Schlachtkapazität in Region über dem Bedarf

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Wiesbaden- Hessens Landesregierung will die regionalen Schlachtkapazitäten erhalten und ausbauen. Ziel ist nach Angaben des Agrarministeriums in Wiesbaden, den Absatz von regionalen Produkten zu fördern und gleichzeitig eine stressfreie Schlachtung mit möglichst kurzen Transportwegen zu ermöglichen. Da die vorhandenen Schlachtkapazitäten in Hessen jedoch deutlich über dem Bedarf lägen, müssten neben dem Erhalt von Schlachtstätten vor allem auch die Vermarktungsstrukturen und der Absatz gefördert werden.

In Hessen gibt es rund 490 Schlachtbetriebe. Die Betriebe sind nach Angaben des Agrarministeriums überwiegend handwerklich strukturiert und verfügen über nur geringe Schlachtkapazitäten. Dabei seien viele Metzgereien mit eigener Schlachtung. Die 28 größeren hessischen Schlachtbetriebe verfügten über eine Schlachtkapazität von 53 000 Rindern, 270 000 Schweinen sowie 442 000 Schafen und 28 Millionen Stück Geflügel pro Jahr.

Die vorhandenen Kapazitäten könnten allerdings wegen der tatsächlichen Nachfrage nicht in vollem Umfang genutzt werden. Daher betrage die Auslastung der 28 größeren hessischen Schlachtbetriebe bei der Schweineschlachtung lediglich rund 50 Prozent, bei Rindern liege sie deutlich darunter. Die Kapazitäten für Schafe würden zu rund 70 Prozent ausgelastet, teilte das Ministerium mit.

Der hessischen Bauernverband hatte zuvor gemahnt, dass der coronabedingte Stillstand beim Fleischproduzenten Tönnies in Nordrhein-Westfalen auch negative Folgen für hessische Bauern habe. Durch die zeitweise Schließung des Großbetriebs fehlten Schlachtkapazitäten, es seien zu viele Schweine auf dem Markt. Zudem hätten auch einige hessische Bauern Schwierigkeiten, einen Schlachter für ihre Tiere zu finden.

Nach den Corona-Fällen in Schlachtbetrieben hatten Kontrollen in hessischen Fleischbetrieben zuletzt keine größeren Mängel zutage gebracht. Anfang Juni waren insgesamt 19 Betriebe von den Arbeitsschutzdezernaten untersucht worden. Die wenigen Mängel hinsichtlich Arbeits- sowie Infektionsschutz hätten durch direkte Gespräche und im Einzelfall durch entsprechende Schreiben beseitigt werden können, erklärte eine Sprecherin des zuständigen Sozialministeriums. dpa

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