Kirchendiskussion

Pater: Schwule sind »gleichberechtigte Mitglieder«

Mit Äußerungen zur Homosexualität hat Ansgar Wucherpfennig für viel Wirbel gesorgt. Letztlich durfte Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen bleiben – und zeigt sich weiter mutig.

Sexualmoral, Frauen in der Kirche, Ökumene, kirchliche Machtstrukturen – in all diesen Fragen muss sich die katholische Kirche aus Sicht des Frankfurter Jesuitenpaters Ansgar Wucherpfennig weiterentwickeln.

»Auch in konservativen Milieus ist nicht mehr verstehbar, warum sich die Kirche in den angesprochenen Punkten nicht weiter auf die Gesellschaft zubewegt«, sagte der Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen.

Der Vatikan hatte dem Jesuiten-Pater 2018 wegen liberaler Äußerungen über Homosexuelle vorübergehend die Fortführung seines Amtes verwehrt.

Machtfragen entscheiden

»Es ist schon eine grundsätzliche Schwierigkeit, dass Wahrheitsfragen in der Kirche oft über Machtfragen entschieden werden«, sagte Wucherpfennig.

Homosexualität in der katholischen Kirche sei »nach wie vor vor ein starkes Tabu«, sagte Wucherpfennig. »Ein katholischer Reflex ist leicht und schnell homophob.«

Er will mit einer Seelsorge-Initiative für gleichgeschlechtliche Paare »ein großes Willkommenssignal senden«: »Es gibt Schwule und Lesben in der katholischen Kirche, die müssen sich auch nicht rechtfertigen, sondern sie sind volle und gleichberechtigte Mitglieder in der Kirche.« (Foto: dpa)

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