Projekt "Zugluft" im Museumszug feierte gelungene Premiere

Bad Nauheim (pm). "Zugluft" heißt das ehrgeizige Projekt der Eisenbahnfreunde Wetterau aus Bad Nauheim, Kleinkunst auf die Bühne - und zwar auf die im rollenden Museumszug - zu bringen. Dass dies nicht einfach sein wird, wussten die Macher des historischen Museumszuges, denn die Rahmenbedingungen lassen kein Projekt erwarten, das jede Menge Geld abwirft. Ein umgebauter Personenwagen bietet neben der Bühne auch neun Sitzplatzreihen Platz.

Bad Nauheim (pm). "Zugluft" heißt das ehrgeizige Projekt der Eisenbahnfreunde Wetterau aus Bad Nauheim, Kleinkunst auf die Bühne - und zwar auf die im rollenden Museumszug - zu bringen. Dass dies nicht einfach sein wird, wussten die Macher des historischen Museumszuges, denn die Rahmenbedingungen lassen kein Projekt erwarten, das jede Menge Geld abwirft. Ein umgebauter Personenwagen bietet neben der Bühne auch neun Sitzplatzreihen Platz.

Zur Premiere am Nordbahnhof in Bad Nauheim wurden die Besucher gebührend von einem Vereinsmitglied in historischer Eisenbahnuniform empfangen und dann unter anderem vom Vorsitzenden der Eisenbahnfreunde, Stefan John, über den von Fackeln gesäumten roten Teppich geleitet. Ein Begrüßungssekt im Thekenwagen sollte das Publikum auf die richtige "Temperatur" bringen.

Nachdem sich der Zug in Richtung Münzenberg auf den Weg gemacht hatte, startete das Programm. "Sie sind nicht zu dick, sie leben nur im falschen Jahrhundert: Die Prima Tonnen". Johanna Wolff von Schutter und Bettina von Haken sehen sich als kabarettistische Gegenbewegung zum Schlankheitswahn. Die "Prima Tonnen" bewiesen, welche Chancen ein stabiler Körperbau in dieser Welt bietet.

Ihr Credo: An den verkümmerten Brüsten unterernährter Essensverweigererinnen kann kein kräftiger Nachwuchs von künftigen Rentenkassenaufbesserern entstehen. Eine gesunde erotische Ausstrahlung könne man von "Bügelbrettern" auch nicht erwarten. Ob als Domina oder schlichtes Strichmädchen, die "Prima Tonnen" hatten zu ihrem Outfit die passenden Dialoge. Selbst Zurufe der Besucher wurden umgehend kommentiert. Zu den besten Nummern der Damen gehörte ihre Musikantenstadlparodie: "Das Edelweiß vom Wendelstein". In ihrem Programm "B(e)reit sein ist alles" bedauerten sie nicht nur das Elend unterernährter Damen, sie zeigten auch, dass der Strich nicht immer eine gerade Linie ist. Auch sei eine Straßenansammlung von Prostituierten noch lange keine Prozession.

Mit Edeltraud Rey hatten die "Prima Tonnen" eine Sängerin dabei, die ihren Sketchen eine treffende musikalische Moral verpasste.

Gekonnt hatten sich die drei auf den begrenzten Platz im Theaterwagen eingestellt, und wenn einmal eine "unsanfte" Kurve die Lautsprecher zum Wackeln brachte, dann wurden sie eben von den Künstlern festgehalten, und ein Hilferuf an den Lokführer, er möge sanfter mit den weiblichen Kostbarkeiten umgehen, fand Gehör. Selbst auf der Rückfahrt kurz vor Steinfurth, als nach mehrmaligen Zugaben das Programm eigentlich beendet war, machten sie noch weiter.

In Münzenberg wurde in der Pause zu einem Buffet geladen, das in dem angehängten Buffetwagen aufgetragen war. Die Resonanz der Besucher war durchweg positiv. Sie konnten sich auf die Schenkel klopfen oder einfach nur herzhaft lachen; einige Besucherinnen verließen den Wagen mit Lachtränen.

Die nächste Fahrt ist am Dienstag, 1. März. Dann haben die Eisenbahnfreunde Lilo Wanders zu einer erotischen Lesung eingeladen.

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