Neues Kreishaus in Wetzlar: Entwurf aus Gießen ausgezeichnet

Wetzlar (hp). Bei dem europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für das neue Kreishaus am Karl-Kellner-Ring hat das Gießener Architektenbüro "aplus architektur" - einziger Teilnehmer aus der Region - den mit 16600 Euro dotierten dritten Platz belegt.

In einer kleinen Feierstunde zeichnete Wolfgang Schuster (SPD), Landrat des Lahn-Dill-Kreises, am Dienstagnachmittag die Preisträger aus. Den ersten Preis (33 320 Euro) nahm das Erfurter Büro "hks" entgegen, als Zweite erhielten "Drei Architekten" aus Stuttgart ein Preisgeld in Höhe von 24990 Euro.

"Wir sind stolz auf diesen Erfolg", so Ute Kramm, die gemeinsam mit Gesine Schmidt und Matthias Weißmüller den Preis für "aplus architektur" entgegen nahm. Ihr Unternehmen ist seit zwölf Jahren auf dem Markt und beschäftigt zehn Mitarbeiter. "Es war eine Herausforderung einen Verwaltungsbau für mehr als 300 Mitarbeiter in diesem städtebaulich schwierigen Umfeld zu planen", erläuterte Gesine Schmidt. Darin waren sich auch die restlichen Architekten einig. Da noch nicht feststeht, wer nun letztlich den Zuschlag bekommt, haben auch die Gießener gute Aussichten, das neue Kreishaus in Wetzlar zu realisieren. Bei dem im Oktober 2009 europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb waren 139 Meldungen eingegangen, von denen 25 schlussendlich die Jury beschäftigten. Egal wie sich der Lahn-Dill-Kreistag entscheidet: Das Sparkassen-Immobiliengebäude bleibt stehen und das neue Kreishaus wird sich optisch anpassen.

Der Kauf des Gebäudes hätte 1,8 Millionen Euro gekostet. Außerdem wird es ein Parkhaus mit 350 Stellplätzen geben. Kosten soll das Ganze mehr als 20 Millionen Euro.

Die Abwicklung des Wettbewerbs oblag der "Bauwert Projekt Consult GmbH", die auch die Anforderungen festlegte. Das neue Kreishaus soll städtebaulich eingebunden sein. Es kam also "auf die Sinnfälligkeit der äußeren und inneren Erschließung" ebenso an wie auf die Umsetzung der wesentlichen Raumprogrammgruppen. Außerdem standen sowohl die Raumqualität in Proportion und Belichtung sowie das Erscheinungsbild des Baukörpers im Blickpunkt. Wichtig war auch die Freianlagen-Gestaltung und natürlich die Wirtschaftlichkeit der Lösung.

"Es nutzt uns ja nichts, wenn wir kostengünstig bauen und auf lange Sicht Unsummen in die Betriebskosten investieren", so Landrat Schuster. Die weitere Planung: Im Herbst 2010 ziehen die Mitarbeiter der Kreisverwaltung in die Berghütte und in das alte Hauptpostgebäude um, Anfang 2011 erfolgt der Abriss und im Frühjahr wird mit dem Neubau begonnen.

Die für den Wettbewerb eingereichten Arbeiten können von dem interessierten Publikum in den kommenden Wochen während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung begutachtet werden.

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