Schlag gegen Zigarettenmafia

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Frankfurt- Mehr als ein Jahr dauerten die Ermittlungen, nun ist der Frankfurter Zollfahndung ein Schlag gegen die internationale Zigarettenmafia gelungen. Insgesamt werde gegen 18 Beschuldigte aus Deutschland, Ungarn, Kirgisistan und der Ukraine ermittelt, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Sie sollen unversteuerte Zigaretten aus der Ukraine über Ungarn nach Deutschland gebracht und von hier aus weiter nach Großbritannien geschmuggelt haben. Zu den acht Festgenommenen zählen auch die mutmaßlichen Drahtzieher der illegalen Geschäfte in Ungarn und im Landkreis Passau, für die ein Haftbefehl vorlag. Die Ermittler gehen von insgesamt rund 22 Millionen unversteuerten Zigaretten und einem Steuerschaden in Höhe von etwa 3,4 Millionen Euro aus.

Bei einem Einsatz Ende Januar im nordrhein-westfälischen Elsdorf wurden acht Verdächtige vorläufig festgenommen. Neben Bargeld in Höhe von rund 130 000 Euro und Waffen seien rund eine Million unversteuerte Zigaretten sichergestellt worden. Die Zigaretten wurden nach Angaben der Ermittler in Lagerhallen in Hattersheim und Dieburg (Hessen), Ortenburg (Landkreis Passau) und Elsdorf genutzt.

Als Tiefkühlware getarnt

Zuvor hatte bereits im März 2019 der französische Zoll im Hafen von Calais knapp eine Million unversteuerter Zigaretten sichergestellt, die ebenfalls den Ladungen der mutmaßlichen Schmuggler zugeordnet werden.

Getarnt waren die Ladungen jeweils als tiefgekühlte Lebensmittel. Dabei sollen sich die Schmuggler auch namhafter Logistikunternehmen bedient hatten, die keine Ahnung von der im Fahrzeug versteckten "heißen Ware" hatten.

"Die Gewinne aus den illegalen Zigarettengeschäften wurden teilweise in Immobilien in Deutschland und Ungarn investiert", sagte der Sprecher der Zollfahndung. dpa

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