"Das war richtig heftig"

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Frankfurt. An der Säule vor einem Lampengeschäft hängen Reste des Polizeiabsperrbands in der Großen Friedberger Straße. Auf Gehweg, Zebrastreifen und im Kreisel sind rosafarbene Kreuze, Buchstaben und Kreise zu sehen, Zeichen der Spuren- sicherung. Fußgänger betrachten alles, einige gehen zum großen Loch in der Schaufensterscheibe eines zweiten Lampengeschäfts. Ein Mann pult mit blanken Fingern an dem großen Loch im Glas: "War das ein Schuss?"

Vor dem Dönerladen nebenan war am Dienstagabend ein Streit ausgebrochen, in dessen Verlauf ein Mann mit einer scharfen Pistole sechs Mal schoss. Heute hat der Laden geöffnet. Die Männer hinter der Theke schauen ernst. "Ich stand hinter der Theke, als die angefangen haben, lauter zu werden", berichtet einer. Ein zweiter, der ebenfalls am Tatabend vor Ort war, erinnert sich: "Wir haben was Lautes vor dem Laden gehört und haben uns sofort versteckt."

Passanten laufen an dem Kebab-Lokal vorbei und gucken neugierig hinein. "Alle zwei Minuten fragt jemand." Das nervt beide. Direkt gegenüber hat ein Mitarbeiter eines edlen Lampengeschäftes alles hautnah erlebt: Geschrei, plötzlich ging eine Schlägerei los, vier Männer hätten sich geschubst. "Einer hat gerufen: ›Ich habe doch schon so und so viel bezahlt!‹" Plötzlich habe einer ein Messer, dann ein anderer eine Pistole gezückt. Er schoss: "Er hat auf den Boden gezielt und ich dachte, er wollte die anderen erschrecken." Dann sei etwas gegen das Schaufenster geknallt." Sofort habe er sich hinter der Theke in Sicherheit gebracht, sagt der Verkäufer. Die Kunden rannten in den ersten Stock. Der Schlag an die Scheibe, wird später klar, sei ein Zuckerstreuer aus dem Lokal gewesen, den einer der Männer warf. Die Gäste des Kebab-Lokals seien weggerannt, als Schüsse fielen. Nur einer "hat seelenruhig weiter seinen Döner gegessen".

Geld wohl die Ursache

Schräg gegenüber schreckt ein Knall eine Mitarbeiterin des Carolus-Buchladens auf. "Da stand ein Mann mit einer Waffe in der Hand auf der Straße, der Richtung Dönerladen geschossen hat. Drei Männer waren auf der anderen Seite. Die haben dann mit Gegenständen geworfen, einen Tisch hochgehoben und sich damit geschützt." Dann seien die Männer mit der Waffe abgehauen, die anderen hinterher. "Das war richtig heftig." In dem Moment sei schon die Polizei gekommen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigt jetzt, dass Streit um Geld wohl die Ursache für die sechs Schüsse waren. Beteiligt gewesen seien Männer aus Kelsterbach (40), Rüsselsheim (32), Frankfurt (46) und Kassel (38). Zwei wurden verletzt. Zwei der Männer sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Sabine Schramek

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