Die Polizei sucht diesen Unbekannten. FOTO: POLIZEI
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Die Polizei sucht diesen Unbekannten. FOTO: POLIZEI

Nach Gestelleinsturz im Forst Fahndung nach Verdächtigem

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Gießen/Homberg- Nach dem Einsturz eines Baumstammgestells in Richtung von Polizisten im Dannenröder Forst läuft die Fahndung nach einem Tatverdächtigen. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie der Sachbeschädigung eingeleitet worden, teilten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei gestern mit. Mehrere Zeugen hätten beobachtet, dass ein Halteseil des Gestells von einem unbekannten Mann vor dem Umstürzen durchtrennt worden sei. In dem Waldstück laufen Räumungs- und Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49. Auf Gestellen aus Baumstämmen haben im Dannenröder Forst in den vergangenen Wochen immer wieder Aktivisten ausgeharrt, um die Rodungen aufzuhalten. Das Gebilde war am 23. November in Richtung der Einsatzkräfte gekippt, die nach Polizeiangaben gerade noch rechtzeitig zur Seite springen konnten und unverletzt blieben. Die Baumstämme schlugen zudem gegen die Sicherheitskabine eines Baggers, die dem Aufprall standhielt, sodass der 51-jährige Fahrer unverletzt geblieben sei. Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben: männlich, ca. 1,85 Meter groß, schlanke Statur, längeres Haar, mind. Oberlippen- und Kinnbart, blaue Augen, sprach Englisch mit osteuropäischem Akzent. Die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei bitten darum, sachdienliche Hinweise an den Führungs- und Lagedienst des PP Mittelhessen, Tel. 0641/7006-3310 oder jede andere Polizeidienststelle zu übermitteln.

Derweil stemmten sich die Aktivisten gestern im letzten verbliebenen Rodungsabschnitt erneut gegen die Arbeiten. So verschanzte sich eine Person in einem Erdloch in einem sogenannten Lock-on, wie die Polizei via Twitter mitteilte. Ein Bagger hob neben dem Loch Erdreich aus, um an die Person heranzukommen, sie sei unverletzt herausgeholt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Drei weitere Personen verbanden sich mit Rohren, um die Räumung zu erschweren. Ein anderer Autobahngegner sei zudem beim Klettern in großer Höhe abgerutscht und in seine Sicherung gefallen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers war am Montag noch eine Strecke von rund 70 Metern zu roden, bis eine durchgängige Trasse in dem Waldstück frei ist. Rund 100 Aktivisten hätten sich im Bereich der letzten verbliebenen Bäume versammelt, um dagegen zu protestieren. Noch seien auch nicht alle Baumhäuser entfernt, sagte der Polizeisprecher. dpa

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