Pomologen suchen alte Apfelsorten

Wetzlar (pm). Gacksapfel, Dorheimer Streifling, Brauner Matapfel - dies ist nur eine kleine Auswahl an alten Apfelsorten aus Hessen. Experten schätzen, dass es in Hessen über 1000 Apfelsorten gibt. Zahlreiche dieser Sorten gelten inzwischen als verschollen und über ihr Vorkommen ist wenig bekannt.

Einige Sorten wachsen unerkannt oder es gibt nur noch wenige bekannte Bäume, auf denen z. B. die Bischofsmütze reift. Die Konzentration auf wenige Standardsorten im Obstbau und im Handel hat zu einem Verlust an biologischer Vielfalt auch unter den Apfelsorten geführt. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Naturschutz-Akademie Hessen wollen diese alten Sorten erhalten und forschen - zusammen mit Pomologen und Gartenfachleuten - nach den Obstbäumen mit regionaltypischen Sorten. Im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie für Hessen soll mit dem Projekt "Obst- und Gemüsegarten Hessen" die biologische Vielfalt erhalten werden.

Es sind oft gerade diese alten Sorten, die durch ihren Säuregehalt den typischen Geschmack des Apfelwein beeinflussen oder wegen ihres geringen Fruchtzuckergehalts als Diabetikerapfel geeignet sind. Um diese für die Zukunft zu erhalten und ausgewählte "Mutterbäume" möglichst vieler Obstsorten zu pflegen, werden derzeit Informationen zu den alten Apfelsorten in Hessen gesammelt. Baumbesitzer mit alten Sorten können "ihren" Baum oder "ihre" Bäume der Naturschutz-Akademie Hessen, Friedenstr. 26, 35578 Wetzlar melden. Bei zahlreichen Sortenbestimmungen in Hessen können Fruchtbesitzer auch ihre Apfelsorten bestimmen lassen.

Über die Homepage der Naturschutz-Akademie Hessen () kann man die Termine und Ort erfahren. Nach Voranmeldung kann man auch unbekannte Apfelsorten in der Naturschutz-Akademie abgeben und bestimmen lassen. Von jeder Sorte sollte man drei bis vier Früchte in einem Plastikbeutel einsenden und diesen mit der Adresse, Telefonnummer und Mailanschrift des Einsenders versehen. Nach der Bestimmung wird der Einsender benachrichtigt. Seltene, alte Sorten werden in einer "Datenbank Obstsorten Hessen" erfasst und gepflegt.

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