ÖPNV bleibt Zankapfel in Lahnau

Lahnau (bf). Kontrovers ging es im Lahnauer Parlament zunächst vor allem in der Frage des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) zu, bei dem nach Ansicht der SPD-Fraktion in der Gemeinde noch vieles im Argen liegt. So sei der gesamte Nordteil von Waldgirmes vom ÖPNV abgehängt, so Gemeindevertreter Thomas Kraft (SPD).

Lahnau (bf). Kontrovers ging es im Lahnauer Parlament zunächst vor allem in der Frage des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) zu, bei dem nach Ansicht der SPD-Fraktion in der Gemeinde noch vieles im Argen liegt. So sei der gesamte Nordteil von Waldgirmes vom ÖPNV abgehängt, so Gemeindevertreter Thomas Kraft (SPD). In der Diskussion um den Bedarf an zusätzlichen Angeboten für die Mobilität der Bürger hatte die Gemeindevertretung dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Bruno Stamm, Rederecht eingeräumt. Stamm stellte unterschiedliche Konzepte vor, die in anderen hessischen Gemeinden bereits erfolgreich Anwendung finden.

Der Seniorensprecher empfahl dem Parlament die Möglichkeiten von Anrufsammeltaxis, dem Einsatz eines Kleinbusses, der von ehrenamtlichen Mitarbeitern gesteuert werden könne und einer Mitfahrerbörse zu prüfen. Informationen dazu seien im Internet unter zu finden.

Einstimmig wurde die Einführung von Expressbussen beschlossen, mit denen die Schüler ohne den Umweg über Kinzenbach nach Gießen und zurück befördert werden können. Die Linie 240 soll bis Kinzenbach erweitert werden, da so ein Anschluss im 30 Minutentakt nach Gießen geschaffen werde und das Problem des Begegnungsverkehrs zwischen Atzbach und Kinzenbach soll gelöst werden. Zu den Fragen der besseren Anbindung aller Ortsteile und eines flexiblen Angebots für Menschen mit Mobilitätsproblemen soll sich zunächst der Gemeindevorstand sachkundig machen und realisierbare Vorschläge ausarbeiten, beschlossen die Parlamentarier.

Um das Parkplatzproblem am Bürgerhaus Atzbach zu lösen, erwarb die Gemeinde zwei nahe gelegene Grundstücke. Jetzt wurde gegen die Stimmen der Grünen und zwei Stimmen aus der CDU beschlossen, auf dem Gelände der ehemaligen Neuapostolischen Gemeinde auf 415 Quadratmetern 18 Parkplätze zu schaffen. Die übrigen Flächen sollen vermarktet werden.

Tagesordnungspunkt drei befasste sich auf Antrag der Grünen mit dem Phänomen der verschwindenden Feldwege. Bei der Zusammenlegung von Ackerflächen würden häufig die Feldwege einfach mit einbezogen. Brigitte Sauter - Hill (Bündnis 90/ Die Grünen), verwies auf die Probleme, die bei Verkauf oder Vererbung einzelner Flächen entstehen könnten, wenn die Grenzsteine und Wege verschwunden sind. Der Ausschuss wurde beauftragt, sich des Problems anzunehmen.

Bürgermeister Eckhard Schultz erläuterte zusammenfassen die Gründe, die die Aufhebung der Gewährung von Zuschüssen für Entsiegelungs- und Versickerungsmaßnahmen und den Einbau von Regenwassernutzungsanlagen zum Thema hatten. Die gerichtlich verfügte Neuberechnung der Regen- und Abwasserabgaben mache die Förderung obsolet. Gegen die Stimmen der Grünen wurde beiden Anträgen stattgegeben.Dem Dringlichkeitsantrag des Bürgermeisters zum Einbau eines Phosphat-Analysators in der Kläranlage wurde einstimmig stattgegeben. Einstimmig fasste die Gemeindevertretung den Beschluss, sich dafür einzusetzen, dass der römische Pferdekopf, der in der ehemaligen Römerstadt gefunden wurde in der Gemeinde Lahnau ausgestellt werden soll. Der Gemeindevorstand wird dazu am "Runden Tisc"h in Wiesbaden, den die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, für den 28. April einberufen hat, Stellung beziehen.

Die Gemeinde soll zudem eine Stellungnahme zum "Lärmaktionsplan Mittelhessen Bereich Straße" ausarbeiten. Ziel des Antrags ist die Aufnahme von Lahnau in die Liste der "Lärmkonfliktpunkte", die gewährleistet, dass in der Zukunft Lärmschutzmaßnahmen in Lahnau förderwürdig sind.

Zudem wurde das Ende der Tradition der "Hochzeitsbäume" beschlossen, da die dafür vorgesehenen Flächen verbraucht sind. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, ein neues Angebot zu erarbeiten. Denkbar sei eine Bepflanzung der Gemeindegrenzen oder die Übergabe eines Obstbaums für die private Verwendung durch die Gemeinde, so Schultz.

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