Novartis Behring legte Grundstein für Impfstoffwerk in Marburg

Marburg (pm/age). Den Grundstein zum neuen Produktionsgebäude für Tollwut- und FSME-Impfstoffe bei Novartis Behring haben am Freitag Dr. Andrin Oswald, Geschäftsführer von Novartis Vaccines and Diagnostics, und der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel gelegt.

Marburg (pm/age). Den Grundstein zum neuen Produktionsgebäude für Tollwut- und FSME-Impfstoffe bei Novartis Behring haben am Freitag Dr. Andrin Oswald, Geschäftsführer von Novartis Vaccines and Diagnostics, und der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel gelegt. Gemeinsam brachten sie in einem symbolischen Akt die Wünsche der Mitarbeiter für die Zukunft auf einer 20 Meter langen Pergamentrolle - aufgerollt in einer Edelstahlbüchse - in den Grundstein des Produktionsgebäudes ein, das am Standort Görzhausen angesiedelt ist.

»Novartis Vaccines and Diagnostics hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen in aller Welt vor Krankheiten wie Tollwut und durch Zeckenstich übertragene Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) zu schützen. Tollwut ist eine gefährliche Viruserkrankung die, wenn sie ausgebrochen ist, praktisch immer tödlich verläuft. Weltweit sind über drei Milliarden Menschen in über 100 Ländern von einer Tollwutinfektion bedroht - und ganz besonders Kinder! Die WHO geht von jährlich weltweit etwa 55 000 Tollwut-Toten aus. Weniger spektakulär und deshalb weniger bekannt ist die Gefahr der durch Zeckenstich übertragenen Hirnhautentzündung. Dabei breiten sich die endemischen FSME-Gebiete immer weiter nach Norden und in die Höhe aus.

Durch vermehrte Außenaktivitäten sind immer mehr Menschen dem Virus ausgesetzt - und werden sich auch häufiger der Gefahr bewusst. Erfolgreiche Impfprogramme in Österreich und Süddeutschland zeigen, dass die Impfung ein wirksamer Schutz ist. Das sind nur einige Gründe für die spürbar ansteigende Nachfrage nach Tollwut- und FSME-Impfstoff, auf die wir mit dem Neubau hier in Marburg reagieren - mit Gesamtprojektkosten von 168 Millionen Euro«, sagte Oswald.

»Novartis Behring setzt gegenwärtig ein wichtiges Signal dafür, wie ein Unternehmen mit viel Weitsicht, Engagement und Energie auch in schwierigen Zeiten erfolgreich am Markt besteht und seine Expansionspläne umsetzt«, erläuterte der Ministerialdirigent im Hessischen Wirtschaftsministerium, Klaus-Dieter Jäger.

Die Marburger Standortentwicklung (MARS) ist bundesweit eine der größten Pharmainvestitionen und in Hessen unter den größten im Pharmamarkt seit 2003. »Die Investition von Novartis ist für die Universitätsstadt Marburg eine wichtige Zukunftsentscheidung und eine Stärkung des hiesigen Standortes«, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel. Zusammen mit dem Land habe man die Infrastruktur deutlich verbessert - erwähnt wurden unter anderem die verbesserte Anbindung an die Bundesstraße 3 und der absehbare Lückenschluss der B 3.

Dr. Dirk Kosche (Geschäftsführer Novartis Deutschland) hob hervor, welchen Stellenwert die Impfstoffsparte in der Unternehmensgruppe einnimmt: »Novartis Behring ist einer von 13 Standorten in Deutschland - ein ganz bedeutender. Novartis Behring steht für Prävention.« Novartis versteht sich mit seinem Portfolio als Partner bei der Gesundheitsversorgung: So werden Lösungen für Prävention, Selbstmedikation, für die Behandlung schwerster Erkrankungen wie Krebs, aber auch Kontaktlinsen sowie Tierarzneimittel entwickelt und angeboten. Seit 2006 auch Impfstoffe. »Mit über 11 Prozent Marktanteil ist Novartis führendes Healthcare-Unternehmen in Deutschland.« Weiter: »Im letzten Jahr haben Novartis-Firmen insgesamt 124 Mio. Euro in Deutschland in neue Technologien und Anlagen investiert - stolze 40 Prozent kamen dabei von Novartis Behring aus Marburg.«

»Der Grundstein, den wir heute legen, ist der Grundstein für die künftigen Produktionsgebäude für Tollwut- und FSME-Impfstoffe und die dazugehörigen Versorgungseinheiten wie den Medien- und Spülbetrieb und die Herstellung von Puffern und Adjuvantien. Diese Anlage soll im Laufe des Jahres 2011 erste Impfstoffdosen liefern - für Deutschland und zahlreiche andere Länder in aller Welt«, sagte Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer von Novartis Behring. »In der neuen Anlage werden 300 Menschen arbeiten, zirka 60 der Arbeitsplätze haben wir neu geschaffen.« Insgesamt arbeiten bei Novartis Behring derzeit rund 1200 Mitarbeiter.

Der technische Leiter des Standortes, Dr. Andreas Brutsche, hob in seiner Ansprache hervor, dass der Anlagenbau auch umweltfreundliche Energiegebäude mit modernen Erzeugeranlagen zur Energierückgewinnung umfasse.

Die Baumaßnahmen schreiten zügig voran und die Fertigstellung der Produktionsgebäude ist für Ende 2010, die Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2011 geplant. Die Novartis AG (Basel) beschäftigt weltweit rund 96 700 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2008 einen Nettoumsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar (Reingewinn: 8,2 Milliarden US-Dollar). Novartis Behring in Marburg ist der deutsche Standort des Impfstoffherstellers Novartis Vaccines and Diagnostics, die wiederum eine Division von Novartis ist. In Marburg hat der Impfstoffhersteller eine mehr als 100-jährige Tradition, die auf den Firmengründer Emil von Behring zurückgeht, den ersten Träger des Medizin-Nobelpreises.

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