Der ADAC bescheinigt den hessischen Straßentunneln hohe Standards. FOTO: DPA
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Der ADAC bescheinigt den hessischen Straßentunneln hohe Standards. FOTO: DPA

Problemlos durch die Röhren

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Wiesbaden- Die hessischen Straßentunnel sind aus Sicht des ADAC in einem guten Zustand. Sie seien "baulich top", außerdem funktioniere die Abstimmung der einzelnen Akteure im Notfall gut, berichtete Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. Allerdings sei die hohe Sicherheit in Tunneln kein hessisches, sondern ein deutsches Phänomen. Im ganzen Bundesgebiet seien die Straßentunnel sicher. Das hänge auch mit EU-Richtlinien zusammen. "Das transeuropäische Tunnelnetz wurde in den vergangenen Jahren immer wieder modernisiert", sagte Herda.

Hessen hat nach Angaben des Verkehrsministeriums insgesamt 16 Straßentunnel, die zusammen rund 8,8 Kilometer lang sind. Die meisten davon, ganze vier, liegen auf der Autobahn 44, die von der deutsch-belgischen Grenze bis in den Nordosten Hessens führt. Ein "Tunnelland" sei Hessen damit zwar nicht, sagte Herda. Wegen der vielen Mittelgebirge gebe es hier aber deutlich mehr Straßentunnel als etwa in Niedersachsen oder Brandenburg.

Der kürzeste Tunnel Hessens ist die Rollwegbrücke West auf der Autobahn 3 rund um den Frankfurter Flughafen mit gerade einmal gut 100 Metern Länge. Der längste misst 1,6 Kilometer: der Neuhofer Tunnel auf der Autobahn 66 im Rhein-Main-Gebiet. Mehr als einen Kilometer lang sind auch der Küchener Tunnel auf der A44 bei Hessisch Lichtenau im Werra-Meißner-Kreis und der Lohbergtunnel auf der B426 im Kreis Darmstadt-Dieburg. Letzterer wurde im ADAC Tunneltest 2010 sogar als einer der sichersten Tunnel Deutschlands ausgezeichnet.

Visuelle Leitsysteme

An den hohen Sicherheitsstandards und Kontrollmechanismen hat sich laut ADAC seitdem nichts geändert. In allen Tunneln in Hessen helfen visuelle Leitsysteme dabei, sich im Notfall selbst retten zu können und den Tunnel zu Fuß zu verlassen. Alle sieben hessischen Tunnel mit mehr als 400 Metern Länge sind außerdem technisch so ausgerüstet, dass durchweg Radioempfang für aktuelle Verkehrsnachrichten besteht. Lautsprecher ermöglichen zusätzlich Durchsagen, die von der Tunnelleitzentrale in Eschwege im Werra-Meißner-Kreis koordiniert werden. Dort werden die Tunnel auch rund um die Uhr mit Kameras und Messgeräten überwacht, im Ernstfall kann die Strecke sofort gesperrt werden. Damit die Einsatzkräfte in solch einem Fall bereit sind, wird regelmäßig geübt.

Seit 2014 gibt es das "Hessen Einheitliches Leitsystem für Straßentunnel", kurz Helis, als neuen Sicherheitsstandard. Nachdem es in der Vergangenheit in verschiedenen Tunneln auch unterschiedliche Sicherheitssysteme gab, soll Helis für Übersicht sorgen und alles vereinheitlichen. Das spart laut Tunnelbetreiber Hessen Mobil Kosten und Personal, außerdem schütze es vor Fehlbedienungen der Systeme.

Mit der Umstellung der hessischen Tunnel auf Helis lässt sich Hessen Mobil aber Zeit: Bisher sind nur drei der insgesamt 16 Tunnel im Land angebunden. dpa

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