Ohne Bauch ist der Rücken nichts

  • schließen

Rückenschmerzen, gepaart mit dem Empfinden von Unbeweglichkeit, sind weitverbreitet. Der Rumpf spielt eine große Rolle für die Mobilität. Also ist Rumpf auch Trumpf in meinem Teil unseres Projekts "Ich mach’s": Kollegin dar und ich haben uns zu Silvester versprochen, unsere Vorsätze von mehr Bewegung und gesünderer Ernährung umzusetzen. Was es mit der Rumpfmuskulatur auf sich hat, bespreche ich am besten mit Robert Weber, Bereichsleiter der medizinischen Trainingstherapie im "Körperkonzept" Pohlheim. Schließlich hat er meinen Fitnessplan aufgestellt und sieht mich derzeit zweimal die Woche.

Rückenschmerzen, gepaart mit dem Empfinden von Unbeweglichkeit, sind weitverbreitet. Der Rumpf spielt eine große Rolle für die Mobilität. Also ist Rumpf auch Trumpf in meinem Teil unseres Projekts "Ich mach’s": Kollegin dar und ich haben uns zu Silvester versprochen, unsere Vorsätze von mehr Bewegung und gesünderer Ernährung umzusetzen. Was es mit der Rumpfmuskulatur auf sich hat, bespreche ich am besten mit Robert Weber, Bereichsleiter der medizinischen Trainingstherapie im "Körperkonzept" Pohlheim. Schließlich hat er meinen Fitnessplan aufgestellt und sieht mich derzeit zweimal die Woche.

"Der Rumpf ist entscheidend, weil er ein Knotenpunkt im Körper ist, an dem viele Prozesse stattfinden", erklärt Weber. Dazu gehöre die Stabilisierung der Wirbelsäule. Das wisse jeder, der mal Beschwerden im Rücken oder gar einen Bandscheibenvorfall gehabt habe: "Wenn man keine Stabilität durch die Rumpfmuskulatur aufbauen kann, werden andere Bewegungen eingeschränkt, zum Beispiel die Bewegung von Beinen oder Armen." Sechs Richtungen könne die Wirbelsäule: "Rotation rechts und links, Seitenneigung rechts und links, beugen und strecken." Probleme gebe es dann, wenn man die tiefer liegenden Muskeln, die zwar klein, aber entscheidend seien, im richtigen Moment nicht aktivieren könne: "Dann kommt es zu Ausweichbewegungen.

Der Körper ist schlau, versucht eben, den Alltag zu bewältigen. Dieses Ausweichmuster prägt sich dann ein. Und das ist die Schwierigkeit: Wenn man eine Bewegung im Alltag 10 000-mal gemacht hat, ist sie verinnerlicht. Dann muss man genauso viele oder mehr saubere Bewegungen ausführen, um das zu korrigieren."

Was zu einer schwachen Rumpfmuskulatur führen kann, ist schnell benannt: Langes Sitzen natürlich. Keine Ausgleichsbewegung im Alltag – nach Webers Worten auch bei Sportlern zu beobachten, die zu sehr eine bestimmte Bewegung forcieren. Und dann natürlich ein genereller Mangel an Bewegung.

Der Rumpf ist also dazu da, Wirbelsäule und Organe zu stabilisieren. Wenn wir nicht gelernt haben, die passende Muskulatur einzusetzen, sucht sich der Körper Alternativen. Kann laut Weber heißen: "Wenn der Schreibtisch im Büro so platziert ist, dass man sich immer in eine Richtung dreht oder nach Dingen greift, dann adaptiert der Körper diese oft genutzte Position und Bewegung und bleibt darin. Das sieht man dann auch in anderen Situationen: Manche Leute stehen seitgeneigt, das Becken bewegt sich zur Seite weg.

" Für einen Ausgleich gelte es, die Wirbelsäule im vollen Bewegungsumfang zu nutzen, erklärt der Trainingstherapeut: "Was wir im Alltag machen, ist viel zu wenig. Bestes Beispiel ist die Rotation der Halswirbelsäule. Einen Schulterblick wie im Auto macht man ja nicht ständig. Dabei kann die Wirbelsäule viel mehr. Wir sind im Alltag zu gradlinig, meistens nur nach vorne gerichtet." Wenn wir eine Bewegung machen müssten, die selten vorkomme, könne es zu Beschwerdebildern in den Strukturen kommen, zu denen neben Wirbeln und Knochen auch Kapseln, Bandscheiben, Sehnen und Bänder zählten.

Und warum gehört zum Rücken- das Bauchmuskeltraining? "Weil der Bauch der Gegenspieler des Rückens ist", betont Weber. Von den sechs Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule sei die Streckung die Einzige, die der Rücken fast alleine bewerkstellige, mit dem Bauch als Stabilisator: "Ansonsten ist immer der Bauch mitbeteiligt. Vor allem der tiefste querverlaufende Bauchmuskel, der transversus abdominis, ist entscheidend. Wenn jemand Schmerzen im Rücken hat, muss man immer prüfen, ob die Person diesen Muskel überhaupt aktivieren kann.

" Die meisten Menschen machten Alltagsbewegungen vor allem über den großen, gradlinigen Bauchmuskel, erklärt der Trainer. Damit könne man zwar große Gewichte bewegen, bekomme aber keine gute Stabilität für die Wirbelsäule. "Der Transversus verzahnt sich im Rücken mit anderen Muskeln, ist so etwas wie ein Gewichthebergurt, ein Korsett und somit ein Schutz für die Wirbelsäule." Ich fasse zusammen: Zu einem vernünftigen Rumpfmuskulaturaufbau gehört Bauchmuskeltraining. Um Rückenschmerzen vorzubeugen oder zu bekämpfen und beweglicher zu werden. Beste Übungen dafür bieten laut Weber Yoga oder Pilates. Super – mache ich beides gern. Doch davon später mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare