Schlangen vor Testcentern

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Wiesbaden/Frankfurt- An den kommerziellen Corona-Testcentern in Hessen haben sich nach Angaben des Wiesbadener Sozialministeriums am Wochenende lange Schlangen gebildet. Am Frankfurter Flughafen betrug die Wartezeit am Samstag mehr als vier Stunden, wie der Betreiber Centogene auf seiner Website mitteilte. Er empfahl am Sonntag, möglichst früh am Tag zu erscheinen, sich vorab online zu registrieren und sich vor dem Besuch des Testzentrums auf der Internetseite über die aktuellen Wartezeiten zu informieren. Eventuell könne man auf Wiesbaden oder von diesem Montag an wieder auf das Testzentrum im Einkaufszentrum "MyZeil" ausweichen.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) warnte die Menschen davor, sich zu sehr auf Testergebnisse zu verlassen. "Tests sind nur Momentaufnahmen und bringen keine absolute Sicherheit, schon gar nicht für einen Besuch an den Weihnachtstagen", sagte er. Auch ein negatives Ergebnis entbinde nicht von der Pflicht, die geltenden Hygiene- und Kontaktregeln einzuhalten. "Für dieses Jahr führt an Weihnachten kein Weg an besonderer Umsicht und Verantwortung und damit an Beschränkungen vorbei", sagte Klose.

Die Kassenärztliche Vereinigung bietet in ihren Testcentern in Hessen kostenlose Test an. Daneben gibt es zahlreiche kommerzielle Anbieter, bei denen ein Test bezahlt werden muss. Centogene testet nach eigenen Angaben an Deutschlands größtem Flughafen täglich mehr als 4000 Menschen.

Unterdessen sind in Hessen weitere 36 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Damit stieg landesweit die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie auf 2121, wie aus den Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag hervorgeht. Im Vergleich zum Vortag infizierten sich weitere 2019 Menschen nachweislich mit dem Virus. Die sogenannte Inzidenz - also die Zahl von Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen - lag bei 201,0.

Den höchsten Wert hatte der Odenwaldkreis mit 368,4. Es folgten der Main-Kinzig-Kreis (306,8) und der Vogelsbergkreis (286,9). Von Kommunen selbst gemeldete Werte können von den RKI-Zahlen abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums in Wiesbaden.

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen hat der Kreis Bergstraße von diesem Montag an eine nächtliche Ausgangsbeschränkung für die Zeit zwischen 21 Uhr und 5. Uhr erlassen. Die Regelung gelte vorerst bis zum 18. Januar 2021, teilte die Verwaltung mit. Auch die Landkreise Waldeck-Frankenberg und Darmstadt-Dieburg haben von diesem Montag an eine solche Ausgangsbeschränkung erlassen. Der Kreis Groß-Gerau hob sie wegen aktuell guter Zahlen wieder auf. dpa

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