"Runder Tisch" für "Grube Fortuna" angeregt

Solms/Wetzlar (pm). "Die Sicherheit unserer Gäste hat absoluten Vorrang, da gibt es keine Entscheidungsspielräume": Damit bekräftigte Landrat Wolfgang Schuster (SPD) seinen Entschluss, den Unter-Tage-Bereich des Besucherbergwerks "Grube Fortuna" bei Oberbiel in diesem Jahr nicht mehr für den Besucherverkehr freizugeben.

Solms/Wetzlar (pm). "Die Sicherheit unserer Gäste hat absoluten Vorrang, da gibt es keine Entscheidungsspielräume": Damit bekräftigtee Landrat Wolfgang Schuster (SPD) seinen Entschluss, den Unter-Tage-Bereich des Besucherbergwerks "Grube Fortuna" bei Oberbiel in diesem Jahr nicht mehr für den Besucherverkehr freizugeben (die AZ berichtete).

Zugleich warb der Landrat um Verständnis für die Maßnahme: "Wir wissen sehr wohl um die besondere Bedeutung der Grube, doch wollen wir ganz sicher gehen, dass die ‘Fortuna’ alle Anforderungen erfüllt, die heute an ein Besucherbergwerk gestellt werden", so Schuster. Mit der technischen Betriebsleitung des Besucherbergwerks sei man sich einig darüber, dass der bisherige Notausstieg über eine 110 Meter hohe Leiter nicht mehr zu verantworten ist. Kleine Kinder, ältere Menschen und Ungeübte hätten kaum eine Chance herauszukommen. Ein Sicherheitsgutachten soll deshalb Alternativen aufzeigen. "Wenn das Gutachten vorliegt, werden wir dies eingehend prüfen und diskutieren. Von einer endgültigen Schließung kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede sein", stellte Schuster in einer Pressemitteilung klar. Zudem betonte der Landrat, dass das Feld- und Grubenbahnmuseum und die Grubengaststätte "Zum Zechenhaus" von der vorübergehenden Schließung nicht betroffen sind.

Auch bemühten sich die Verantwortlichen des Lahn-Dill-Kreises darum, weitere Angebote für die Besucher über Tage zu entwickeln.

Unterdessen hat die CDU-Kreistagsfraktion Regierungspräsident Dr. Lars Witteck gebeten, kurzfristig einen "Runden Tisch" einzuberufen. Ziel müsse es sein, so Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer (MdL), einen Weiterbetrieb zu ermöglichen. Die "Fortuna" sei aus Sicht der Union ein wichtiges Industriedenkmal in der Region das verdeutliche, unter welch schwierigen Bedingungen Menschen über viele Jahrzehnte arbeiten mussten. Sie hätten damit auch einen großen Beitrag zur Industriegeschichte des heimischen Raumes geleistet. Bei allem Verständnis für finanziell notwendige Überlegungen dürfe man nicht aus kurzfristigen Berechnungsüberlegungen heraus ein Kulturdenkmal "untergehen" lassen. Eine Schließung mache auch keinen Sinn, wenn man bedenke, dass kürzlich ein Geopark ins Leben gerufen wurde und das Konzept eines Rohstoffhauses auf dem "Fortuna"-Gelände weit fortgeschritten sei.

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