironischen Kommentar taufte Rolf Hartman zusammen mit Uta Felgenhauer die "Justus von Liebig-Therme" zünftig mit einem Glas Sekt. Im Gemeindezentrum suchte man nach Spuren Liebigs - möglicherweise sind die Fußbodenkacheln aus seiner Zeit. (Foto: em)

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