Nur 15 Schüler pro Klassenraum

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Wiesbaden- Nur wenige Stunden nachdem die Oppositionspartei SPD in einer Pressemitteilung einen "Hygieneplan Corona" für Schulen gefordert hatte, verschickte das hessische Kultusministerium am Mittwochabend einen neun Seiten langen Hygieneplan. Hier im Detail, worauf Schulen nun zusätzlich achten und welche Vorkehrungen vor der Wiederaufnahme von Unterricht getroffen werden müssen:

Persönliche Hygiene:Schüler und Lehrer sind angehalten bei Corona-Infektionsanzeichen, zum Beispiel Fieber, trockener Husten, Atemprobleme, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns sowie Durchfall auf jeden Fall zu Hause zu bleiben. Schulen sollen einen Absonderungsraum einrichten. In diesem sollen Schüler, die Symptome zeigen, isoliert werden. Dieser Raum muss "grundsätzlich bereitgestellt" werden, wie es im Hygieneplan heißt. Nach der Isolierung des betroffenen Schülers soll so schnell wie möglich eine Freistellung und, bei Minderjährigen, die Abholung durch die Eltern erfolgen. Mögliche Infektionsfälle müssen umgehend dem Gesundheitsamt und dem Staatlichen Schulamt gemeldet werden.

Schutzmasken:Im Schulalltag ist auf einen Mindestabstand zwischen Personen von 1,5 Metern zu achten. Berührungen, Umarmungen und Händeschütteln ist untersagt. Das Kultusministerium empfiehlt zudem außerhalb des Unterrichts das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung. Eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.

Raumhygiene:Da ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden soll, müssen in den Klassenräumen die Tische entsprechend gestellt werden. Damit sind deutlich weniger Schüler pro Klassenzimmer zugelassen. "Abhängig von der Größe des Klassenraums sind das in der Regel maximal 15 Schülerinnen und Schüler", heißt es im Hygieneplan des Kultusministeriums. Schüler dürfen sich zudem nicht direkt gegenüber sitzen. Es darf kein "Face-to-Face-Kontakt" bestehen. Klassen dürfen den Unterrichtsraum nur noch für Fachunterricht wechseln, zum Beispiel in Chemie, wo Versuche nicht im normalen Klassenraum möglich sind. Partner- der Gruppenarbeit sind nicht gestattet.

Sanitärbereich:In allen Schultoilettenräumen müssen Flüssigseifenspender und Einmalhandtücher bereitgestellt und regelmäßig aufgefüllt werden. Schulen sollen genug davon "vorhalten", sich also einen Vorrat anlegen. In den Pausen muss vor jedem Toilettenraum eine Lehrkraft stehen, die aufpasst, dass nicht zu viele Schüler auf einmal den Raum betreten. Ebenso sind Schulen angehalten, mit einem Aushang an der Toiletteneingangstür die Schüler darauf hinzuweisen. Wie viele Schüler gleichzeitig maximal einen Toilettenraum betreten dürfen, schreibt der Plan des Kultusministeriums nicht vor. Die Zahl hänge von der "Größe des Sanitärbereichs" ab.

Schulpausen:Auch in den Pausen muss darauf geachtet werden, dass alle den Abstand zueinander einhalten. Um sicherzustellen, dass es nicht doch irgendwo zu Raufereien oder Gruppenbildungen kommt, werden Schulen nicht umhinkommen, viel mehr Lehrkräfte als sonst üblich für die Aufsicht abzustellen. Deshalb empfiehlt der Hygieneplan des Kultusministeriums, die Aufsicht der Lehrkräfte entsprechend "anzupassen". Ein Kioskverkauf darf in den Pausen nicht angeboten werden. Im Übrigen muss auch im Lehrerzimmer auf den Abstand geachtet werden.

Sportunterricht:Sportunterricht darf nicht stattfinden, ausgenommen sind "die sportpraktischen Teile der Abiturprüfung im Fach Sport". Auf Singen im Musikunterricht muss verzichtet werden. Es dürfen zudem keine Proben von Schulchören stattfinden.

Befreiung:Lehrer und Schüler, die gemäß eines ärztlichen Attests "bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt sind", müssen nicht in die Schule gehen. Gleiches gilt für Personen, die mit Angehörigen einer Risikogruppe in einem Haushalt leben.

Wegeführung:Schüler dürfen nicht alle über die gleichen Wege in die Schule und ihre Klassenräume gelangen. Schulen sind angehalten, "ein den spezifischen räumlichen Gegebenheiten angepasstes Konzept zur Wegeführung zu entwickeln". Florian Quanz

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