Der normale Alltag im Klassenzimmer scheint nun nicht mehr allzu weit entfernt
+
Der normale Alltag im Klassenzimmer scheint nun nicht mehr allzu weit entfernt. 

Weitere Lockerungen 

Schulen in Hessen: Grundschulen sollen zum Normalbetrieb zurückkehren 

Das Corona-Kabinett hat weitere Lockerungen beschlossen - auch für Hessens Grundschulen. Schon bald soll dort zum Normalbetrieb zurückgekehrt werden. 

Update, 10.06.2020: Das Corona-Kabinett hat weitere Entscheidungen zu Corona-Lockerungen getroffen. Diese betreffen auch die Grundschulen in Hessen. Wie Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Pressekonferenz am Mittwoch mitteilte, sollen die Grundschulen ab dem 22. Juni wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. Die Grundschulen werden somit wieder für alle Kinder geöffnet sein, auf die Abstandsregelungen werde verzichtet.

Die weiterführenden Schulen sollen bis zu den Sommerferien weiterarbeiten wie bisher, sagte Kultusminister Alexander Lorz auf Nachfrage. Man wolle mit den Grundschulen voranschreiten und die weitere Entwicklung der Corona-Infektionslage abwarten. 

Ginge es nach Lorz, so sollten alle Schulen wenn soweit möglich nach den Sommerferien wieder zum Regelbetrieb übergehen. Das werde aber je nach Lage erst im August beschlossen.

Update, 26.5.2020, 11.00 Uhr: Der hessische Landtag will sich ab heute mit Änderungen des Schulgesetzes befassen. Wegen der Corona-Pandemie hat es bereits zahlreiche neue Regeln für Schüler und Lehrer gegeben, die auch gesetzlich geregelt werden müssen. Dabei handelt es sich etwa um den Verzicht des Sitzenbleibens, wie Prüfungen durchgeführt werden und das Lernen zuhause. 

Zum Start der dreitägigen Plenarwoche soll es auch um Maßnahmen gehen, wie die Qualität der Studienbedingungen und der Lehre an den hessischen Hochschulen verbessert werden kann.

Update, 18.5.2020, 11.15 Uhr: Gut 515 000 Kinder in Hessen kehren heute an ihre Schule zurück. In einer ersten Phase kehrten am 27. April die Abschlussklassen zurück. Nun werden alle weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen und auch die Viertklässler der Grundschulen folgen. 

Das hessische Kultusministerium hat ein Konzept erarbeitet, mit dem die Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt werden sollen. Unter anderem gilt:

  • 1,50 Meter Abstand halten
  • Tische müssen entsprechend gestellt werden  
  • keine Berührungen oder Umarmungen 
  • gründliche Handhygiene 
  • Händewaschen oder Händedesinfektion 
  • Husten und Niesen in die Armbeuge 
  • Türklinken möglichst nicht mit der vollen Hand öffnen
  • regelmäßiges Lüften 
  • tägliche Reinigung etwa der Toilettenräume 
  • Abstandsmarkierungen auf dem Boden

    Für den Unterricht im Klassenraum ist das Tragen einer Abdeckung für Mund- und Nase nicht vorgeschrieben, aber möglich. Für den Gang durch das Schulgebäude sollte aber eine Alltagsmaske aufgesetzt werden.
    Das Kultusministerium schätzt, dass maximal 15 Schüler gleichzeitig im Klassenraum sein können. Schüler können also nur tageweise in verschiedenen Gruppen am Unterricht teilnehmen. Partner- und Gruppenarbeit sowie auch der Sportunterricht sind zunächst generell nicht möglich.Mit Beginn der heutigen Woche ist der Großteil der Schüler wieder in den Klassenräumen. Es fehlen insbesondere noch die Klassen 1 bis 3 an Grundschulen. Auch sie sollen aber Anfang Juni wieder die Möglichkeit haben, den Unterricht an Schulen zu besuchen.

    Update, 15.5.2020, 15.08 Uhr: Die strikten Regel des Lockdowns in Hessen werden in der Corona-Krise für ein Stück mehr Normalität weiter gelockert. Nachdem bereits Abschlussklassen an die Schulen zurückgekehrt sind, sollen ab Montag (18. Mai) zahlreiche weitere Kinder und Jugendliche in eingeschränkter Form wieder unterrichtet werden. Darunter sind Viertklässler und alle Schüler an weiterführenden Schulen. 

Eine Viertklässlerin aus Frankfurt wehrte sich indes beharrlich gegen eine Rückkehr auf die Schulbank. Mit einem Eilantrag vor Hessens oberstem Verwaltungsgericht stimmt sie dagegen. "Zur Begründung ihres Antrags beruft sie sich auf Belange des Infektions- und des Gesundheitsschutzes, die in Zeiten der Corona-Pandemie nicht hinreichend gewährleistet seien", erklärte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel (Aktenzeichen 8 B 1300/20.N). 

