Naturschutz - künftiger Generationen wegen

Wetzlar (hp). Staatsrat Wilhelm Wilbrand hatte 1908 in Darmstadt den Vogelschutzverein für das Großherzogtum Hessen gegründet und damit den Startschuss für eine Bewegung gegeben, die auch nach 100 Jahren nichts an Aktualität eingebüßt hat. Seine Nachfolger, die heute als Naturschutzbund (NABU) Hessen firmieren, trafen sich am Samstag in der Wetzlarer Stadthalle, um den runden Geburtstag gebührend zu feiern. Schließlich zählt der NABU mehr als 40 000 Mitglieder, die sich in über 430 hessischen Gruppen und Verbänden für Mensch und Natur engagieren.

Wetzlar (hp). Staatsrat Wilhelm Wilbrand hatte 1908 in Darmstadt den Vogelschutzverein für das Großherzogtum Hessen gegründet und damit den Startschuss für eine Bewegung gegeben, die auch nach 100 Jahren nichts an Aktualität eingebüßt hat. Seine Nachfolger, die heute als Naturschutzbund (NABU) Hessen firmieren, trafen sich am Samstag in der Wetzlarer Stadthalle, um den runden Geburtstag gebührend zu feiern. Schließlich zählt der NABU mehr als 40 000 Mitglieder, die sich in über 430 hessischen Gruppen und Verbänden für Mensch und Natur engagieren.

Landesvorsitzender Gerhard Eppler und Landesgeschäftsführer Hartmut Mai hießen rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft willkommen, darunter Umweltminister Wilhelm Dietzel, NABU-Bundesverbandspräsident Olaf Tschimpke und Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Hofmann.

"Wir sind der einzige Naturschutzverband, der flächendeckend organisiert ist und seine Lebendigkeit aus dem regen Engagement seiner Mitglieder erhält." Eppler dankte besonders für die rührige Jugendarbeit. Deren Bedeutung unterstrich auch Tschimpke: "Auf uns warten viele Herausforderungen: Klimawandel, Energiekrise und Verlust der Artenvielfalt. Hier müssen wir für nachfolgende Generationen handeln!" Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hätten vorhandene Ideen auszuloten, umzusetzen und neue Wege zu gehen. "Aufbrechen und andere mitnehmen, denn der Naturschutzbund braucht weiterhin eine Menge Mut, sich einzusetzen und auch konstruktive Kritik zu üben", sagte Tschimpke. Er forderte dazu auf, über den Tellerrand zu blicken und global Gemeinschaftssinn zu entwickeln. "Wir sind auf dem richtigen Weg, haben viele neue Arbeitsfelder entwickelt. Der Naturschutz ist wichtig für die Zukunft der Welt."

Der NABU sei ein Verband, mit dem man einiges auf die Beine stellen könne, "gerade weil er der Regierung auch kritisch auf die Finger schaut", lobte Wilhelm Dietzel und erinnerte an viele Projekte, die manches Mal mit heftigen Geburtswehen realisiert wurden, nannte den Naturpark Kellerwald-Edersee oder den Fledermausschutz. In Landes-Arbeitsgemeinschaften würden immer wieder neue Themen aufgegriffen. Das Zusammenwirken funktioniere bestens. Die hohe Akzeptanz dieser Arbeit sei "eine Chance für heutige und künftige Generationen, für Mensch und Natur Probleme im Konsens zu lösen, wobei im Naturschutzbund besonders die Jugend mit eingebunden werde. "Sie verfügen über hochmotivierte Mitglieder, die es verstehen, vor Ort Probleme anzugehen." Dietzel lobte die Wanderausstellung "100 Jahre NABU Hessen für Mensch und Natur", die am Samstag startete und über die Geschäftstelle in Wetzlar (Tel. 0 64 41/ 67 904-0) gebucht werden kann.

Dass sich die 100 Jahre Engagement für den Naturschutz gelohnt haben und die Arbeit weiterhin notwendig ist, unterstrich ein Lichtbildervortrag des Naturfotografen Manfred Delpho aus Gudensberg, der unter dem Titel "Im Reich der urigen Buchen" einen Ausflug in den Naturpark Kellerwald-Edersee bot.

Wie sich die NABU-Zukunft darstellt, stellte die Naturschutz-Jugend Hessen mit einem selbst inszenierten Theaterstück dar, das Kinder aus Eibelshausen auf die Bühne brachten.

Beim Stehempfang gab es reichlich Gelegenheit zu Rückblick, Erfahrungsaustausch und Blick nach vorn. Zu Beginn war der Vogelschutz das "Kerngeschäft" der Bewegung gewesen. Im Lauf der Jahre kam eine ganze Reihe von Arbeitsbereichen dazu. Heute formuliert der NABU seine Ziele so: "Wir wollen dafür begeistern, sich im gemeinschaftlichen Handeln für Mensch und Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch künftige Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist. Der Naturschutzbund setzt sich deshalb für den Schutz vielfältiger Lebensräume und Arten ein sowie für gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und den schonenden Umgang mit endlichen Ressourcen." Die Arbeitsschwerpunkte sind dabei auf Landesebene der Arten- und Biotopschutz, Schutzgebiete, Lebensräume - Natur bewahren, die Nabu-Stiftung, Jugendarbeit, Umweltbildung, fachliche und politische Arbeit. Internet: .

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