Neonazis übten mit Bundeswehrreservisten

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Kassel/Grebenstein(eb). Stephan E., der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke, war nicht nur im Schützenverein Sandershausen aktiv, sondern auch als Gast bei der Schützengesellschaft 1553 Grebenstein. Nach Informationen dieser Zeitung soll er mit dem Mitangeklagten Markus H. im Sommer 2018 mindestens zweimal an einem Übungsschießen auf dem Schießstand des Vereins teilgenommen haben.

Die beiden Neonazis kamen als Gäste der Reservistenkameradschaft Germania, die einmal im Monat den Großkaliberstand gemietet hat. Über diese Vereinigung, die nicht zum Reservistenverband gehört, gibt es kaum Informationen. Laut Zeugen sollen Stephan E. und Markus H. mit ihren eigenen Waffen geschossen haben.

Mittlerweile werden weitere Einzelheiten aus dem als geheim eingestuften Bericht des Landesverfassungsschutzes öffentlich, in dem der Name von E. elfmal auftaucht. So verübte der aus dem Taunus stammende Neonazi als Jugendlicher unter anderem einen Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft und griff einen Imam an. Der Anschlag misslang. E. wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung aus der JVA Kassel 1999 blieb er in Nordhessen und fasste Fuß in der dortigen Neonazi-Szene.

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