Kein Betrieb. Bordelle bleiben in Hessen in Corona-Zeiten auch weiterhin geschlossen. FOTO: DPA
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Kein Betrieb. Bordelle bleiben in Hessen in Corona-Zeiten auch weiterhin geschlossen. FOTO: DPA

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Ein milliardenschweres Hilfspaket soll helfen, die Folgen der Corona-Krise in Hessen zu bewältigen. Auf künftige Normalität setzen die Beratungen von Experten über die hessischen Schulen nach den Sommerferien. Bordelle dagegen dürfen auch weiterhin nicht öffnen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht von der größten Wirtschaftskrise nach dem Krieg als Auswirkung der Corona-Krise. Um Bewältigungsstrategien ging es am Dienstag. Auch über die Zukunft der Schulen wurde beraten. Mit einem Finanzpaket von historischem Ausmaß will Hessen die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen (siehe auch weiteren Bericht auf dieser Seite). Aus dem geplanten Sondervermögen in Höhe von zwölf Milliarden Euro sollen bis Ende 2023 vor allem Steuerverluste des Landes und der Kommunen ausgeglichen werden, teilte die Landesregierung am Dienstag mit.

Bordelle weiter geschlossen- Leere in den Bordellen. Und das bleibt auch so: Die Richter des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs lehnten am Dienstag den Eilantrag einer Bordellbetreiberin aus Offenbach ab, die sich gegen die Pandemie-Beschränkungen des Landes Hessen gewehrt hatte. Die Schließung seien angesichts des "nach wie vor fragilen epidemiologischen Geschehens" sowie des für Bordelle typischerweise schnell wechselnden Aufenthalts von Personen gerechtfertigt und verhältnismäßig. Der Beschluss ist unanfechtbar (Aktenzeichen: 8 B 1446/20.N). Die Klägerin argumentierte, dass ein absolutes Betriebsverbot nicht länger zu rechtfertigen sei und verwies auf die bereits geöffneten Friseurbetriebe, Massagesalons und Fitnessstudios.

Infektionen- In Hessen gibt es mittlerweile 10 237 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl habe sich gegenüber dem Vortag um 30 Fälle erhöht, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden am Dienstag mit (Stand 14 Uhr). Die Zahl der mit dem Erreger in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg erneut nicht weiter an und verharrte bei 484.

Leere Arztpraxen- In der Corona-Krise hat beinahe jeder fünfte Hesse trotz Krankheitssymptomen auf einen Arztbesuch verzichtet. Dies ergab eine repräsentative Umfrage, die die AOK Hessen in Auftrag gegeben hatte. Nach den am Dienstag veröffentlichten Daten sagten elf Prozent der Befragten, sie hätten in den vergangenen drei Monaten gesundheitliche Probleme gehabt, bei denen sie normalerweise einen Arzt aufgesucht hätten. Weitere sieben Prozent gaben an, dies sei mehrmals vorgekommen. Bei den fraglichen gesundheitlichen Problemen handelte es sich ausdrücklich nicht um Grippe-, Erkältungs- oder Covid-19-Symptome.

Schulen- Ein Expertengremium berät seit Dienstag darüber, wie der Unterricht an Hessens Schulen nach den Sommerferien angesichts der Corona-Pandemie organisiert werden kann. Dabei geht es nach Angaben des Kultusministeriums um Antworten auf die Frage, in welcher Form die Schulen zu einem weitgehenden Regelbetrieb zurückkehren können. "Unser Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu finden, damit möglichst alle Schülerinnen und Schüler zügig wieder an fünf Tagen in der Woche in die Schule gehen können", erklärte Kultusstaatssekretär Manuel Lösel in Wiesbaden. Das Gremium berate über Leitlinien, die den Schulen beim Start ins kommende Schuljahr helfen sollen. Unabhängig vom Ausgang der Beratungen sei schon jetzt klar, dass der Unterricht auch nach den Sommerferien ein anderer sein werde als noch vor Ausbruch der Pandemie, erklärte Lösel.

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