Polizei zieht "hervorragende Sicherheitsbilanz"

Gießen (pm). "Mittelhessen ist noch sicherer geworden!" Diese Feststellung traf Polizeipräsident Manfred Schweizer bei der Vorstellung der regionalen Kriminalstatistik 2009, die einen Rückgang um 3,3 Prozent ausweist. Er zeigte sich "äußerst zufrieden mit diesem Ergebnis und der damit verbundenen Sicherheitslage für die Menschen in den Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und in der Wetterau". Die Anzahl der Straftaten sei - gegenüber 2008 - um 1738 auf 51 679 gesunken. "Die absolut niedrigste Zahl seit Bestehen des Polizeipräsidiums Mittelhessen", merkte Schweizer an. Und die Aufklärungsquote weise mit 58,8 Prozent "ein weiterhin sehr hohes Niveau" auf.

Gießen (pm). "Mittelhessen ist noch sicherer geworden!" Diese Feststellung traf Polizeipräsident Manfred Schweizer bei der Vorstellung der regionalen Kriminalstatistik 2009, die einen Rückgang um 3,3 Prozent ausweist. Er zeigte sich "äußerst zufrieden mit diesem Ergebnis und der damit verbundenen Sicherheitslage für die Menschen in den Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und in der Wetterau". Die Anzahl der Straftaten sei - gegenüber 2008 - um 1738 auf 51 679 gesunken. "Die absolut niedrigste Zahl seit Bestehen des Polizeipräsidiums Mittelhessen", merkte Schweizer an. Und die Aufklärungsquote weise mit 58,8 Prozent "ein weiterhin sehr hohes Niveau" auf.

Auf fünf Jahre betrachtet weist die Straftaten-Statistik einen Rückgang um über 12 000 Fälle aus. Die "Kriminalitätsbelastung" - also die "Häufigkeitszahl" der Straftaten pro 100 000 Einwohner - liegt in Mittelhessen mit 4865 erstmals unter der 5000er-Marke. Schweizer nannte hierzu auch den Landesdurchschnitt: 6711. Somit sei Mittelhessen "eine der beiden sichersten Regionen des Landes"; besser stehe nur Südhessen da mit einer "Häufigkeitszahl" von 4600.

Zur um 0,4 Prozentpunkte gesunkenen Aufklärungsquote von 58,8 Prozent sagte Schweizer, damit schneide Mittelhessen "im landes- und bundesweiten Vergleich bestens ab. Es zeigt, dass die mittelhessische Polizei den richtigen Weg eingeschlagen hat".

Polizeipräsident: Risiko, nach der Tat erwischt zu werden, ist in Mittelhessen besonders hoch!

In der über dem Landesdurchschnitt liegenden Aufklärungsquote sieht der Polizeipräsident "auch ein Signal an potenzielle Täter, dass das Risiko, erwischt zu werden, in Mittelhessen besonders hoch ist und ein Großteil aller Straftäter einer gerechten Strafe zugeführt werden kann." Diese Bilanz sei eine Bestätigung der erfolgreichen polizeilichen Arbeit - umgesetzt "mit zielführenden Konzepten, steter Präsenz, intensiver Prävention, modernen Ermittlungsmethoden, guter Ausstattung und harter Arbeit".

Die Fallzahl bei der Gewaltkriminalität - also gefährliche und schwere Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung und Kapitalverbrechen - sank vergangenes Jahr um 137 auf 1972. Schweizer sieht hier "die Fortsetzung des rückläufigen Trends der vergangen drei Jahre". Und die Aufklärungsquote liegt hier "bei beachtlichen 80,2 Prozent".

Erstmals seit Bestehen des Polizeipräsidiums hat die Zahl der leichten Körperverletzungen einen Stand unter 3000 erreicht: 2933 - oder .176 weniger als im Vorjahr. Delikte der gefährlichen Körperverletzung seien um 164 auf 1435 Fälle zurückgegangen. In den Augen des Polizeipräsidenten auch ein Ergebnis der "vielfältigen präventiven und repressiven Maßnahmen", aufgrund derer die Schwelle der Gewaltbereitschaft höher liege.

Deutlicher Anstieg in Mittelhessen bei den Wohnungseinbrüchen

"Besonders erfreulich" nannte Schweizer den Rückgang bei der Diebstahlskriminalität, die mit gut 36 Prozent den größten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen hat. 710 Fälle weniger gegenüber dem Vorjahr waren zu verzeichnen. Und von den 18 670 Straftaten sei jede dritte aufgeklärt worden. Die Anzahl der einfachen Diebstähle reduzierte sich um 812 auf 11 336. "Diebstähle unter erschwerenden Umständen" schlugen 7334-mal zu Buche; plus 102 in absoluten Zahlen. Stark rückläufig die schweren Diebstählen aus Diensträumen und Büros (um 273) und aus Verkaufsräumen (um 111 Fälle).

