Polizei im Dauereinsatz

Friedberg (dab). Seine Vermutung, an Silvester werde weniger los sein als an Weihnachten, bewahrheitete sich nicht. Als Polizeihauptkommissar Andreas Kempf am Neujahrstag die Berichte seiner Kollegen durchlas, die nachts im Einsatz waren, war von Schlägereien über Trunkenheitsfahrten bis hin zum Brand eines Fachwerkhauses alles dabei.

Friedberg (dab). Seine Vermutung, an Silvester werde weniger los sein als während der Weihnachtsfeiertage, bewahrheitete sich nicht. Als Polizeihauptkommissar Andreas Kempf am Neujahrstag die Berichte seiner Kollegen durchlas, die nachts im Einsatz waren, war von Schlägereien über Trunkenheitsfahrten bis hin zum Brand eines Fachwerkhauses alles dabei. "Im Lauf des Tages kamen noch einige Anzeigen wegen Sachbeschädigung hinzu", sagte Kempf. Dabei ging es meist um unerwünschtes Böllerwerk im Briefkasten.

Nicht bis zur Silvesternacht warten wollte offenbar ein 46-Jähriger, der schon am Nachmittag betrunken war und Passanten auf einem Bahnsteig am Friedberger Bahnhof belästigte. Einen 53-Jährigen aus Rosbach, der ihm ins Gewissen reden wollte, schlug er mit flachen Hand aufs Ohr. Widerstand leistete er auch gegen die herbeigerufene Polizei, sodass er festgenommen wurde. Wenig zimperlich waren auch einige Jugendlichen, die vor Mitternacht laut gröhlend durch die Stadtteile von Butzbach zogen und mit Feuerwerkskörpern auf Autos und Spaziergänger schossen. Verletzt wurde niemand.

Weniger Glück hatte ein Mann, der im Griedeler Bürgerhaus das neue Jahr begrüßen wollte. Bei einem handfesten Streit wurde er am Rücken verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort endete auch die Feier für einen Butzbacher, der mit einer Stichverletzung an der Schulter in die Klinik gebracht werden musste. Die Tat soll sich gegen Mitternacht in der Butzbacher Innenstadt ereignet haben.

Um kurz vor halb vier wurde vor einer Gaststätte in der Friedberger Altstadt eine Schlägerei gemeldet, bei der auch eine Schusswaffe im Spiel war. Der Grund für das Handgemenge: Ein angetrunkener Gast hatte sich mit der Wirtin angelegt, weil sie ihm nichts mehr zu trinken geben wollte. In Wölfersheim führte der Rausschmiss eines Partygastes dazu, dass der Mann kurz darauf mit zwei Bekannten zurückkehrte und weiterfeiern wollte. Als ihnen der Zutritt verwehrt wurde, demolierten sie die Haustür. Das wiederum wollte sich der Gastgeber nicht gefallen lassen. Mit mehreren Freunden suchte er den Randalierer auf, um die Sache zu klären. Die Aussprache endete mit zwei Verletzten.

Auch eine Frau aus Florstadt rief die Polizei um Hilfe: Ihr Lebensgefährte hatte zu viel getrunken, randalierte in der Wohnung und zertrümmerte das Mobiliar. Die Ausnüchterungszelle blieb ihm er erspart, weil die Polizisten ihn beruhigen konnten und er von seiner herbeigerufenen Mutter in Obhut genommen wurde.

Randale gab’s auch in Echzell. Gegen 4.20 Uhr hatte dort ein Besucher einer Silvesterfeier nicht an sich halten können und sich mit dem - ebenfalls angetrunkenen - Gastgeber angelegt. Die Polizei konnte die Streithähne trennen, eine Anzeige wegen Körperverltzung wurde trotzdem erstattet. Noch später war es, als die Polizei in Dorn-Assenheim anrücken musste. Gegen 5.15 Uhr nahmen die Beamten sich eines Betrunkenen an, der von einer Feier verwiesen worden war und dann zu randalieren begonnen hatte. Er erlebte den Neujahrsmorgen in der Ausnüchterungszelle.

Einen besseren Anfang des neuen Jahres hatte sich sicher auch ein Hausbesitzer aus Nieder-Weisel gewünscht. Während er Silvester in Bad Nauheim feierte, brannte daheim sein Fachwerkhaus nieder. Das Haus stand zu diesem Zeitpunkt leer, der Rest der Familie war im Urlaub. Der Brand ist nach bisherigen Erkenntnissen im Keller oder Erdgeschoss ausgebrochen und dehnte sich bis zum Dachstuhl aus. Die Löscharbeiten der Feuerwehren aus Nieder-Weisel und Butzbach wurden dadurch erschwert, dass die Treppe zum ersten Stock bereits eingestürzt war, als die Einsatzkräfte eintrafen. Der Schaden am Gebäude wird auf 100 000 Euro geschätzt. Ob das Haus einsturzgefährdet ist, steht noch nicht fest.

Einem beherzten Taxifahrer aus Butzbach ist es zu verdanken, dass eine betrunkene Autofahrerin aus Wetzlar aus dem Verkehr gezogen werden konnte. Sie war ihm am Neujahrsmorgen aufgefallen, als sie Schlangenlinien auf der B 3 von Butzbach Richtung Gießen fuhr und teilweise den Gehweg als Fahrspur missbrauchte. Als die Frau kurz vor dem Kreisel "Griedeler Straße" anhielt, machte der Taxifahrer sie dingfest, bis die Polizei eintraf. Das neue Jahr beginnt die Frau erst einmal ohne Führerschein.

Die Polizei sucht nach zwei Autofahrern, die nach einem Unfall geflüchtet sind. Im ersten Fall wurde am Silvesterabend zwischen 20 und 22.15 Uhr ein Golf angefahren, der in der Kirchgasse in Wölfersheim stand. Der zweite Fall betrifft einen Mann, der an Neujahr in Ober-Mörlen gegen 1.25 Uhr rückwärts aus der Straße "Lekkerplatz" auf die Usinger Straße fuhr und dabei die Vorfahrt eines 22-Jährigen aus Langgöns missachtete. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Friedberg unter der Rufnummer 0 60 31 /60 10 zu melden.

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