Nidderau feiert Stadtgründung vor 40 Jahren

Nidderau (aho). Mit der Verbrennung eines symbolischen Schlagbaums zwischen Heldenbergen und Windecken wurde von 40 Jahren die Gründung der Stadt Nidderau gefeiert. Am Neujahrstag wurde das historische Ereignis wiederholt, am Bahnhof in Heldenbergen brannte erneut ein Schlagbaum. Zuvor hatten sich in Windecken und in Heldenbergen zahlreiche Bürger getroffen, die unter musikalischer Begleitung des Blasorchesters Nidderau (BON) und des Musikzugs der Feuerwehr Heldenbergen zum Bahnhof marschierten.

Nidderau (aho). Mit der Verbrennung eines symbolischen Schlagbaums zwischen Heldenbergen und Windecken wurde von 40 Jahren die Gründung der Stadt Nidderau gefeiert. Am Neujahrstag wurde das historische Ereignis wiederholt, am Bahnhof in Heldenbergen brannte erneut ein Schlagbaum. Zuvor hatten sich in Windecken und in Heldenbergen zahlreiche Bürger getroffen, die unter musikalischer Begleitung des Blasorchesters Nidderau (BON) und des Musikzugs der Feuerwehr Heldenbergen zum Bahnhof marschierten.

"Wenn vor 40 Jahren die Windecker zu spät gekommen wären, hätten wir Heldenberger gewartet, denn wir sind geduldige Menschen", scherzte Bernd Reuter, seines Zeichens letzter Heldenberger Bürgermeister und mit dem damaligen Windecker Bürgermeister Willi Salzmann einer der Gründerväter der 1970 aus dem Zusammenschluss gegründeten Stadt Nidderau. In der Tat waren die Windecker, die von der Hochmühle in der Ostheimer Straße kamen, etwas später am Bahnhof eingetroffen, als die Heldenberger, die zeitgleich vom Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofsstraße gestartet waren. Was bei den winterlichen, vor allem aber sehr windigen Wetterverhältnissen für die Zuschauerinnen und Zuschauer das Warten auf den Beginn der offiziellen Feierlichkeiten ein wenig ungemütlich machte.

"Heldenbergen, Kreis Friedberg" und "Windecken, Kreis Hanau" stand auf den historischen Ortsschildern, die Waltraut und Hartmut Hoppmann aufgehängt hatten. Dazwischen wartete der rot-weiße Balken darauf, wie sein historisches Vorbild vor 40 Jahren in Flammen aufzugehen. Bürgermeister Gerhard Schultheiß erinnerte in seinem kurzen Grußwort daran, dass der "leider viel zu früh verstorbene" ehemalige Bürgermeister von Windecken - und später Nidderau -, Willi Salzmann, in diesen Tagen 80 Jahre alt geworden wäre. Für ihn legten die Anwesenden eine Gedenkminute ein.

"Heute, auf den Tag genau vor 40 Jahren, standen wir an gleicher Stelle, um einen fiktiven Schlagbaum zwischen Heldenbergen und Windecken zu verbrennen", rief der langjährige Erste Stadtrat Bernd Reuter den Bürgerinnen und Bürgern in Erinnerung. Damals habe man die Schranken in den Köpfen mancher Windecker und Heldenberger beseitigen wollen. "Wir können heute mit Stolz und Freude feststellen, dass es uns in den 40 Jahren gelungen ist, diese Schranken zu beseitigen", stellte Reuter fest, der auch die zeitweiligen Mühen nicht verschwieg.

Es seien damals sehr ungleiche Kommunen zusammen gekommen: "Windecken war lange preußisch, während Heldenbergen zum Großherzogtum Hessen gehörte", Windecken habe die Stadtrechte besessen und gehörte zum Landreis Hanau, während Heldenbergen eine "ländliche oberhessische Gemeinde" im Landkreis Friedberg war. "Heldenbergen war überwiegend katholisch, Windecken dagegen evangelisch, die nach dem Krieg entstandene katholische Pfarrgemeinde Windecken gehörte zur Diözese Fulda, und Heldenbergen zu Mainz." Das ist bis heute so. "Heldenbergen hatte eine eigene Wasserversorgung, die nicht immer zur Zufriedenheit der Bürger funktionierte, die Stadt Windecken wurde durch die Kreiswerke Hanau mit Wasser versorgt." Stromversorgung und die Erhebung von Straßenbeiträgen, wie überhaupt die Abgabenverordnungen beider Kommunen, waren verschiedenen Behörden und Rechten unterworfen, erinnerte Reuter. "Kurios ist auch, dass in Heldenbergen die geraden Hausnummern auf der linken und in Windecken auf der rechten Straßenseite sind", führte Reuter weiter an. "Trotz dieser unterschiedlichen Ausgangslagen haben 1969 beide Kommunalparlamente der Fusion zugestimmt und damit den Zusammenschluss besiegelt.

"Ich bedaure sehr, dass Willi Salzmann nicht mehr unter uns weilt und die positiven Ergebnisse seines damaligen politischen Weitblicks nicht mehr erleben kann", erklärte Reuter. Ohne die damalige "vertrauensvolle Zusammenarbeit" hätte seiner Auffassung nach die Fusion nicht geklappt. "Ich habe ihn als aufrichtigen und ehrlichen Verhandlungspartner kennen- und schätzengelernt", so Reuter. Auch privat sei eine Freundschaft entstanden. "Dank gebührt allen, die mitgeholfen haben, diese Stadt als urbanes Gemeinwesen zu entwickeln." Hiermit gemeint seinen nicht allein die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker, sondern auch viele Vereinsvertreter, "die das Erscheinungsbild von Nidderau ausmachen und wesentlich prägen".

1972 wurden Erbstadt und Eichen, 1974 Ostheim in die neue Stadt eingemeindet. Sie sollte ursprünglich nach dem Bahnhof "Heldenbergen-Windecken" benannt werden. Da dieser lange Name von der Aufsichtsbehörde nicht akzeptiert worden war, musste ein kürzerer Name für die neue Stadt gefunden werden. Darauf hin bekam bei den Fraktionen des Stadtparlaments der Name Nidderau den Vorzug vor Naumburg. Im Nachhinein könne man sagen: "Es war eine mutige, aber auch richtige und zukunftsweisende Idee, aus zwei ungleichen Partnern die Grundlage für eine neue und moderne Stadt zu legen", so Reuter.

Anders als vor 40 Jahren ließ sich der Schlagbaum in dem feuchtkalt-windigen Klima kaum zum Brennen bringen. Was aber der Stimmung am Bahnhof keinen Abbruch tat, denn die Feuerwehr gab kostenlos Suppe, Würstchen und Glühwein aus.

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