Auf die Busse in Bischoffen und Hohenahr war geschossen worden.
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Auf die Busse in Bischoffen und Hohenahr war geschossen worden.

Erschreckender Vorfall

Schüsse auf Linienbusse bei Gießen: Deutlich mehr Fälle? Polizei sieht mögliches Motiv

Schüsse auf mehrere Linienbusse im Lahn-Dill-Kreis! Die Spur führt nach Gießen. Es gibt bereits Vermutungen zu den Hintergründen.

  • Schüsse auf Linienbusse nahe Herborn
  • In einem der Busse saßen Schüler
  • Verdächtiger kommt aus dem Kreis Gießen
  • Deutlich mehr Fälle? Ermittlungen ausgeweitet
  • Hintergrund in geschäftlicher Konkurrenzsituation?
  • Zunächst Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts

Update, 26.5.2020: Vier Monate nach den Schüssen auf zwei fahrende Linienbusse dauern die Ermittlungen an, sie wurden sogar ausgeweitet. Das bestätigt Polizeisprecher Guido Rehr. Insgesamt werden jetzt zehn Vorfälle untersucht, acht davon datieren aus dem Jahr 2019.

Im Januar 2020 hatte ein Busunternehmer aus dem Lahn-Dill-Kreis Anzeige erstattet, weil zwei seiner Wagen in der Gemeinde Bischoffen aus einem entgegenkommenden Auto heraus beschossen worden waren. Es blieb bei Sachschäden. Die ersten Ermittlungen führten zu einem 43-jährigen Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen. Er respektive sein Pkw waren von den beschossenen Busfahrern identifiziert worden. Als Motiv wird die geschäftliche Konkurrenzsituation angenommen. Der Mann kam in Untersuchungshaft, wurde aber wenig später gegen eine Kaution von 100 000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei ihm wurden der fragliche Pkw sowie mehrere Jagdwaffen sichergestellt. Diese besitzt der Mann legal; er geht auf die Jagd.

Untersucht werden laut Polizei nun acht weitere Fälle, in denen Busse beschossen wurden. Diese Taten ereigneten sich bereits im vergangenen Jahr. Da die Ermittlungen andauern, ist auch noch keine Anklage erhoben worden.

Gießen/Wetzlar: Überraschende Wende nach Schüssen auf Linienbus mit Schülern

Update, 27.1.2020: Nach Schüssen auf zwei Linienbusse vorvergangene Woche in Bischoffen und Hohenahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Wetzlar und die Kriminalpolizei Wetzlar weiter gegen einen 43-jährigen Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen. Allerdings wurde der Haftbefehl gegen ihn jetzt aufgehoben!

Umfangreiche Spurensuche, daraus resultierende Ermittlungsergebnisse sowie weitere technische Auswertungen lassen einen dringenden Tatverdacht wegen eines versuchten Tötungsdeliktes nicht mehr aufrechterhalten, teilten die Behörden gemeinsam am Montag mit. 

Gießen/Wetzlar: Haftbefehl nach Schüssen auf Linienbusse aufgehoben

Vielmehr gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass der 43-Jährige während der Fahrt aus seinem Fahrzeug heraus mit einer Zwille gegen die Scheiben der entgegenkommenden Busse schoss. 

Dabei wurden jeweils die Außenscheiben eines doppeltverglasten Fensters beschädigt. Geschosse drangen nicht ins Innere der Busse ein. In einem Fall handelte es sich um eine Leerfahrt, im zweiten Bus saßen Schüler. 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hob eine Haftrichterin des Amtsgerichts Wetzlar den Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts eines versuchten Tötungsdeliktes am Montag auf und gab zudem die hinterlegte Kaution in Höhe von 100 000 Euro frei.

Erstmeldung, 17.1.2020: Heftige Zwischenfälle an zwei Linienbussen im Lahn-Dill-Kreis. Bei Herborn sind zwei Fahrzeuge während der Fahrt beschossen worden. Konkret traf es Busse in Bischoffen und Hohenahr. Die Spur führt in den Landkreis Gießen. 

Was war passiert? Am späten Dienstagnachmittag meldete sich ein Busunternehmer bei der Herborner Polizei. Jeweils eine Scheibe von zwei Bussen wiesen Beschädigungen auf. Schnell war klar: Auf die Busse war geschossen worden! Die Fahrer der betroffenen Fahrzeuge erklärten, dass der Täter mutmaßlich beim Vorbeifahren aus einem entgegenkommenden Pkw geschossen hatte. 

Gießen/Wetzlar: Bei Schüssen saßen auch Schüler im Linienbus

Die Kugeln drangen nicht ins Innere der Linienbusse ein, doch zumindest in einem Fall saßen neben dem Busfahrer auch Schüler im Fahrzeug. Die Fahrer konnten erste Erkenntnisse zu einem konkreten Tatfahrzeug machen. Und das führte die Polizei letztlich auf eine vielversprechende Spur. 

Ein 43-Jähriger aus dem Kreis Gießen wurde inzwischen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Wetzlar erwirkte Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnung sowie die Arbeitsstelle des dringend Tatverdächtigen. Es wurden Schusswaffen gefunden, die der Verdächtige legal besitzen soll. Auch andere Gegenstände wurden sichergestellt. 

Gießen/Wetzlar: Verdacht des versuchten Tötungsdelikts nach Schüssen auf Busse

Ein Untersuchungshaftbefehl wurde wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ausgestellt. Sollte eine Kaution in Höhe von 100.000 Euro hinterlegt werden, könnte der Haftbefehl unter Auflagen außer Kraft gesetzt werden. Derzeit sitzt er in einer hessischen Untersuchungshaftanstalt ein.

Auch eine Vermutung zum Motiv hinter den Schüssen auf Linienbusse im Lahn-Dill-Kreis liegt bereits vor: Nach einer ersten Einschätzung von Polizei und Staatsanwaltschaft liegt der Hintergrund in einer geschäftlichen Konkurrenzsituation. Der Verdächtige ist ebenfalls im Busgewerbe tätig. 

red

In einem anderen Fall im Lahn-Dill-Kreis hat ein Mann auf das Haus seiner Nachbarn geschossen

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