Politisches und Persönliches

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Gießen, Hessen, Berlin, Rom und Washington – auf diese Reise begibt sich Ministerpräsident Volker Bouffier in dem jüngst erschienen Gesprächsband. Den beiden langjährigen FAZ-Journalisten Werner D’Inka und Peter Lückemeier gewährte der Gießener mehrere Termine, um über politische und private Themen zu reden. Das Ergebnis trägt den Titel "Ich will jeden Tag die Welt ein bisschen besser machen".

Gießen, Hessen, Berlin, Rom und Washington – auf diese Reise begibt sich Ministerpräsident Volker Bouffier in dem jüngst erschienen Gesprächsband. Den beiden langjährigen FAZ-Journalisten Werner D’Inka und Peter Lückemeier gewährte der Gießener mehrere Termine, um über politische und private Themen zu reden. Das Ergebnis trägt den Titel "Ich will jeden Tag die Welt ein bisschen besser machen".

Über die "einsamen Personalentscheidungen" sprach der Ministerpräsident bereits mit dieser Zeitung bei der Vorstellung des Buches vor wenigen Tagen. Im Buch erklärt er, warum er solche Sachen am liebsten mit sich selber ausmacht. Immer wieder aufge-lockert durch Anekdoten – über das Rauchen, über eine Runde Skat mit den anderen Ministerpräsidenten oder über spontane Unternehmungen mit seiner Frau, die doch eher selten geworden sind.

Bouffier spricht mit den Journalisten auch über seine Kindheit in der Universitätsstadt. Über den ersten Job als Schülersprecher, über das Verhältnis zu Vater und Großvater. Bouffier bezieht Stellung zur Entscheidung des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner, die Stadt Lahn wieder aufzugeben: "Die Probleme in Mittelhessen sind bis heute nicht gelöst", sagt Bouffier in dem Buch.

Die "Tankstellen-Connection"

Auch die "Tankstellen-Connection" wird gewürdigt. Diese Verbindung, die sich Anfang der Achtzigerjahre an der Autobahnraststätte Wetterau traf. Eine Gruppe hessischer CDU-Nachwuchsleute, die sich zum gemeinsamen Angriff auf die Macht verabredete. Bouffiers Vorschlag als Treffpunkt war übrigens nach eigener Aussage die "Ratsschänke" in Fernwald. Er konnte sich bekanntermaßen aber nicht durchsetzen. Die "Ratsschänken-Connection"? Klingt auf jeden Fall auch konspirativ. Was diese Gruppe auszeichne, sei der Zusammenhalt, sagt Bouffier, der immer wieder die enge Verbindung zu seinem Vorgänger als Regierungschef, Roland Koch, betont. Weniger gut ist Bouffier auf den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zu sprechen, den er frontal angeht und ihm unter anderem eine "irre" Flughafenpolitik vorwirft.

Es sind die Anekdoten, die dem Buch eine besondere Note verleihen. Man erfährt, mit wem aus der Riege der Länderchefs er überhaupt nicht kann, wer ihn in jungen Jahren für einen "Kommunisten" hielt und welches das einschneidendste Erlebnis seines Lebens war. Die Bildung von Schwarz-Grün, Basketball beim MTV Gießen, der Papst, Angela Merkel und Donald Trump – diese Komplexe und noch mehr werden behandelt. Ein unterhaltsames Buch, das viele interessante Einblicke bietet, dem zusätzlich noch das eine oder andere landespolitische Streitthema nicht geschadet hätte. (gäd)

Werner D’Inka, Peter Lücke-meier: "Ich will jeden Tag die Welt ein bisschen besser machen"; Volker Bouffier im Gespräch; Societätsverlag 2017; 144 Seiten; 16,80 Euro; ISBN: 978-3-95542-259-2.

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