+
Opel plant wieder einen großangelegten Abbau von Jobs. Bis 2023 könnten 4100 Stellen betroffen sein.

„Überkapazitäten“ abbauen

Opel will tausende Stellen abbauen –  Rüsselsheim wohl besonders betroffen 

  • schließen

Opel will erneut an deutschen Standorten Stellen abbauen. Bis zu 4100 Stellen sind gefährdet. Geplant ist ein sogenanntes Freiwilligenprogramm. In Rüsselsheim sollen die meisten Beschäftigten gehen.

  • Opel will am Standort Deutschland 2100 Jobs abbauen
  • Außerdem sichert Opel sich die Option zusätzlich nochmals 2000 weitere Jobs zu streichen
  • Ein Großteil der Stellen könnten in Rüsselsheim wegfallen

Update vom Dienstag, 14.01.2020, 13.37 Uhr: Nachdem Informationen über einen großangelegten Abbau von Jobs bei Opel publik wurden, hat das Unternehmen am Stammsitz in Rüsselsheim jetzt weitere Details veröffentlicht. Wie die dpa angibt, werden insgesamt 2100 Jobs abgebaut. Das Montagewerk in Rüsselsheim soll gesichert werden – und zwar durch zusätzliche Astra-Varianten und ein Hybrid-Modell ab 2021 im Zweischichtbetrieb.

Opel: Bis 2023 könnten insgesamt 4100 Jobs in Gefahr sein

Außerdem sicherte sich Opel die Option zum weiteren Stellenabbau. Nach Informationen der dpa könnten in 2022 und 2023 noch einmal jeweils 1000 Jobs wegfallen. Es könnten also bis 2023 insgesamt 4100 Jobs abgebaut werden.

 Für die verbliebenen Mitarbeiter würde der Kündigungsschutz anschließend bis Mitte 2029 verlängert, bei voller Ausnutzung des Programms. Diese Vereinbarungen gelten, so die dpa, für Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. Da am Stammsitz in Rüsselsheim über 75 Prozent der Opel-Mitarbeiter beschäftigt sind, kann der Stellenabbau hier besonders massive Folgen haben.

Opel Rüsselsheim: Nach Insidern Stammsitz vom Stellenabbau besonders betroffen

Erstmeldung vom Dienstag, 14.01.2020, 7.39 Uhr: Rüsselsheim – Der Autobauer Opel plant nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ einen weiteren Stellenabbau an seinen deutschen Standorten. Angepeilt werde ein Abbau „im niedrigen vierstelligen Bereich“, berichtete das Magazin am Montag (13.01.2020). Überkapazitäten gebe es beispielsweise im Werkzeug- und Prototypenbau.

Die „Allgemeine Zeitung Mainz“ schrieb, es gehe um den Abbau von rund 2000 Stellen bis 2025. Dazu solle das Freiwilligenprogramm wieder geöffnet werden, über das Beschäftigte mit Vorruhestand, Altersteilzeit und Abfindungen das Unternehmen verlassen können. Insidern zufolge werde der Löwenanteil dabei auf den Stammsitz Rüsselsheim entfallen.

Opel will 2000 Stellen abbauen

Zugleich habe das Unternehmen den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen um zwei Jahre bis Mitte 2025 verlängert, hieß es in den Berichten. Mit dem Betriebsrat sei eine entsprechende Eckpunktevereinbarung geschlossen worden, die in einem Tarifvertrag abgesichert werden soll.

Die Belegschaft soll dem Bericht zufolge an diesem Dienstag (14.01.2020) über die Details informiert werden. Sprecher von Opel und der IG Metall Mitte wollten den Bericht am Montag auf Nachfrage nicht kommentieren.

PSA übernahm Opel 2017 

Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 übernommen und trimmt den Traditionshersteller mit Stammsitz in Rüsselsheim seither auf Effizienz. In den deutschen Opel-Werken unterzeichneten mehr als 6000 Beschäftigte Verträge zu Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen. 

Umweltschützer warnen - auch Opel betroffen

Derweil warnen Umweltschützer vor einem aus ihrer Sicht bisher unbeachteten Problem bei Diesel-Autos, das auch den Opel-Konzern betrifft: Die Feinstaubwerte könnten während der Reinigung von Partikelfiltern im Fahrbetrieb drastisch in die Höhe schnellen, meldete der Verband Transport&Environment am Montag nach eigenen Tests. Die Reinigung könne auch im Stadtverkehr vorkommen und bis zu 15 Kilometer Fahrtstrecke dauern. Bei 45 Millionen Diesel mit Partikelfilter in Europa gebe es pro Jahr zu 1,3 Milliarden Reinigungsvorgänge.

T&E hatte Labortests bei zwei häufig verkauften Diesel-Modellen in Auftrag gegeben. Während der Filterreinigung hätten beide Modelle die Grenzwerte für Feinstaubpartikel um 32 bis 115 Prozent überschritten. „Diese Tests zeigen, dass die neuen Dieselfahrzeuge immer noch nicht sauber sind“, meinte T&E-Expertin Anna Krajinska. „Tatsächlich stoßen sie in unseren Städten und auf Autobahnen jeden Tag große Mengen gefährlichen Feinstaubs aus.“

Opel kommentiert Bericht nicht

Feinstaub wird für Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf und Atemerkrankungen verantwortlich gemacht. Mit der Einführung von Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge wurde deren Ausstoß drastisch gesenkt - als Hauptproblem beim Diesel galten danach vor allem die Stickoxide. Während der Reinigungszyklen wirken die Partikelfilter jedoch laut T&E nicht wie gewohnt.

Der Hersteller Opel, dessen Modell Astra zu den getesteten Wagen gehörte, wollte den Bericht nicht kommentieren. Man kenne die Details der Untersuchung nicht, erklärte ein Sprecher in Rüsselsheim. (red mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare