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Sicherheitsgefühl verbessern

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Wiesbaden (dpa/lhe). Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) will mit einem Maßnahmenbündel das Sicherheitsgefühl der Bürger vor Ort verbessern. Neben mehr Polizeipräsenz auf den Straßen, einer Ausweitung der Videoüberwachung und der Einrichtung von Waffenverbotszonen sollen auch gezielte Befragungen in den Kommunen zu besseren Lösungen beitragen, sagte Beuth am Donnerstag bei der Frühjahrskonferenz im Wiesbadener Innenministerium. "Wir wollen wissen, wo dem Bürger der Schuh drückt."

Die Befragungen laufen im Rahmen der hessischen Sicherheitsinitiative "Kompass". Ziel dieser Initiative ist es, im Netzwerk von Polizei, Kommunen und Bürgern die Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl vor der Haustür zu optimieren. Seit dem Start von "KOMPASS" seien dem Projekt zur Kriminalitätsprävention mittlerweile über 40 Städte und Gemeinden im Land beigetreten, teilte der Minister mit.

Die Gießener Kriminologin Britta Bannenberg begleitet die Sicherheitsinitiative seit dem Start als Modellprojekt Ende 2017 wissenschaftlich und führt auch die Befragungen durch. Nach ihrer Auswertung ist das Unsicherheitsgefühl bei den Menschen in den einzelnen Kommunen regional sehr unterschiedlich. Es reiche daher nicht, die Polizeiliche Kriminalstatistik von Hessen zu nehmen, um Rückschlüsse für Präventionsmaßnahmen insgesamt zu ziehen, betonte die Professorin.

Die Ängste der Bürger hingen oftmals mit dunklen und dreckigen Gassen, verlassenen Läden, Obdachlosen, Ausländern oder Plätzen mit Angetrunkenen zusammen, erklärte die Kriminologin. Dazukomme das Dunkelfeld der Straftaten vor Ort. Vielfach würden Bagatelldelikte von den Menschen gar nicht angezeigt. Die offizielle Statistik der Polizei beinhalte daher nur einen Bruchteil der tatsächlichen Straftaten. Das wirke sich auch auf das subjektive Empfinden der Menschen in ihrer direkten Umgebung aus. Besonders großer Bedarf bei der Kriminalitätsprävention bestehe gerade auch bei älteren Menschen, sagte der Innenminister zu den Erfahrungen aus den "KOMPASS"-Kommunen. Aus diesem Grund sollen alle sieben Polizeipräsidien des Landes eine weitere Stelle speziell für die Sicherheitsberatung für Senioren erhalten.

Die hessische Polizei werde zwei Architekten einstellen, um die Innenstädte auch durch bauliche Maßnahmen sicherer zu gestalten, kündigte Beuth an. "Wir werden unsere Städte nicht zu Festungen ausbauen." Mit klugen Konzepten und der richtigen Gestaltung etwa von Sitzgelegenheiten könnten mögliche Terroranschläge verhindert werden. Die Experten sollen den Kommunen für ihre Planungen beratend zur Seite stehen. (Foto: dpa/Archiv)

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