Senioren sind besser aufgeklärt

  • vonDPA
    schließen

Fulda- Eine landesweit einzigartige Sicherheitskampagne der Polizei Osthessen für Senioren zeigt offenbar Wirkung. Trotz gestiegener Versuche, ältere Menschen bei Telefonaten zu betrügen, sei die Zahl der gelungenen Straftaten zurückgegangen, berichtete ein Polizeisprecher in Fulda. Fast 500 Trickbetrugsanrufe von "falschen Polizisten" oder Enkeltrickbetrügern habe das Polizeipräsidium Osthessen, das unter anderem für den Vogelsbergkreis zuständig ist, im Jahr 2019 registriert. Doch nur in sechs Fällen hätten sich die Täter durchgesetzt. Im Jahr 2018 seien es noch 20 vollendete Taten gewesen, bei 400 Anrufen. "Die Präventionsarbeit und Aufklärungskampagnen zeigen offenbar Wirkung", kommentierte Polizeisprecher Dominik Möller.

Das Polizeipräsidium Osthessen hatte 2018 das Programm "Senioren sind auf Zack" gestartet. Damit soll die Verkehrs- und Kriminalprävention gestärkt werden. Zielgruppe sind Senioren, die mit Verhaltenstipps davor bewahrt werden sollten, Opfer von Betrügern und Einbrechern zu werden. Einmalig macht das Konzept der Dreiklang aus Fachvorträgen, Expertengesprächen und einem "Markt der Sicherheit", auf dem sich Besucher bei Veranstaltungen zu diversen Themen informieren können.

Weitere geplante Veranstaltungen müssen wegen der Corona-Pandemie derzeit ausgesetzt werden. Die Teilnahme am Deutschen Präventionstag im April in Kassel wurde abgesagt, zudem mussten weitere regionale Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. "Da Senioren zur Risikogruppe bei der Übertragung des Coronavirus gelten, müssen wir erst die aktuelle Entwicklung abwarten, bis wir neue Veranstaltungen anbieten können", sagte Möller. Aber auf der Internet-Seite www.senioren-sind-auf-zack.dekönnten Interessierte viele Informationen zum Thema bekommen.

Aufklärungsquote bei 13,6 Prozent

Laut Hessischem Landeskriminalamt (LKA) geraten Senioren immer stärker in den Fokus von Verbrechern. Mit diversen Tricks versuchen sie, ältere Bürger zu betrügen oder zu bestehlen. "Sie werden häufiger durch Eigentums- und Vermögensdelikte geschädigt und sind bei Trickdiebstahl und Betrug überrepräsentiert", sagte LKA-Sprecher Christoph Schulte.

In Hessen hat sich - wie auch in anderen Bundesländern - der negative Trend steigender Fälle von sogenannten "falschen Polizeibeamten" fortgesetzt. Innenminister Peter Beuth (CDU) erklärte: "Bei dieser perfiden Masche täuschen die skrupellosen Täter ihren - in der Regel älteren Opfern - am Telefon vor, sie befänden sich in einer konkreten Gefahrenlage." Leider gibt es immer wieder Bürger, die den Anweisungen Glauben schenken und so um ihr Erspartes gebracht werden.

Seit 2016 habe sich die Zahl der Fälle von 219 auf 642 im vergangenen Jahr verdreifacht. Die Aufklärungsquote lag 2019 den Angaben zufolge bei 13,6 Prozent. Die Behörden betonten in diesem Zusammenhang: Die hessische Polizei würde niemals von Bürgern Geld oder andere Wertgegenstände einfordern, auch nicht zur sicheren Verwahrung.

Eine der weiteren gängigen Taktiken der Betrüger ist der Enkeltrick. In der klassischen Form läuft es so: Ein vermeintlicher Enkel ruft an und bittet nach einem tragischen Unglück um Geld. Einem Bekannten solle dann das Geld übergeben werden. Der vermeintliche Bote macht sich dann mit der Beute aus dem Staub. Derzeit grassiert auch eine Variante im Zusammenhang mit dem Coronavirus: Die Kriminellen geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und nun dringend Geld für die Behandlung benötigten. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare