Der historische Rennweg führt als gut ausgebaute Forststraße durch das ausgedehnte Waldgebiet der Hörre.
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Der historische Rennweg führt als gut ausgebaute Forststraße durch das ausgedehnte Waldgebiet der Hörre.

Auf dem Rennweg zum Aartalsee

  • Rüdiger Geis
    vonRüdiger Geis
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Zwischen Fachwerkidylle und Seeromantik liegen rund 20 Kilometer. Von Herborn aus gibt es zwei Wanderrouten zur Aartalsperre. Eine davon führt über einen alten Handelsweg - durch schattige Wälder und offene Flächen mit Ausblicken auf das Lahn-Dill-Bergland.

Der Waldreichtum Hessens ist schon fast sprichwörtlich. Neben Westerwald, Taunus, Vogelsberg oder dem Norden des Landes ist auch das Lahn-Dill-Bergland ein Beweis dafür. Und so lädt der Naturpark quasi im Herzen Hessens auch zum Wandern ein. 18 Touren sind markiert, doch mit etwas Kartenkunde lassen sich auch individuelle Strecken zusammenstellen. Beispielsweise von Herborn zum Aartalsee mit seinen vielfältigen Freizeitmöglichkeiten.

Die Stadt an der Dill ist Start und Ziel einer gut 20 Kilometer langen Tour durch die Hörre, ein stark bewaldeter Höhenzug. Vom Bahnhof der Hessentagsstadt von 1996 und 2016 geht es zunächst ein Stück durch den Ort und oberhalb der Bahngleise zur B277 und weiter ins Wohngebiet Reuterberg, das man nach ein paar Minuten hinter sich lässt und auf dem Thüringen-Rhein-Weg (auch mit H8 und X ausgeschildert) weiterwandert.

Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt, und so geht es erst einmal ein paar Kilometer bergan, ehe man am Referendarkreuz bei Sinn den Rennweg erreicht.

Buchen, Eichen und alte Douglasien

Nach etwa eineinhalb Stunden vom Startpunkt aus kreuzt man die Straße nach Ballersbach. Weiter geht es auf dem Rennweg nach Bellersdorf, das man nach weiteren eineinhalb Stunden erreicht.

Buchen und Eichen bilden ein ausgedehntes Waldgebiet, in dem aber auch mächtige, teilweise über 100 Jahre alte Douglasien und Fichten die immergrünen Tupfer sind. Die Hörre ist Teil des Gladenbacher Berglandes und reicht im Westen bis an die Dill.

Bei guter Zeiteinteilung bieten sich in Bellersdorf zwei Gaststätten für eine Mittagsrast an. Nachdem der Weg bis hierher durch viel Mischwald führte, ermöglicht er jetzt bis zum Ziel viele Blicke über Felder und Wiesen. In östlicher Richtung beispielsweise ist die Burg Hohensolms erkennbar, die hoch über Landschaft auf einem Hügel thront.

Durch das Ferienhausgebiet und am Ortsrand von Altenkirchen vorbei geht es auf die letzte Etappe, die noch einmal einen kleinen Anstieg durch ein Waldgebiet bereithält, ehe es von einer Kuppe hinunter nach Ahrdt und zum Aartalsee geht. Segeln, surfen, baden - wer Wasser liebt, kommt hier auf seine Kosten. Genutzt wird der etwa fünf Kilometer lange und geteerte Weg um die Talsperre herum auch gerne von Radfahrern, Spaziergängern, Joggern oder Inline-Skatern. Zwei Gastronomiebetriebe bieten viele Möglichkeiten, Hunger und Durst zu stillen.

Oje, nun müssen wir aber wieder nach Herborn zurück. Keine Sorge, wer die knapp 20 Kilometer durch das Aartal zurück zum Startpunkt nicht mehr unter die Füße nehmen kann oder will, der hat hier die Möglichkeit, in den Bus zu steigen, der auch am Wochenende alle zwei Stunden fährt. Die "blaue Linie" bietet sogar die Möglichkeit, auf einem Anhänger Fahrräder mitzunehmen.

Die landschaftlich schöne Tour von Herborn aus durch das Aartal, mit geringen Steigungen und meist auf geteerten Rad- und Fußwegen, ist natürlich auch eine Alternative zur Rennwegstrecke. Und das schmucke Fachwerkstädtchen bietet sich ohnehin für einen kulinarischen Abschluss an. Cafés, Eisdielen und Restaurants in der Altstadt laden dazu ein.

Je nach Schritttempo und individuellen Pausen muss man zwischen fünf bis sechs Stunden reine Gehstrecke einkalkulieren.

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