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Glasfaserausbau auf dem Land ist das A und O für schnelles Internet.

Selten schnelles Internet in Dörfern

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Wiesbaden - Der Ausbau des schnellen Internets geht nicht so schnell voran, wie viele hoffen. Gerade die Zeit von Homeoffice und Fernunterricht macht deutlich, wie sehr es hakt - darin waren sich die Abgeordneten des Landtags bei einer Debatte in der vorigen Woche weitgehend einig.

Die FDP plädierte dafür, mit staatlichen Gutscheinen nachzuhelfen. Private Haushalte, Unternehmen und Organisationen könnten sie einlösen. Sie bekämen damit eine finanzielle Unterstützung, um ihre Gebäude mit einem Glasfaseranschluss auszustatten. Damit könnten sie Daten im Gigabit-Tempo laden.

Der hessische FDP-Digitalpolitiker Oliver Stirböck sagte, dadurch fördere man die Nachfrage und damit die Ausbaugeschwindigkeit. »Wenn sich mehr Bürger und Unternehmen dank eines Gutscheins für einen Glasfaseranschluss entscheiden, werden Ausbaugebiete attraktiver und vorher unwirtschaftliche Gebiete erschließbar«, erläuterte er. So komme »auch der Ausbau im ländlichen Raum endlich voran«. Dort verfüge nur etwa jeder siebte Haushalt über Gigabit-Anschlüsse.

Das Gutscheinmodell wird in Großbritannien praktiziert. Die FDP wirbt dafür auch im Bundestag und in anderen Bundesländern. Die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) zeigte sich eher skeptisch. Die Bundesregierung habe das Gutscheinmodell abgelehnt, weil es mehr Bürokratie mit sich bringe und außerdem gegen das Beihilferecht verstoßen könne, sagte sie. Das letzte Urteil sei aber noch nicht getroffen, sagte sie. Die Grünen zeigten sich überzeugt, dass das Gutscheinmodell nicht helfen würde, den Ausbau im ländlichen Raum zu beschleunigen. Der Grünen-Digitalexperte Torsten Leveringhaus befand: »Am Geld liegt es nicht.« Der Ausbau scheitere eher an Kapazitätsproblemen beim Tiefbau. »Hier helfen Gutscheine überhaupt nicht weiter.« Man müsse über »alternative Verlegemöglichkeiten« nachdenken, um voranzukommen. Der SPD-Abgeordnete Bijan Kaffenberger beschrieb die Lage ähnlich. Er verwies auf Fachkräftemangel und Personalknappheit in Verwaltungen sowie Kapazitätsengpässe im Baugewerbe, vor allem beim Tiefbau. »Politik vollzieht sich eben nicht alleine durch das Bereitstellen von Geld oder Gutscheinen«, gab Kaffenberger zu bedenken. Pitt von Bebenburg

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