RP: Metzger des Vertrauens muss behördlich zugelassen sein

Gießen (pm). Eine enge Beziehung zwischen Landwirt und Metzger ist die beste Voraussetzung für gute Fleischqualität. Denn relativ kurze Transportwege garantieren weniger Stress für die Schlachttiere, was sich nach Ansicht von Fleischliebhabern und -experten deutlich im Geschmack niederschlägt. Betriebe, die selbst schlachten wollen, benötigen dafür eine gesonderte Zulassung.

Wie das Gießener Regierungspräsidium (RP) mitteilt, müssen Metzger, die eine solche nicht besitzen, ihr Fleisch aus anderen zugelassenen Schlachtbetrieben beziehen, um es weiter verarbeiten oder veräußern zu dürfen. Nach Ansicht der Behörde kann sich der Konsument daher sicher sein, dass die Produkte beim Metzger des Vertrauens in jedem Fall aus einem zugelassenen und behördlich kontrollierten Schlachtbetrieb gewonnen wurden.

Für Metzgereien, die Tiere schlachten, gelten nach einer längeren Übergangsfrist seit Beginn des Jahres 2010 die Hygienevorschriften der Europäischen Union. Bis zum Jahresende 2009 wurden etwa 260, überwiegend handwerklich strukturierte, Betriebe in Mittelhessen zugelassen. Deren Anlagen wurden von RP-Mitarbeitern und Veterinärämtern überprüft und die Inhaber eingehend über die neuen baulichen und hygienischen Anforderungen beraten. "Leider haben drei Betriebe die rechtlichen Anforderungen nicht erfüllen können, so dass ihnen die Zulassung zur eigenen Schlachtung nicht erteilt werden konnte", berichtet RP Veterinär Dr. Wolfgang Kulow. Weiteren Betrieben sei die Zulassung in Aussicht gestellt worden, sobald sie ihre Räumlichkeiten in baulicher und hygienischer Hinsicht verbessern haben.

Einige Metzgereien möchten künftig von sich aus auf das Schlachten verzichten. Für die Weiterverarbeitung des Fleisches zu küchenfertigen Stücken, Wurst und Aufschnitterzeugnissen ist bei kleinen handwerklichen Betrieben nicht in allen Fällen eine Zulassung erforderlich, erläutert Kulow. Größere Betriebe, die mit ihren Erzeugnissen eigene Filialen oder andere Betriebe beliefern, müssen jedoch auch für diese Tätigkeiten zugelassen werden.

Erfreulich für den Endverbraucher ist nach Ansicht des RP-Experten Kulow auch, dass viele Metzgereien anlässlich der Zulassung erhebliche Mittel in die Verbesserung ihrer Betriebshygiene investiert haben und damit auch ihre Zukunft als traditionelle handwerkliche Metzgerei mit Vollsortiment sichern. Die ländliche Fleischversorgung bleibe demnach erhalten und mit ihr regionale Fleischspezialitäten, die es aus industrieller Produktion so nicht gibt.

Die Zulassungspflicht betrifft auch andere Lebensmittelbetriebe, die mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs umgehen wie zum Beispiel Hersteller von Milch- und Fischereierzeugnissen oder Großküchen. Auskünfte hierzu erteilen die zuständigen Veterinärämter sowie das Regierungspräsidium Gießen unter Tel. 0641/303-5431. Informationen auch uner . de/Umwelt & Verbraucher.

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