Mundartabend zugunsten des Grundschul-Standorts Amthof

Lahnau (mo). Stolze 190 Zuhörer brachten sie auf die Beine, die drei Atzbacher Originale: Annemarie Schmidt und Mechthild Vogel als Duo "Spätzünder" und Erika Nebeling, die mit geschickter Zunge und wachem Geist, Tiefgründiges, Spitzfindiges und Heiteres weitergibt. Mundart ist das Markenzeichen der drei Damen, die im evangelischen Gemeindehaus in Atzbach auftraten.

Kritik am Kreis reißt nicht ab

Die Benefizveranstaltung, der Eintritt und der Erlös des Verkaufs von "Handkäs mit Musik", "Cervelatwurscht", Brezeln und Apfelwein stockte das Konto für die Sanierung des Amthofes als Grundschule und kulturellem Dorfmittelpunkt weiter auf. Es waren vor allem die Großmütter und Großväter der Grundschulkinder, die sich von der "Initiative Grundschule Atzbach im Amthof" und dem Förderverein der Grundschule zum Benefizkonzert einladen ließen, um so den Wunsch der Atzbacher nach Erhalt des Amthofes als Grundschulstandort zu dokumentieren. Man muss der Initiative zum langen Atem gratulieren. Kämpfen lohnt sich. Isolde Zehme, die durch das Programm führte, informierte zum derzeitigen Stand der zähen Verhandlungen. Laut Landrat Schuster gebe es noch zwei Varianten: Neubau an der Lahntalschule, oder doch Sanierung des Amthofes.

Dass der Landrat plant, die Schule, die jetzt in Krofdorf-Gleiberg untergebracht ist, bis zum endgültigen Einzug in eine bleibende neue Heimat aus Kostengründen im Sommer nach Waldgirmes umzuziehen, wird von den Eltern kritisiert unter dem Motto: "Kinder sind keine Umzugskartons, kein dritter Schulstandort in 2 1/2 Jahren und kein kostenintensiver, pädagogisch schädlicher Umzug ohne Not!". Einige der Eltern haben inzwischen ihr Recht auf Einspruch gegen einen weiteren Umzug ihrer Kinder wahrgenommen. Gespannt ist man in Atzbach auch, wie sich das Problem Gemeindevertretung kontra Bürgermeister weiter entwickelt. Viele Fragen sind noch offen.

"Hört gut zu, es geht los!", so starteten die Spätzünder ihr Programm mit den Titeln: "Jahreszeiten", "Mein Garten, das ist meine Welt", "Es klingelt hier, es rappelt da" (das Handyzeitalter) oder die Geschichte vom "Lädchen" das, an der Hand der Mutter besucht, eine bunte aufregende Welt für Kinder darstellte.

Erika Nebeling erfreut mit netten Geschichten wie dem "Poesiealbum", dem "Klassentreffen" (nur noch einer blieb übrig), dem "Muttertagsgeschenk" (einem wunderschönen Blumenstrauß aus Erdbeerblüten), "Die neue Frisur" und "Stoff für’s Nachthemd". Eine gelungene Veranstaltung, bei der fröhlich gelacht werden konnte.

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