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Manchmal stockt beim Sprung der Atem.

Neuer Skatepark eingeweiht

Gießen (srs). Mit einem Wettbewerb wurde der neue Skatepark in der Wieseckaue am Eröffnungstag der Landesgartenschau eingeweiht. Die meisten zeigten sich beeindruckt von der neuen Anlage, aber es gab auch einen Verbesserungswunsch.

Drei Geräusche prägen maßgeblich den ersten Tag der Landesgartenschau in der Wieseckaue: Stimmengewirr rund um die große Bühne im Moment vor der offiziellen Eröffnung. Das Rauschen der Regentropfen wenige Minuten später. Und am Nachmittag das Rollen und Klackern von Brettern, die die Welt des Skatens bedeuten. Im Rahmen eines Wettbewerbs weihen am Samstag Jugendliche den für 467.000 Euro neu errichteten Skatepark ein – in der Summe sind auch die Kosten für den Abriss der alten Anlage enthalten.

David Perez hebt ab – während das Brett unter seinen Füßen rotiert. Kerzengerade springt er in die Höhe, dabei dreht sich sein Skateboard gleichzeitig um die Quer- und um die Längsachse. Es ist ein "Nollie Inward Heelflip", ein anspruchsvoller Balanceakt aus der Trickkiste der Skater. Ein Tanz auf Rollen. Raunen und Jubel branden rund um den Parcours am Westrand der Wieseckaue auf, als Perez nach seinem Sprung lässig auf seinem Brett landet und über die nächsten Hindernisse gleitet und fliegt.

Zunächst heißt es am Samstag für die Sportler allerdings Schrubben statt Skaten. Mit Besen in der Hand kehren sie Wasser vom Gelände. Anfangs befürchten sie noch, dass der Wettbewerb wegen des Regens abgesagt werden muss. Doch auf den Regen folgt die Taufe des Skateparks. Der neue Park auf dem Gelände des früheren Verkehrsübungsplatzes erweist sich am Eröffnungstag der Landesgartenschau schließlich gar als eine der Hauptattraktionen.

Als die Wolken aufbrechen und die Sonne sich zeigt, nehmen Hunderte Besucher auf Bänken, Stühlen und auf dem Rasen rund um den Park Platz und schauen den Skatern beim Gelingen und Scheitern ihrer Tricks zu. Während diese auf ihren Brettern balancieren, stürzen, aufstehen und ihre Übungen immer wieder aufs Neue probieren, wird schnell klar, dass Skateboarding kein gewöhnlicher Sport ist. Es geht nicht darum, höher, weiter oder schneller als die anderen zu sein. Vielmehr stehen der Spaß, das Erlernen neuer Tricks und die eigene Körperbeherrschung im Vordergrund.

Auch Skater müssen den vollen Eintrittspreis bezahlen

Die Zahl der Teilnehmer des Wettbewerbs hält sich am Samstag mit 30 Sportlern allerdings in Grenzen. Denn auch sie müssen den vollen Eintritt für die Landesgartenschau bezahlen. "Dabei wollen wir hier gar keine Pflanzen anschauen", merkt Hans Hackradt an. "Mehrere boykottieren die Veranstaltung", erklärt Christian Roth vom veranstaltenden hiesigen Skateboard-Verein, dem "Departement of Skateboarding Gießen". "Normalerweise hätten wir heute mit 50 Teilnehmern gerechnet. Aber viele wollen oder können keine 15 Euro zahlen." Aus demselben Grund sowie auch aufgrund des regnerischen Wetters fällt am Sonntag auf dem Gelände ein BMX-Wettbewerb aus, nachdem sich nur zwei BMX-Radler eingefunden haben. "Wir hoffen, dass wir für die Zeit der Landesgartenschau noch eine Lösung mit den Verantwortlichen finden können", sagt Roth. Ansonsten, so glaubt eine Mehrheit der Skater am Samstag, würde der neue Park für die Zeit der Schau bis Oktober weitgehend ungenutzt in der Landschaft stehen.

Über das neue, 1300 Quadratmeter große Gelände mit unterschiedlichen Höhenniveaus und 37 Hindernissen auf einer betonierten Fahrfläche mitten im Grünen, umgeben von Birken, äußern sich die meisten indes beeindruckt. "Der Park ist super geworden", hält auch Christian Roth vom Gießener Skateboard-Verein fest. Die heimischen Skater waren in den Planungen eingebunden. "Es sind fast ein paar Hindernisse zu viel", meint allenfalls der ein oder andere.

Gewinner des Wettbewerbs ist am Ende nach Wertung einer Jury David Perez vor Flowy Schimke und Hans Hackradt. Im Teilnehmerfeld unter 16 Jahren siegt Patrick Gärtner. Zweiter wird Miguel Oldag, Dritter Hans Richter.

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