Motorradsaison beginnt - Polizei rät zur Vorsicht

Gießen (pm). Der Schnee ist geschmolzen, die ersten Blumen und Blüten sprießen, frühlingshafte Temperaturen vertrieben die eisige Kälte, die Sonne scheint. Und plötzlich sind sie wieder da! Die Motorradfahrer zieht es mit ihren blitzenden, herausgeputzten und flott gemachten Bikes auf die Straße.

Nach der winterbedingten Ruhephase birgt gerade diese Zeit nicht nur für die Motorradfahrer selbst sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer erhebliche Gefahren. Um eine selbst verschuldete Unfallwahrscheinlichkeit auf ein Minimum zu reduzieren, empfiehlt die Polizei, sich zunächst wieder an das Fahrverhalten der Maschine zu gewöhnen und sich langsam dem Fahrvermögen der vergangenen Saison anzunähern.

Die Polizei empfiehlt kleinere Übungseinheiten, um sich wieder an den Spaß bringenden Fahrstil des letzten Jahres heranzutasten. Ideal ist die Teilnahme an einem Sicherheitstraining, das unter anderem auch von Automobilclubs angeboten wird. Ein einwandfreier technischer Zustand des Zweirades ist dabei natürlich vorausgesetzt und zwingend nötig.

Das Motorrad hat im Gegensatz zum Auto eben keine Knautschzone. Gesundheit und Leben hängen unmittelbar von der einwandfreien Funktion von Reifen, Bremsen, Fahrwerk und Motor ab. Motorradfahrer sollten sich stets der sicheren "4 B" erinnern: Bereifung, Bremsen, Beleuchtung, Bekleidung. Eine gute Schutzausstattung mit einem den Richtlinien entsprechenden Helm, geeigneten Stiefeln und Handschuhen sowie einem Anzug mit Protektoren ist unverzichtbar.

Reflexstreifen an der Sicherheitsbekleidung erhöhen die Erkennbarkeit. Gerade die Schutzhelme sollen dem ECE-Standard entsprechen. Tun sie dies nicht, kann es im Versicherungsfall zu Schwierigkeiten kommen. Dies gilt auch bei der Verwendung sogenannter Braincaps als Motorradhelme. Auf Sicherheit bedachte Motorradfahrer warten nicht erst die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter ab, bevor sie ihre Reifen wechseln. Sie prüfen regelmäßig die Stärke der Bremsbeläge und lassen die Bremsflüssigkeit testen. Bremsflüssigkeit ist hydroskopisch, das heißt, sie nimmt Wasser auf. Das Wasser verdampft im Extremfall bei hoher Bremsleistung und beeinträchtigte dadurch die Bremswirkung erheblich. Was für den einen wie Musik in den Ohren klingt, empfindet ein anderer als störenden Lärm. So ist das eben auch beim Sound eines Motorrades. Motorradfahrer, die insbesondere beim Durchfahren der Ortschaften nicht hochtourig fahren und den Geräuschpegel niedrig halten, tragen erheblich zu einem guten Verhältnis zwischen Biker und Anwohner bei und steigern das Ansehen der Biker.

So wie sich der Motorradfahrer auf die neue Saison vorbereiten sollte, muss sich natürlich auch der Autofahrer wieder auf die Motorräder einstellen. Autofahrer müssen damit rechnen, von Zweirädern an Stellen überholt zu werden, an denen man aufgrund der geringeren Beschleunigung mit einem Auto nicht überholen kann. Gerade beim Abbiegen oder beim Einbiegen auf eine Vorfahrtsstraße ist für Pkw-Fahrer besondere Vorsicht geboten. Wie aus dem "Nichts" tauchen plötzlich Kradfahrer auf. Fehler beim Abbiegen und Missachtung der Vorfahrt zählen immer wieder zu den Hauptursachen bei Zusammenstößen zwischen Autos und Motorrädern. Geübte Motorradfahrer wissen von diesen Risikofaktoren und passen sich durch besonders vorausschauendes Fahren an. Die Zahl der Unfälle unter Beteiligung eines Motorradfahrers stieg im Jahr 2009 an. Im Polizeipräsidium Mittelhessen waren 430 Kradfahrer (2008: 401) an Unfällen beteiligt. 406 dieser Unfälle führten zu Personenschäden. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, 132 erlitten schwere Verletzungen, 259 leichte Verletzungen (2008: 2/119/240). Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind verstärkt Polizeikontrollen angekündigt.

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