Zu teuer

Riesenkosten für Theater sind Frankfurt zu viel

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Fast eine Milliarde Euro soll die Sanierung von Schauspiel und Oper in Frankfurt kosten. Der Stadt ist das zu viel. Sie will ein neues Gutachten.

Eine Arbeitsgruppe der Stadt habe erhebliche Einsparpotenziale ermittelt, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) im Kulturausschuss. Ein an der städtischen Peripherie errichtetes »Logistikzentrum« für Werkstätten und Probebühnen könne spürbare Entlastung für die in die Jahre gekommene Theaterdoppelanlage bringen.

Die Kommission sei auch zum Ergebnis gekommen, dass eine Sanierung oder ein Neubau nur am jetzigen Standort am Willy-Brandt-Platz in Frage komme. »Es gibt keine verfügbaren Grundstücke in der Innenstadt«, sagte Hartwig zur Begründung.

Schließung droht nicht

Im Juni hatte nach fast zwei Jahren Arbeit ein umfangreiches Gutachten den Sanierungsbedarf von Schauspiel und Oper auf rund 890 Millionen Euro geschätzt. Die gewaltige Summe hatte über Frankfurt hinaus für Aufsehen gesorgt. Die Theateranlage stammt aus dem Jahr 1963 und gilt schon länger als renovierungsbedürftig.

Ein akute Schließung des Hauses etwa aus Gründen des Brandschutzes drohe aber nicht, sagte Hartwig. Dies habe ihr der Frankfurter Feuerwehrchef versichert. »Wir haben Zeit gewonnen.« Ob letztlich die Sanierung der alten Anlage oder ein kompletter Neubau an jetziger Stelle die bessere Lösung sei, müssten externe Gutachter ermitteln.

Hessen um Hilfe gebeten

Beim Neubau müssten die Bühnen auf Interims-Spielstätten ausweichen. Dafür machte die Arbeitsgruppe der Stadt ebenfalls Vorschläge. Die Kulturdezernentin sprach von einer »Riesenaufgabe«. Sie rechnet damit, dass neue Zahlen zu den Kostenvarianten in etwa einem halben Jahr vorliegen. Hartwig warb zugleich um finanzielle Unterstützung des Landes Hessen bei der Sanierung der Frankfurter Bühnen.

Ihre Vorschläge wurden neben der SPD auch von CDU und Grünen positiv aufgenommen. In Frankfurt regiert ein Dreierbündnis aus diesen Parteien.

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