Post bestohlen: fünf Jahre Haft

Gießen / Nidda (dpa). Weil er zusammen mit seiner zuckerkranken Geliebten eine Postfiliale um rund 125 000 Euro bestohlen hat, muss ein 33-Jähriger für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis.

Gießen / Nidda (dpa). Weil er zusammen mit seiner zuckerkranken Geliebten eine Postfiliale um rund 125 000 Euro bestohlen hat, muss ein 33-Jähriger für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Gießen sprach den Mann schuldig, seine Freundin, die Mitarbeiterin der Filiale in Nidda war, zur Tat angestiftet zu haben. Auf seinen Druck hin habe sie im Juli 2008 eine günstige Gelegenheit abgewartet und mit den Schlüsseln ihres Chefs das Geld aus Kasse und Tresor entwendet, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag. Nach dem Coup floh das Paar ins Kosovo, woher der Angeklagte stammt. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur.

Die hohe Strafe habe wegen der "perfiden Tatplanung" und "hohen kriminellen Energie" des einschlägig vorbestraften Mannes verhängt werden müssen, hieß es. Der Angeklagte hatte nach Auffassung des Gerichts die blinde Liebe und eine psychische Erkrankung der Frau ausgenutzt und sie nach der Flucht ins Ausland ohne Geld, Sprachkenntnisse und lebensnotwendiges Insulin allein in der Einöde zurückgelassen. "Das ist ziemlich dicht an versuchtem Mord", sagte der Vorsitzende. Das Gericht hege den Verdacht, der Angeklagte habe sich so seiner Komplizin und Mitwisserin entledigen wollen.

Während des mehrwöchigen Prozesses hatte der 33-Jährige geschwiegen. Die Frau sitzt bereits eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren ab.

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