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Muslimische Studentin muss Gesicht zeigen

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Eine solche Niqab trug die Gießener Lehramtsstudentin in einer Vorlesung. Nach Rücksprache mit der Leitung der Justus-Liebig-Universität wird sie bei Lehrveranstaltungen künftig unverschleiert erscheinen.	(Themenfoto: dpa)
Eine solche Niqab trug die Gießener Lehramtsstudentin in einer Vorlesung. Nach Rücksprache mit der Leitung der Justus-Liebig-Universität wird sie bei Lehrveranstaltungen künftig unverschleiert erscheinen. (Themenfoto: dpa) © dpa

Gießen (mö). Auf Gießens Straßen sieht man sie vereinzelt: muslimische Frauen, die ihren ganzen Körper verschleiert haben, die Handschuhe tragen und ihr Gesicht nicht zeigen. Was im öffentlichen Straßenraum Privatsache ist, hat nun an der Justus-Liebig-Universität zu einem Konflikt geführt.

Eine Lehramtsstudentin erschien mit einer sogenannten Niqab zur Vorlesung, bei der nur die Augen der Frau zu sehen sind. Nach Rücksprache mit der Hochschule wird die angehende Lehrerin künftig unverschleiert zu den Lehrveranstaltungen erscheinen.

JLU-Sprecherin Caroline Link sprach von einem »Einzelfall«. Die Hochschulleitung sei aufgrund von verschiedenen Hinweisen aus dem Kreise der Lehrenden und Studierenden tätig geworden und habe das Gespräch gesucht. Dabei sei der Frau erläutert worden, dass ein angemessener wissenschaftlicher und akademischer Diskurs in Lehrveranstaltungen durch ihre Verschleierung unmöglich sei, weil Mimik und Gestik als wichtige Aspekte der Kommunikation nicht zur Verfügung stünden. Uni-Sprecherin Link: »Die Studentin konnte die Argumente nachvollziehen und hat zugesagt, die Niqab bei universitären Lehrveranstaltungen und Prüfungen nicht zu tragen.« Auch wenn es sich um einen Einzelfall handele, halte es das Präsidium der JLU für geboten, in Zukunft in vergleichbaren Fällen ähnlich zu agieren und auf die Erfüllung der Anforderungen an einen offenen akademisch-wissenschaftlichen Diskurs zu bestehen.

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