Kunden desinfizieren ihre Hände am Eingang eines Textilgeschäfts auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil. Mit den neuen Lockerungen entfällt unter anderem die Verkaufsflächenbegrenzung von 800 Quadratmetern für Einzelhandelsläden. FOTO: DPA
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Kunden desinfizieren ihre Hände am Eingang eines Textilgeschäfts auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil. Mit den neuen Lockerungen entfällt unter anderem die Verkaufsflächenbegrenzung von 800 Quadratmetern für Einzelhandelsläden. FOTO: DPA

Schrittweise zum Alltag zurück

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Die strengen Abstands- und Hygieneregeln gelten in der Coronavirus- Pandemie weiter. Doch es gibt zahlreiche Lockerungen, die einige Bereiche des öffentlichen Lebens betreffen.

Die Menschen in Hessen kommen in der Corona-Krise der Normalität schreitweise näher. Nach harten Einschränkungen zuletzt gibt es seit dem Wochenende viele Lockerungen - wenn auch unter Auflagen. So entfiel vor dem Muttertag am Sonntag die Verkaufsflächenbegrenzung von 800 Quadratmetern im Einzelhandel. Damit ist Shoppen seit Samstag in großen Geschäften wieder möglich. Auch Freizeitsport ist teilweise wieder drin. Größere Verstöße gegen die gelockerten Beschränkungen wurden kaum festgestellt. Allerdings machten an einigen Orten Demonstranten ihrem Unmut Luft. Der Überblick vom Wochenende:

Proteste:In Wiesbaden versammelten sich am Sonntagnachmittag etwa 190 Menschen auf dem Dern’schen Gelände. Die Polizei beendete nach eigenen Angaben die nicht angemeldete Versammlung. Die Teilnehmer, die den Mindestabstand eingehalten hätten, "stellten ihre ablehnende Haltung zu den Pandemie-bedingten Einschränkungen" dar, teilte die Polizei mit.

Mehr als 500 Demonstranten protestierten am Samstag in Frankfurt gegen die Corona-Regeln. Sie zogen mit Transparenten durch die Innenstadt und riefen "legt den Maulkorb ab", "schließt Euch an" und "Widerstand". Nach Polizei-Angaben handelte es sich um eine nicht angemeldete Kundgebung. Zeitweise hätten sich mehr als 500 Menschen beteiligt, der Mindestabstand von 1,5 Meter zur nächsten Person sei zum Teil unterschritten worden.

In der Fuldaer Innenstadt protestierten am Samstag rund 20 Demonstranten gegen die Beschränkungen. Auf dem Uniplatz versammelten sich zugleich zeitweise bis zu 400 Menschen, die teils gegen die angemeldete Versammlung protestiert haben oder Fußgänger waren, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitteilte. Die Einhaltung der Abstandsregeln sei nur schwer umsetzbar gewesen. Die Veranstalterin beendete die Versammlung laut Polizei nach etwa einer halben Stunde selbst.

Im Limburg trafen sich am Samstag laut Polizei 60 bis 70 Menschen in der Altstadt zu einer nicht angemeldeten Versammlung. Die Gruppe sei "eng geschlossen und schweigend" durch die Altstadt gezogen. Die Polizei stoppte sie nach eigenen Angaben und erteilte den Teilnehmern mit Verweis auf die bestehenden Abstandsregelungen Platzverweise. Einige der Teilnehmer versammelten sich danach noch einmal auf dem Limburger Neumarkt, auch hier erteilte die Polizei Platzverweise.

Fallzahlen:Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus kratzt in Hessen an der 9000er Marke. Wie das Sozialministerium am Sonntagmittag mitteilte, wurden bislang 8992 Fälle im Land registriert. Das waren 45 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, stieg um einen auf insgesamt 411. Im Fokus stehen auch die regionalen Fallzahlen. Bei einem Überschreiten der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen müssen Landkreise und kreisfreie Städte wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens verhängen. Von dieser Obergrenze waren hessische Städte und Kreise weit entfernt.

Freizeitsport:Ist wieder möglich, wenn er kontaktfrei und mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen einzelnen Personen ausgeübt werden kann. Der Landessportbund geht allerdings davon aus, dass die meisten Vereine frühestens am Montag wieder starten werden. In vielen Fällen müssten erst Hygienekonzepte umgesetzt werden. Außerdem müsse geklärt werden, welche Sportstätten ab welchem Zeitpunkt wieder geöffnet sind.

Museen:Kunstfreunde durften am Samstag erstmals nach der Zwangsschließung das Frankfurter Städelmuseum besuchen. Es gab nach Angaben einer Sprecherin aber keinen übermäßigen Besucheransturm. "Die Menschen tasten sich heran an die neue Normalität."

Hochschulen:Hessische Hochschulen können nach den jüngst beschlossenen Lockerungen entscheiden, ob sie wieder Lehrveranstaltungen vor Ort anbieten. Präsenzveranstaltungen sind nach den Vorgaben des Landes nun "grundsätzlich wieder möglich, gleichzeitig sollten Online-Angebote weiterhin genutzt werden". Die Unis fokussieren sich nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur vorerst auf digitale Lehrangebote oder prüfen das weitere Vorgehen.

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