Saisonüblich mehr Jugendliche ohne Job

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Nürnberg/Gießen (rüg/dpa). Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt zeigt auch zum Beginn der Sommerferien noch ihre Wirkung: Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Deutschland ist im Juni gegenüber dem Mai erneut um knapp 40 000 auf rund 2,28 Millionen Menschen gesunken. Auch für Hessen kann die Arbeitsagentur eine positive Halbjahresbilanz ziehen. Knapp 152 000 Menschen waren arbeitslos gemeldet, gut 1400 weniger als im Vorjahresmonat. Abweichend davon hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur Gießen um zwölf Personen leicht auf 15 793 erhöht.

Nürnberg/Gießen (rüg/dpa). Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt zeigt auch zum Beginn der Sommerferien noch ihre Wirkung: Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Deutschland ist im Juni gegenüber dem Mai erneut um knapp 40 000 auf rund 2,28 Millionen Menschen gesunken. Auch für Hessen kann die Arbeitsagentur eine positive Halbjahresbilanz ziehen. Knapp 152 000 Menschen waren arbeitslos gemeldet, gut 1400 weniger als im Vorjahresmonat. Abweichend davon hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur Gießen um zwölf Personen leicht auf 15 793 erhöht.

"Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, gestern bei der Vorstellung der monatlichen Zahlen in Nürnberg. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben erneut abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter lebhaft. Allerdings hat sich die Dynamik am Arbeitsmarkt zuletzt leicht abgeschwächt."

Europäischen Krisen getrotzt

Gegenüber dem Mai sank die Arbeitslosenquote leicht von 5,1 auf 5,0 Prozent. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse ist für den Juni ein Rückgang um 15 000 Arbeitslose im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren rund 197 000 Menschen weniger erwerbslos.

"Der Arbeitsmarkt hat sich bisher resistent gegenüber europäischen Krisen wie dem Brexit oder dem derzeit diskutierten Handelskonflikt mit den USA gezeigt", sagte Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. "Auch wenn die Stimmung laut der neuesten Indizes eingetrübt ist, gehen wir nicht davon aus, dass sich dies kurzfristig auf dem hessischen Arbeitsmarkt bemerkbar macht." Die Arbeitslosenquote verblieb bei 4,5 Prozent – der niedrigste Stand in einem Juni seit 1981. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren es run 12 000 Erwerbslose weniger. Zwar hat sich der Zugang an Stellen gegenüber dem Vorjahr leicht verringert, der Bestand an offenen Stellen ist aber nach wie vor konstant. In fast allen Wirtschaftszweigen gab es einen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse.

Die hessischen Arbeitgeber meldeten deutlich mehr Lehrstellen als noch vor einem Jahr. Mit 34 684 sind es bislang 4,4 Prozent mehr als im Juni 2017. 15 745 davon waren noch unbesetzt, knapp neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im Juni waren 14 622 Menschen mit einem Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet und somit nur leicht mehr (plus 0,7 Prozent) als im Vorjahr. 37 396 zählten im Berichtsmonat als Arbeit suchend (plus 5,5 Prozent zu 2017). "Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt legt eine kleine Sommerpause ein", kommentierte Eckart Schäfer, Leiter der Agentur für Arbeit Gießen, die Situation auf dem mittelhessischen Arbeitsmarkt. Nach den sinkenden Arbeitslosenzahlen der vergangenen Monate sei diese Entwicklung zur Jahresmitte saisonüblich.

Aufgrund des frühen Beginns der Sommerferien in diesem Jahr, meldeten sich schon einige junge Menschen nach Ende der Schul- oder Ausbildungszeit arbeitslos. Im kommenden Monat sei mit einem weiteren moderaten Anstieg der Erwerbslosigkeit bei diesem Personenkreis zu rechnen. Der hohe Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen zeige aber weiterhin die positive Verfassung des regionalen Arbeitsmarktes.

Im Juni ging die Zahl der neu gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen im Bereich der Arbeitsagentur Gießen zurück, blieb jedoch weiterhin auf einem hohem Niveau. Arbeitgeber meldeten den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau im abgelaufenen Monat insgesamt 1485 neue Stellen. Dies waren 250 Stellen weniger im Vergleich zum Vormonat Mai und 370 Stellen weniger als im Juni 2017. Der Stellenbestand hat leicht zugenommen. Im Juni wurden 6391 Arbeitsstellen verzeichnet. Das waren 15 Stellen mehr als im Mai und 34 Stellen mehr als im Vorjahresmonat.

Während die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Gießen und im Vogelsbergkreis im Juni sank, stieg sie im Wetteraukreis an. Im Kreis Gießen waren im Juni insgesamt 7302 Menschen erwerbslos gemeldet, 68 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,7 Prozent. Damals waren 797 Menschen mehr registriert.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen um 138 Personen auf jetzt 6456 gestiegen. Die Quote erhöhte sich um 0,1 auf 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 343 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Juni gesunken. 2035 Personen waren arbeitslos gemeldet, 58 weniger als noch im Mai. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf nun 3,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 356 Erwerbslose mehr gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,1 Prozent.

Anhaltend hoher Personalbedarf

Nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) muss mehr für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen getan werden. Ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die ihren Job verlören, landeten direkt im Hartz-IV-System, kritisierte der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Michael Rudolph.

Auch Hessens Arbeitgeber mahnten eine intensivere Betreuung von Menschen an, die ein Jahr und länger keinen Job finden. "Angesichts eines anhaltend hohen Personalbedarfs sind alle Jobcenter in Hessen gefordert, noch viel mehr Langzeitarbeitslose in Hessen in Beschäftigung zu führen", sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

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