Negativ der Trend beim Wohnungseinbruch: Zunahme von 283 auf insgesamt 1115 Straftaten. Der Polizeipräsident merkte hierzu an, dass seine Beamten "all die Jahre schon ihr besonderes Augenmerk auf diese Form der Kriminalität legt, da die Menschen hier in ihrer engsten Privatsphäre, ihrem Zuhause, besonders betroffen sind." Dabei sei es in den sieben Jahren zuvor gelungen, die Fälle von Wohnungseinbrüchen "drastisch von 1509 bis auf 832 im Jahr 2008 zurück zu drängen".

Im letzten Herbst habe man dann eine deutliche Zunahme registriert; vor allem im Wetteraukreis, im Kreis Gießen und im Lahn-Dill-Kreis. Bisherige Ermittlungen ließen den Schluss zu, dass diese Entwicklung neben ortsansässigen Tätern auch überörtlich agierenden Tätergruppierungen zuzuordnen ist. Die Polizei habe, so Schweizer, "sofort reagiert, unter anderem mit offenen und verdeckten Kontrollmaßnahmen". Mehrere Tatverdächtige habe man festnehmen können. Die Folge: Seit Ende Dezember sei die Zahl der Wohnungseinbrüche in Mittelhessen wieder stark rückläufig.

Bei allen Polizeidirektionen in Mittelhessen gibt es kriminalpolizeiliche Beratungsstellen

Daraus könne man aber noch keine Prognose ableiten, erklärte der Polizeipräsident. Er bitte vielmehr die Bevölkerung um Mithilfe: "Verständigen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen umgehend die Polizei. Leben Sie eine gute Nachbarschaft und achten Sie auch auf die Anwesen und Wohnungen Ihrer Nachbarn. Denken Sie daran: Auch Sie selbst könnten betroffen sein und sind dann froh, wenn sich ein Anderer schützend und helfend um Sie und Ihr Eigentum gekümmert hat. Nehmen Sie darüber hinaus unsere kostenlosen Angebote zur kriminalpolizeilichen Beratung in Anspruch.

Bei allen Polizeidirektionen in Mittelhessen sind kriminalpolizeiliche Beratungsstellen eingerichtet. Die Polizei ist bestrebt, Ihre Sicherheit zu gewährleisten. Doch sie benötigt auch Ihre Unterstützung". Als ein Indikator für die Qualität der Präventionsarbeit könne auch der Versuchsanteil bei Wohnungseinbrüchen gesehen werden, urteilte Schweizer. Gelinge es Einbrechern nicht, etwas zu stehlen, sei dies oft auf Sicherungsmaßnahmen und vorbeugendes Handeln durch die Wohnungseigentümer zurückzuführen und dies wiederum auf polizeiliche Beratung. Dieser "Versuchsanteil" liege in Mittelhessen bei 42,1 Prozent und über dem Landesdurchschnitt.

Die sogenannte Straßenkriminalität sank um knapp fünf Prozent auf exakt 10 000 Fälle

Der Polizeipräsident verwies weiter auf einen über die Jahre gesehen konsequenten Rückgang der Vermögens- und Fälschungsdelikte: minus 183 auf 10 557 Fälle. 2005 seien es noch gut 25 Prozent mehr gwesen. Hier liegt die Aufklärungsquote bei nahezu 80 Prozent.

Keine Frage: Ach die Internetkriminalität steht im Fokus der polizeilichen Ermittlungen. 2009 registrierte die Polizei in Mittelhessen insgesamt mit 2420 Fällen knapp 150 weniger als im Vorjahr. Daran hatte der Waren- und Kreditbetrug im Zusammenhang mit Auktionsplattformen mit 1776 Straftaten den größten Anteil.

Und: Gut 300 Fälle weniger an Sachbeschädigungen wurden präsidiumsweit registriert. Waren es im Jahr zuvor noch 6843, bilanzierte man nun 6533. Jeder vierte Fall wurde aufgeklärt.

Zunahme bei den polizeilich registrierten Rauschgiftfällen: plus 165 auf 2327. Für Schweizer auch Resultat "der oft arbeitsreichen Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Polizei, die das Dunkelfeld aufhellt". Der Tod von 22 Menschen war mit dem Konsum von Drogen zu begründen (2008: 21).

Von den rund 23 000 ermittelten Tatverdächtigen waren 17 547 männlich. Nichtdeutsche hatten einen Anteil von knapp 20 Prozent. Der Kinder-Anteil wuchs um 0,3 Prozentpunkte auf 4,1, jener der 14- bis 18-jährigen Jugendliche um 0,5 auf 12,2, der der Heranwachsenden um 0,5 auf 10,3 Prozent. Qualität der Fälle: hauptsächlich Diebstahl, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen.

Abschließend nannte der Polizeipräsident die Kriminalstatistik 2009 "das Ergebnis des professionellen Einsatzes der mittelhessischen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, aber auch der vertrauensvollen und partnerschaftlichen Mithilfe seitens unserer Bürgerinnen und Bürger". Die Sicherheitsarbeit mit zielführenden Maßnahmen der Prävention, Intervention und Repression werde konsequent fortgesetzt.

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