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Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) besucht eine durch den Borkenkäfer gefährdete Waldfläche.

Plage mit gewaltigem Ausmaß

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Söhrewald (dpa). Die Umweltministerin zeigte sich beeindruckt von der Technik, mit der derzeit versuchsweise gegen die folgenschwere Borkenkäfer-Plage in Hessens Wäldern vorgegangen wird. "Das ist ja ganz schön groß, das Ding", befand Priska Hinz, als sie neben einer Holzerntemaschine stand und sich mit ihren 1,68 Metern Körpergröße recht klein vorkommen musste. Die Grünen-Politikerin besuchte am Donnerstag ein exemplarisch vom Klimawandel und den Folgen arg gebeuteltes Waldgebiet im nordhessischen Söhrewald.

Bei dem Ortstermin demonstrierten die Fachleute der Ministerin, wie von Schädlingen befallene Fichten mit einer Holzerntemaschine in Windeseile gefällt werden. Der mit Messern und Walzen bestückte Kopf am Greifarm des Harvesters schneidet die Äste ab und schält die von Borkenkäfern heimgesuchte Rinde ab.

Denn Hessens Wald leidet, wie auch viele andere Gebiete in Mitteleuropa, unter einer Borkenkäfer-Plage, die ihresgleichen suche. Petra Westphal, Forstamtsleiterin in Melsungen, erklärte der Ministerin: "2018 war für uns Förster und vor allem für den Wald eine echte Katastrophe. Es war heiß, es war trocken. Die Bäume leiden seitdem." Die Bäume hätten nicht genug Abwehrkräfte, um sich gegen die Borkenkäfer, die sich so stark vermehrt haben, wehren zu können.

Die Förster in Hessen täten derzeit alles in ihrer Macht stehende, um die Schäden einzudämmen, versicherte Westphal. Das befallene Holz müsse möglichst schnell aus dem Wald herausgeholt werden, um eine weitere Verbreitung der Borkenkäfer zu verhindern. Die Schädlinge sind zwar winzig, nur etwas größer als die Minenspitze eines Kugelschreibers. Doch schon 100 der wenige Millimeter kleinen Käfer reichen, um einen Baum zum Absterben zu bringen, in dem sie Nährstoffbahnen schädigen. Für die Forstleute beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Was sie schon geschafft haben, ist an Waldwegen zu sehen. Dort türmen sich Stockwerke hoch die Stämme an Sammelstellen - fertig zur Abfahrt. Doch bei Transportkapazitäten bestehen Engpässe. Da auch holzverarbeitende Betriebe gar nicht so viel Material abnehmen können, spitzt sich die Lage weiter zu. Die Schäden sind bereits jetzt gewaltig. In den ersten vier Monaten seien 670 000 Kubikmeter Schadholz angefallen, sagte Hessen Forst-Leiter Michael Gerst. Hessen Forst rechnet für 2019, mit einem Mehraufwand von 20 Millionen Euro.

Damit es vielleicht nicht ganz so schlimm ausgeht für den Wald und die davon abhängende Wirtschaft, wünscht sich Ministerin Hinz viel Regen: "Ein nasser Sommer würde den Menschen zwar nicht gefallen. Dem Wald würde es aber guttun."

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