Messe gegen Planlosigkeit

Gießen (abt). Mit dem bislang breitesten Angebot und einem Ausstellerrekord ist am Sonntag die zweitägige Messe "Chance 2014" gestartet. Am ersten Tag kamen 3800 Besucher.

Das Tütenmeer ist undurchschaubar: blaue, weiße und grüne Tüten aus Stoff, Papier oder Plastik werden von den Messebesuchern aus den Hessenhallen getragen. Manche haben gleich mehrere davon, andere balancieren den Stapel an Informationsbroschüren zwischen zwei Händen. Die 18-jährige Patricia hat ihren Rundgang auf der Bildungs-, Job- und Gründermesse "Chance 2014" bereits beendet. Auf dem Weg zurück zum Auto ist auch sie voll beladen mit Flyern und Infoheften. Die Abiturientin ist begeistert von der Angebotsfülle, die verschiedenen Studienangebote haben sie besonders interessiert. "Ich habe mich vorab schon informiert", erzählt sie, "aber die persönliche Beratung ist super".

Auch Nadja und Nadine haben bald ihr Abitur in der Tasche und nach eigener Aussage "überhaupt keinen Plan", was danach kommen soll. Die jungen Frauen stehen noch mit leeren Händen an einem Stand und lassen sich über das Studium zum Designer beraten. "Das klingt echt spannend", freut sich Nadja und Nadine ergänzt: "Hauptsache nichts mit Naturwissenschaft".

Ganz anders geht es dem 13-jährigen Moritz. Als einer der wohl jüngsten Messebesucher ist er mit seinem Großvater in die Hessenhallen gekommen, um sich über technische Ausbildungsberufe zu informieren. "Das kann man nicht früh genug machen", sagt der Siebtklässler.

+++ Impressionen von der "Chance 2014" in der Bildergalerie

Der Geschäftsführer der Messe, Roland Zwerenz, ist sichtlich stolz, bei der siebten Auflage der "Chance" den Besuchern mit 155 Ausstellern noch mehr Stände bieten zu können und somit den Trend aus den vergangenen Jahren fortzusetzen. Bei der offiziellen Eröffnung mit Landrätin Anita Schneider und Gießens Wirtschaftsdezernentin Astrid Eibelshäuser freute er sich, dass die Aussteller dieses Jahr in die größeren Hallen 1, 2, 6 und 7 umgezogen sind. Die "Chance" biete eine der wenigen Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen und sich individuell beraten zu lassen.

Am ersten Tag strömten laut Messe GmbH bereits 3800 Besucher in die Hessenhallen. Die diesjährige Job- und Gründermesse bietet mehr Mitmachangebote. Davon überzeugen sich viele Besucher am Eröffnungstag gleich selbst: An dem Stand der Friseurinnung können Interessierte an Modellen erstmals selbst Hand anlegen und ein erstes Gefühl für die Tätigkeit bekommen. Nebenan am Stand der Theodor-Litt-Schule aus Gießen wird über Holztechnik ganz praktisch informiert, indem die Besucher hier unter fachkundiger Anleitung Holzstücke zurechtschneiden und feilen dürfen. Lange anstehen muss man vor allem an den Beratungsständen rund um das Studium. Schon am frühen Sonntagmorgen sind die Warteschlangen lang. Die Wartenden sind meist junge Erwachsene kurz vor dem Abitur, viele stehen auch in Begleitung der Eltern an. Diese sind meist so interessiert, dass ihre Zöglinge nur noch daneben stehen während Mama und Papa die entscheidenden Fragen stellen.

Besonders auffällig ist, dass nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene das Angebot der "Chance" nutzen, vor allem an den Ständen zur Weiterbildung und Existenzgründung ist der Altersdurchschnitt deutlich höher. Hier werden angehende Existenzgründer die brennendsten Fragen los.

Die "Chance 2014" steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Volker Bouffier und ist am heutigen Montag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet drei Euro (ermäßigt zwei bzw. einen Euro).

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