Missbrauchsprozess: Mutter eines Opfers sagte aus

Gießen/Echzell (ti). Im Missbrauchsprozess vor der Ersten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichtes sagte am Donnerstag die Mutter des jüngsten der vier mutmaßlichen Opfer aus. Ein 73-jähriger Friedberger soll die Kinder zwischen September 2007 und Mai 2008 insgesamt 14 Mal missbraucht haben.

In einem Fall wirft ihm Staatsanwältin Dr. Catrin Finger Vergewaltigung vor.

Das Nachbarschaftsverhältnis zu dem 73-Jährigen und seiner Frau sei freundschaftlich gewesen, erläuterte die Zeugin. Ihre Tochter sei häufig bei dem Rentnerehepaar gewesen, manchmal stundenlang am Tag. Irgendwann habe ihr Sohn von "nackigen Bildern" in der Wohnung der beiden erzählt. Ihre Tochter habe sich einer Freundin anvertraut und erzählt, dass sie von dem Senior im Genitalbereich angefasst worden sei. Sie sei geschockt gewesen, berichtete die 38-Jährige im Zeugenstand. Mehrere Wochen habe ihr Mädchen die Nachbarn nicht mehr besuchen dürfen. Dann allerdings ging sie tagsüber wieder hin, weil die Mutter dachte, die Geschichte stimme vielleicht doch nicht. "Das war ein großer Fehler", sagte die Hausfrau.

Es habe Überlegungen gegeben, zur Polizei zu gehen, doch ihr fehlten die Beweise. Davon, dass zwei andere Männer aus der Nachbarschaft - Vater und Sohn jener Freundin, der sich die heute Achtjährige nach Angaben ihrer Mutter anvertraut habe - ihre Tochter missbraucht hätten, wisse sie nichts. "Da ist nix vorgefallen", versicherte sie. Ebenso, dass sie vom Angeklagten und seiner Frau über einen solchen Vorfall informiert worden sein soll, wie von dem 73-Jährigen behauptet: "Das kann ich ausschließen."

Während der Aussage des achtjährigen Opfers wurde die Öffentlichkeit zum Schutz der Intimsphäre des Mädchens ausgeschlossen. Der Prozess wird am kommenden Montag mit der Anhörung weiterer Zeugen fortgesetzt.

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