Geld für Sanierung und Ausbau: Auch Hessens größte Hochschule, die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt, kann mit HEUREKA in die Zukunft investieren. FOTO: DPA
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Geld für Sanierung und Ausbau: Auch Hessens größte Hochschule, die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt, kann mit HEUREKA in die Zukunft investieren. FOTO: DPA

Planungssicherheit bis 2031

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Veralteter Brandschutz, mangelnde Barrierefreiheit, schlechte Energieeffizienz: An Hessens Hochschulen besteht Sanierungsbedarf. Einer der Schwerpunkte des Förderprogramms HEUREKA ist daher die Modernisierung.

Hessens Hochschulen können bis 2031 mit 1,7 Milliarden Euro zusätzlich vom Land für ihre Neubauten und Modernisierungen rechnen. Wie Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) gestern in Wiesbaden erläuterte, wird das von 2021 bis 2026 laufende Hochschulbauprogramm HEUREKA II um weitere 250 Millionen Euro auf 1,25 Milliarden Euro aufgestockt. Das neue Förderprogramm HEUREKA III werde dann für die Jahre 2027 bis 2031 mit weiteren 1,435 Milliarden Euro ausgestattet.

So hätten die Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Kunsthochschulen Planungssicherheit für die kommenden Jahre, betonte Dorn. Hessen biete ihnen langfristige verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie in ihre Gebäude und damit in gute, zukunftsfähige Lehr- und Forschungsbedingungen investieren könnten.

Bei der Verteilung der Mittel liege ein Schwerpunkt auf wichtigen Sanierungen im Bestand, erläuterte die Ministerin. "Damit können vor allem die Hochschulen mit vielen alten Gebäuden weitere dringend nötige Bauvorhaben vornehmen." In vielen vor 1985 errichteten Gebäuden sei ein hoher Aufwand zur Anpassung an den Stand der Technik nötig - etwa bei der Energieeffizienz, der Barrierefreiheit und beim Brandschutz. Daher setze HEUREKA Schwerpunkte bei den Universitäten, die einen besonders hohen Anteil an alten und zudem denkmalgeschützten Gebäuden hätten, erklärte Dorn. Der hochschulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Andreas Hofmeister, sagte: "Damit stellt sich Hessen im Wettbewerb der Länder um die klügsten Köpfe noch stärker auf." Die hessischen Universitäten begrüßten das aufgrund von klaren Kriterien erstellte Fördermodell, erklärte die Vorsitzende der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien und Präsidentin der TU Darmstadt, Prof. Tanja Brühl. Angesichts der enormen baulichen Erneuerungs- und Sanierungsbedarfe werde allerdings zu gegebener Zeit über eine Aufstockung nachzudenken sein. Die Hochschulen erhalten zudem von 2021 bis 2027 zusätzlich zu HEUREKA weitere bis zu 210 Millionen Euro aus einem Infrastrukturprogramm von Bund und Ländern, vordringlich für die Sanierung von Lehr- und Lernflächen.

Einige Beispiele für die wichtigsten geplanten Vorhaben:

Die Justus-Liebig-Universität Gießenbekommt 280 Millionen Euro, unter anderem für das Philosophikum und Investitionen für Gebäudeinfrastruktur (mehr im Lokalteil).

Die Technische Hochschule Mittelhessen(THM) erhält 95 Mio. Euro für beide Standorte (mehr im Lokalteil).

Philipps-Universität Marburg(280 Mio. Euro): Schwerpunkt sind medizinische und naturwissenschaftliche Einrichtungen auf den Lahnbergen, der Neubau der Biologie, die Sanierung des Chemie-Altbaus für Physiologie sowie Mathematik und Informatik und der Neubau eines Rechenzentrums. Vor dem 500-jährigen Jubiläum der ältesten Universität protestantischer Gründung 2027 steht zudem die Sanierung historischer Bauten an.

Goethe-Universität Frankfurt(170 Mio. Euro): Fortsetzung des Neubaus der Chemie auf dem Riedberg und Forschung und Lehre am medizinischen Campus Niederrad. Für den Neubau der Zentralbibliothek am Campus Westend werden außerhalb von HEUREKA zusätzliche 105 Millionen Euro aus dem Verkauf des alten Polizeipräsidiums zur Verfügung gestellt.

TU Darmstadt(175 Mio. Euro): Die autonome TU musste 2016 eine Absenkung ihrer Bauraten hinnehmen, zugleich besteht erheblicher baulicher Bedarf im Bereich Ingenieur- und Naturwissenschaften. Mit den Mitteln wird eine Aufstockung möglich.

Frankfurt University of Applied Sciences(85 Mio. Euro): Der beengte Campus am Nibelungenplatz kann nur ausgebaut werden, wenn Neubauten mit größeren Flächen die Altbauten ersetzen.

Hochschule RheinMain(85 Mio. Euro): Der Campus Kurt-Schumacher-Ring soll sukzessive ausgebaut werden.

Universität Kassel(180 Millionen Euro): Fortsetzung der Standortneuordnung und Verlagerung der Naturwissenschaften. Zusätzliche Mittel für einen weiteren Bauabschnitt der Naturwissenschaften und Sanierung der Kunsthochschule. " Seite 23

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