Heute teilte der Verwaltungsgerichtshof mit, dass die Schülerin ihren Eilantrag gegen die Schulpflicht wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen hat. Für die Schüler der vierten Klassen gilt ab Montag also wieder dieSchulpflicht

Das Mädchen hatte bereits im April eine Rückkehr der Viertklässler in hessische Grundschulen verhindert. Die Kasseler Richter gaben damals ihrem Antrag Recht und hoben die Schulpflicht für diesen Jahrgang auf. Die Viertklässler würden im Vergleich zu Schülern, denen aus Gründen des Infektionsschutzes der Schulbesuch weiter untersagt werde, ohne hinreichenden Grund ungleich behandelt, lautet die Begründung.

Update, 7.5.2020, 9.43 Uhr: Wann kehren Schulen in Hessen nach den Corona-Einschränkungen in den Regelbetrieb zurück? Diese Frage stellen sich aktuelle unzählige Eltern im Kreis. Ministerpräsident Volker Bouffier hat die Pläne nun bestätigt. "Wir sind uns alle einig: Es soll allen Schülern möglich gemacht werden, dass sie noch bis zum Ende ihres Schuljahres wieder in einen eingeschränkten Regelbetrieb gehen." Bedeutet im Überblick bisher: 

  • 18.5.2020: Sekundarstufe 1 und Viertklässler kehren zurück in Schule. Zeitgleich Einführungsphase der Sekundarstufe 2 und Intensivklassen
  • 18.5.2020: Weitere Öffnung der Berufsschulen und InteA-Klassen
  • 2.6.2020: Weitere Klassen der Grundschulen sollen folgen. Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs der Förderschulen orientiert sich an den Terminen der Grundschulen und der Sekundarstufen.

"Der Unterricht dort ist natürlich kein klassischer, normaler Unterricht", kündigt Bouffier an. Auch hier gelte weiterhin die Abstandsregel. Wie deren Umsetzung möglich sei, müsse von Schule zu Schule entschieden werden. Zudem gebe es Lehrer, die Risikogruppen angehören, mit denen man nicht rechnen könne. 

Schulen in Hessen: Lehrerin scheitert mit Eilrechtsschutzbegehren vor Gericht

Update, 06.05.2020, 11.35 Uhr: Lehrer müssen auch ohne einen ausgefeilten Hygieneplan an ihre Schule zurückkehren. Das Frankfurter Verwaltungsgericht lehnte ein sogenanntes Eilrechtsschutzbegehren einer Grundschullehrerin ab. Die Entscheidung der für Beamtenrecht zuständigen Kammer wurde am Mittwoch zugestellt. Die verbeamtete Lehrerin wollte verhindern, dass sie zum Präsenzunterricht herangezogen wird. Sie argumentierte, Land und Schulamt hätten bisher keinen hinreichenden Hygieneplan und kein hinreichendes Arbeitsschutzkonzept vorgelegt. (Aktenzeichen 9 L 1127/20.F) 

Die Kammer sah das anders: Die betreffende Schule habe sehr wohl Vorkehrungen getroffen, "um eine Gefährdung der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte hinreichend zu minimieren". 

Es handelt sich zwar um eine Einzelfallentscheidung, dürfte aber bundesweit in ähnlichen Fällen Beachtung finden. Dem Gericht zufolge kann die Antragstellerin nicht erwarten, "mit einem bis ins letzte ausgefeilten Hygieneplan eine Nullrisiko-Situation in der Schule anzutreffen". Sie kann gegen den Beschluss noch Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen.

Schulen in Hessen: Grundschüler sollen am 2. Juni an die Schulen zurückkehren 

Erstmeldung, 5.5.2020, 11.42 Uhr: In Hessen soll am 18. Mai für zahlreiche weitere Schüler wieder in eingeschränkter Form der Unterricht beginnen, darunter auch Viertklässler. Die übrigen Grundschüler sollen am 2. Juni an die Schulen zurückkehren, wie das Kultusministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitteilte.

Vom Verband Bildung und Erziehung warnt derweil vor überstürzten Entscheidungen: "Bei den letzten Gesprächen hieß es, erst nach 14 Tagen könnten die Auswirkungen der ersten Lockerungen gesehen und beurteilt werden. Es wäre also ein Widerspruch, wenn nach der Wiederaufnahme des Unterrichts am 27. April in Hessen schon acht Tage später die Rückkehr weiterer Schulklassen entschieden wird“, stellt der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann fest.

Wegen der Corona-Krise werden in Hessen derzeit nur die Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen unterrichtet.

Mit der neuen Ankündigung für den 18. Mai "bleiben wir in unserer Gesamtlogik, indem wir Schritt für Schritt von den älteren Schülern zu den jüngeren Schülern gehen", erklärt Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Der Schulbetrieb in diesem Schuljahr werde sich weiter aus Präsenztagen in der Schule und Lernen von zuhause aus zusammensetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare