»Silbermond« vor 5000 Fans in der Rittal-Arena

Wetzlar (chl). Ein Meer aus 10 000 hochgestreckten Händen schlug am Sonntagabend in der Rittal-Arena im Takt der Musik euphorische Wogen und La-Ola-Wellen. Denn die Deutschrock-Band »Silbermond« hatte zwei Stunden lang mit ihrem »Nichts passiert«-Tourneeprogramm die 5000 Fans gleich von Anfang an in ihren Bann gezogen.

Wetzlar (chl). Ein Meer aus 10 000 hochgestreckten Händen schlug am Sonntagabend in der Rittal-Arena im Takt der Musik euphorische Wogen und La-Ola-Wellen. Denn die Deutschrock-Band »Silbermond« hatte zwei Stunden lang mit ihrem »Nichts passiert«-Tourneeprogramm die 5000 Fans gleich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Der wuchtige neue Song » Tanz aus der Reihe« sowie das reißerische »Meer sein« vom Vorgängeralbum »Laut gedacht« boten dazu einen geeigneten Einstieg.

Während die Hälfte des Publikum sich auf ein Wiedersehen mit dem Bautzener Quartett nach zweieinhalb Jahren in Wetzlar gefreut hatte, gab es für die andere Hälfte eine persönliche Premiere in punkto Live-Erlebnis. So hüpfte, sprintete und hechtete das scheinbar unermüdliche Energiebündel Stefanie Kloß - Sängerin von »SiMo« - dermaßen angestachelt über die Bühne, ohne auch nur einen Ton zu versemmeln. Dazu servierten ihre »Männer« Thomas (Gitarre) und Sebastian (Bass) Stolle sowie Andreas Nowak (Schlagzeug) das antreibende Fundament eines kraftvollen Gitarrenrocks. Harte, rollende Gitarren trafen auf ein sonores Schlagzeugspiel und einen ausdrucksstarken Gesang. Doch neben flotten Abgeh-Nummern sind auch die gefühlvollen und träumerischen Balladen eine Stärke von »Silbermond«.

In diesem Sinne gönnen »Durch die Nacht« vom Debütalbum »Verschwende deine Zeit« oder »Ich bereue nichts« von der aktuellen »Nichts passiert«-Platte dem Publikum eine kurze Verschnaufpause und Zeit zum genauen Hinhören. Die »Silbermonde« haben zwar nichts an Schmiss verloren, doch sind ihre Texte nunmehr noch gereifter, tiefgründiger und erwachsener geworden. Und irgendwie kommt es einem bei der fetzigen Präsentation so vor, »Silbermond« als deutsch-rockendes Pendant der deutschen, aber englischsprachigen Rockband »Die Happy« zu sehen. Hinzu kommt das ungemein sympathische Wesen Stefanies: Liebevoll kommuniziert sie mit ihren Fans. Einziges Manko bleiben die Midtempo-Songs, denen ein wenig der Biss fehlt (»Krieger des Lichts«).

Nach einem Slap-Bass-Solo von Sebastian hieß es für das Publikum: »Bitte um 180 Grad drehen!« Denn Stefanie und Thomas hatten inzwischen auf der Treppe der hinteren Empore Platz genommen. Umgeben von strahlenden Gesichter stimmten beide allein unplugged sowohl die Ballade »Kartenhaus« als auch »Zeit für Optimisten« an. Als schließlich die Frontfrau noch zu einer den ganzen Saal erfassenden La-Ola-Welle aufforderte, waren die Glücksmomente auf beiden Seiten am Kochen.

Das konnte nur noch eines ihrer Durchbruchs-Titel toppen: Sehr gefühlvoll sang Steffi die andächtige »Symphonie« und erntete dafür dermaßen viel Applaus, dass die eigentlich aufgeweckte und nicht gearde wortkarge Sängerin davon überwältigt nun doch keine Worte fand. Stefanie Kloß steckte sprichwörtlich der Kloß vor Freude im Hals. Und wieder einmal bestätigte sich, dass die Musik von »Silbermond« nicht nur das überwiegend anwesende junge Publikum sondern auch alle Altersgruppen anspricht. Das Vertrauen, das Steffi in ihre Fans legt, testete sie mit einer spontanen Aktion: Sie ließ sich über die Hände des Publikumd von der Bühne zum Mischpult inmitten der Arena und wieder zurück tragen. Geschafft, in einer Minute und knapp 33 Sekunden. Doch der Spaß uferte noch weiter aus, als Schlagzeuger Andreas mit seinen seltsamen dadaistischen Gedichten eine Zugaberunde nach der anderen absolvieren musste. Auch das instrumentale Geplänkel zu Rockklassikern wie »We will rock you« oder »Highway to hell« bot eine eher unterhaltsame Abwechslung. Jedoch durften sich dann alle Pärchen im Saal fest umschlingen: Bei der ersehnten Hit-Ballade »Das Beste« bekam auch der Hartgesottenste weiche Knie.

Zwei Jahre haben die Fans auf neue Songs und ein neues Album gewartet - mit dieser Tournee bügelten die Bautzener alles glatt. Da wurde auch »Juli«-Schlagzeuger Marcel Römer im Saal gesichtet: Ob er nach Inspiration für seine Band suchte oder einfach nur neugierig seine Genre-Kollegen begutachtete, sagte er nicht. Auch auf ihrer aktuellen Tournee geben »Silbermond« lokalen Bands die Möglichkeit, im Vorprogramm aufzutreten. Für das Wetzlarer Konzert fiel die Wahl auf die Gießener Band »Savoy«. Eike Hendrik Nikisch (Gesang), Matthias Bender (Gitarre), Markus Ceballa (Gitarre), Moritz Bonica (Bass) und Senastian Hödl (Schlagzeug) präsentierten sich als sehr agile Truppe.

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