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Riesenechsen und Fossilien

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Bedrohlich aussehende Saurier, mächtige Wale und Elefanten, niedliche Affen - das Frankfurter Senckenberg-Museum hat etliche naturkundliche Attraktionen für kleine und große Forscher zu bieten. Der Blick in die Erdgeschichte und die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten lohnt sich - auch angesichts des drohenden Aussterbens vieler Tierarten.

Er macht schon einen furchteinflößenden Eindruck, der wohl berühmteste Saurier der Welt. Der Tyrannosaurus Rex - oder vielmehr sein Skelett - begrüßt die Besucher des Senckenberg-Museums im Erdgeschoss im Kreise zahlreicher Artgenossen, die vor rund 100 Millionen Jahren die Welt des Erdmittelalters beherrschten.

Zweifellos gehört die Ausstellungsfläche mit den Überresten der Riesenechsen zu den absoluten Highlights beim jüngeren Publikum - Steven Spielbergs "Jurassic Park" lässt grüßen. Da finden sich originale Skelette wie das des Diplodocus oder Nachbildungen wie das Knochengerüst des Stachelschwanzes, des Stegosaurus oder Triceratops (Foto unten rechts).

Und wer noch zwei (Erwachsene) bzw. einen Euro (Kinder) übrig hat, kann täglich zwischen 11 und 16 Uhr mit der Urzeitbrille eine virtuelle Reise durch die Welt der Saurier erleben oder in das Jura-Meer abtauchen.

Doch das Senckenberg-Museum hat noch weit mehr zu bieten und ist ein ideales Ausflugsziel für Familien, vor allem wenn das Wetter mal nicht zu Außenaktivitäten einlädt. Es zeigt die heutige Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Lebewesen, und es veranschaulicht, wie sich die Erde über Jahrmillionen hinweg entwickelt hat.

Das ist auch interessant mit Blick auf aktuelle Entwicklungen - Artensterben und Klimawandel. Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern erwarten die Besucher mehrere Tausend zum Teil weltweit einzigartige Exponate. Neben der großen Vielfalt der heutigen Tier- und Pflanzenwelt können Besucher die Weiten des Weltraums entdecken und in längst vergangene Epochen - vom Urknall bis zur Entstehung unseres Planeten - reisen. So beeindrucken nicht nur die Dinos, sondern auch Wal- und Elefantenskelette. Auf großem Fuß beispielsweise lebte das Mammut. Ein in den Vereinigten Staaten gefundenes Originalskelett dieses auch als Mastodon bekannten Tieres ziert die Ausstellung im Erdgeschoss.

Daneben kann man auch ein bisschen auf Jules Vernes Spuren wandeln und eine "Reise zum Mittelpunkt der Erde" erleben - ein Einblick in die Entstehungsgeschichte des blauen Planeten. Neben zahlreichen Gesteinen gibt es auch Funde aus der weltbekannten Grube Messel zu sehen, dem ersten UNESCO-Weltnaturerbe in Deutschland. Die Ausstellung thematisiert die Entstehung des ehemaligen Süßwassersees und die Geschichte der Grube. Sie gibt Einblicke in moderne Untersuchungs- und Präparationstechniken und stellt einzelne Fossilien vor, zum Beispiel ausgestorbene Fische, Frösche oder Schildkröten.

Etwas gruseliger wird es in der Sammlung "Anatomie im Glas", die unter anderem präparierte Tierkörperteile und Innereien präsentiert, auch von bereits ausgestorbenen Tieren - konserviert in Gläsern mit Formalin, um sie vor dem Zerfall zu bewahren. Weiter geht’s ins erste Obergeschoss, wo man die Entwicklung des Menschen über die Jahrtausende erleben kann. Und viele ausgestopfte Säugetiere: Da ist ein Löwenpärchen wohl gerade auf der Pirsch nach Beute. Nebenan hangelt sich ein Gorilla von Ast zu Ast und Zebras grasen in der Steppe. Ein wenig furchteinflößend ist die Anaconda, die gerade ein Wasserschwein verschlingt (Foto oben rechts). Weitere Highlights sind die zahlreichen Vogelpräparate aus aller Welt, Amphibien und Reptilien, wobei die Schlangen vielleicht bei manchem eine leichte Gänsehaut erzeugen.

Im zweiten Obergeschoss bevölkern Insekten, Fische und wirbellose Meeresbewohner die Ausstellungsräume. Außerdem bieten Dioramen in einem langen Gang Einblick in die Welt einheimischer Säugetiere wie Wildschweine, Rehe, Füchse oder Gemsen. Aufgrund von Umbauarbeiten sind die Räume und Ausstellungen auf dieser Ebene nur bedingt zugänglich.

Im Außenbereich findet man im Geopark unter anderem Fußeindrücke eines Dinosauriers, Gesteine und Pflanzen. Auf sieben Stationen geben Großexponate charakteristische Beispiele für das Leben in den verschiedenen Erdzeitaltern. Bewacht von einem lebensgroßen Exemplar des Tyrannosaurus Rex. Keine Angst, die naturgetreue Nachbildung ist zwar mächtig groß, jedoch völlig harmlos. (Fotos: Senckenberg-Museum)

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